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12.07.2010 09:25 Alter: 2 yrs
Kategorie: Leben, Hin und Weg (Inland)

Ein Besuch bei der Polizei

Bei der Polizei

Bei der Polizei

Die Einsatzzentrale

Die Einsatzzentrale

Am 04. Juli 2010 bekam die DGB Jugend Saar Besuch von einer Delegation der israelischen Gewerkschaft Histadrut. Eine Mitarbeiterin des Jugendserver-Saar, Kathrin Meuler, hat die Gruppe einige Tage begleitet und berichtet davon.

Am 06. und 07. Juli 2010 war ich mit einer Delegation junger Gewerkschafter aus Israel unterwegs, die im Moment beim DGB Saar zu Besuch sind. Am 06. Juli haben wir nachmittags die Führungs- und Lagezentrale der Polizei besichtigt und anschließend ein Gespräch mit der Jungen Gruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Saar gehabt.
Hugo Müller, Vorsitzender der GdP im Saarland führte uns in die Raumschießanlage der Polizei und gab uns zusammen mit einigen Kollegen noch eine kleine Schießvorführung. Ich fand das recht interessant, für die Israelis war es wohl eher Gewohnheit, da in Israel alle Frauen zwei Jahre und alle Männer sogar drei Jahre zur Armee müssen und dann natürlich auch selbst in solchen Schießhallen trainieren. Die anschließende Führung durch die Führungs- und Lagezentrale hat dann wieder alle beeindruckt. Besonders die Einsatzzentrale war imposant: 11 Arbeitsplätze mit je 4 Bildschirmen. Auf den Bildschirmen werden verschiedene Informationen über den Anrufer angezeigt, beispielsweise zeigt ein Bildschirm den Aufenthaltsort des Anrufers an, auf einem anderen Bildschirm werden der Grund des Anrufes und die Personalien des Anrufers aufgenommen. In der Einsatzzentrale werden in wenigen Wochen alle Notrufe eingehen, die im Saarland abgegeben werden. Im Moment befindet sich das ganze noch in der Umstellungsphase, sodass bisher nur von drei Bezirken die Notrufe in der Einsatzzentrale eingehen. Ganz vorne hängen zwei große Flachbildschirme, auf denen Nachrichtensendungen laufen, denn wie wir erfahren haben "ist die Presse heute oftmals schneller am Einsatzort als die Polizei!". Insgesamt gehen pro Jahr etwa 183.000 Notrufe bei der saarländischen Polizei ein, die zu 123.000 Polizeieinsätzen führen. Hinzu kommen dann natürlich noch andere Polizeieinsätze bei Veranstaltungen oder Demonstrationen etc. Erfreulicherweise haben uns einige junge Männer und Frauen aus dem Landesvorstand der Jungen Gruppe Saarland (dem Jugendverband der Gewerkschaft der Polizei) begleitet, die anschließend die Junge Gruppe noch vorstellten und die vielen Fragen der Israelis beantworteten. So erfuhren wir zum Beispiel, dass es im Saarland rund 3000 Polizisten gibt, von denen 2660 Mitglieder in der Gewerkschaft der Polizei sind. Damit hat die GdP im Saarland einen Organisationsgrad von 80% und gehört im Bundesvergleich zu den "Großen". Für die Israelis war die Erfahrung, dass sich die Polizei in Deutschland gewerkschaftlich organisiert, ziemlich neu, da es das so in Israel nicht gibt. Dort gibt es eine Gewerkschaft für die Frauen der Polizisten, die dann die Interessen ihrer Männer durchzusetzen versuchen. Auch in Sachen Gehalt ist man bei der deutschen Polizei wohl besser aufgehoben: ein Polizeikommissar verdient hier etwa 2000 Euro netto, während es in Israel gerade mal die Hälfte ist. Auch von deutscher Seite kamen viele Fragen an die Israelis, wie es dort mit der gewerkschaftlichen Struktur aussieht, wie dort Interessen durchgesetzt werden und vieles mehr. Zum Abschluss gab es noch Geschenke, von der Delegation für die Junge Gruppe und umgekehrt und natürlich zur Erinnerung noch ein Gruppenfoto.

www.dingdeindorf.de
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