
Im Ausbildungsstollen Velsen

Der Blick vom Dach des Kraftwerks Fenne

Auf dem Dach

Der Kontrollraum des Kraftwerks Fenne
Am 7. Juli 2010 besuchten wir den Ausbildungsstollen Velsen und das Kraftwerk in Fenne. Eigentlich hätten wir um 8.30 Uhr in Velsen frühstücken sollen, was sich dann allerdings etwas verspätete, da ein Teilnehmer verschlafen hatte. Gesättigt ging es dann 9.30 Uhr zum Umziehen, wo jeder Teilnehmer einen Helm und einen Mantel bekam, zur Sicherheit und weil es im Berg nicht gerade warm war. Wir durften die Erfahrung machen wie es ist, mit der Grubenbahn zu fahren. Normalerweise fahren Grubenarbeiter mit dieser Bahn in den Stollen ein, wir drehten zwar nur eine kurze Runde auf dem Vorplatz, was allerdings aufgrund der Körpergröße einiger Teilnehmer auch besser war. So mancher musste nämlich feststellen, dass die sowieso schon unkomfortable Fahrt ab 1,80m Körpergröße noch unkomfortabler wird. Nach überstandener Fahrt ging es dann endlich in den Stollen. Im Ausbildungsstollen Velsen wurde zwar keine Kohle abgebaut, aber hier wurden und werden Techniker ausgebildet, die dann später unter Tage Maschinen, Elektrik und alles andere Technische warten. Hier ist außerdem ziemlich anschaulich dargestellt wie der Kohleabbau funktioniert, denn Maschinen, mit denen unter Tage gearbeitet wird, gibt es hier auch und die dürfen auch gerne ausprobiert werden. Uns wurde gezeigt, wie eine Schrämmmaschine funktioniert und erklärt wieso überall im Stollen unter der Decke Wasserbehälter stehen. Diese fallen bei einer Explosion durch die ausgelöste Druckwelle herunter und befeuchten die Umgebung, die auf die Explosion folgende Flamme hat somit keine "Nahrung" mehr und wird erstickt. Eingeführt wurde diese Maßnahme 1962, als bei einem Grubenunglück in der Grube Luisenthal 299 Bergleute durch eine Explosion ums Leben kamen.
Anschließend an die Führung gab es noch eine kleine Fragen- und Diskussionsrunde mit dem Betriebsratsvorsitzenden. Die Israelis interessierten sich besonders dafür, wie das mit der Ausbildung in Velsen abläuft und was mit den Auszubildenden 2012 passiert, wenn der Bergbau im Saarland eingestellt wird. Grubenarbeiter werden schon lange nicht mehr ausgebildet, nur noch Techniker und Elektriker. 2012, wenn die Gruben stillgelegt werden, werden die Azubis in die Industrie vermittelt, so wie es jetzt schon mit denjenigen geschieht, die mit ihrer Ausbildung fertig sind und einen Arbeitsplatz suchen.
Zum Mittagessen waren wir dann im Kraftwerk Fenne angekündigt. Nach dem Essen und der Begrüßung wurden uns alle technischen, chemischen und physikalischen Vorgänge im Kraftwerk mit einer Präsentation näher gebracht, danach folgte die Führung. Es war sehr beeindruckend vor solch großen Maschinen zu stehen oder von unten den Kühlturm zu betrachten, der einfach riesig ist. Im Kontrollraum ist auch alles ziemlich groß, vor allem die Bildschirme. Dort wird jedes technische Detail angezeigt und falls es einen Störfall gibt, sieht man das auch sofort und kann sich sofort der Lösung des Problems widmen. Ein Highlight der Führung war auch der Blick vom Dach des Kraftwerks, von wo aus man über ganz Völklingen und noch weiter gucken kann. Der Weg nach oben war allerdings sehr beschwerlich, kurz unterm Dach waren es extrem heiße 50°C!
Wieder unten angekommen lechzten alle nach Schatten, etwas zu Trinken und einem kühlen Raum. Dort wurde dann die Gesprächsrunde geführt, in der die Israelis auch wieder viele Fragen stellten rund um das Kraftwerk, die Arbeit und die Ausbildung. Gerade bei dem Thema "Funktionsweise des Kraftwerks" zeigte sich, dass einige Teilnehmer durchaus viel von Chemie und Physik verstehen, zumindest viel mehr als ich.
Alles in allem kann ich sagen, dass ich zwei sehr schöne und interessante Tage mit der Israel-Delegation verbracht habe, ziemlich viel Spaß gehabt habe und sogar noch einiges gelernt habe.
