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20.01.2012 21:48 Alter: 118 days
Kategorie: Kino

Filmkritik Mary & Johnny - Wettbewerb Langfilm Max Ophüls 2012

Filmkritik Mary & Johnny - Wettbewerb Langfilm Max Ophüls 2012

Paare, die eigentlich nicht zusammen passen - sich aber lieben, der beste Freund als Kleinkrimineller und dass die Bösen immer Red Bull trinken - Mary & Johnny (Regie Samuel Schwarz, Julian M. Grünthal)

Eigentlich passen Mary (Nadine Vinzens) und Johnny (Philippe Graber) gar nicht zusammen. Lieben tun sie sich aber doch. Aber Mary will sich amüsieren, feiern, einen drauf machen und Johnny ist mit den Gedanken woanders. Er hat gerade seinen Job verloren und seine Leidenschaft für Musik hat er für Mary hintenangestellt, und schon lange nicht mehr als DJ gearbeitet. Auf dem Züri Fäschd, einem großen Volksfest, lernt Mary den schönen Hoststettler (Nils Althaus) kennen. Der scheint mit seinen Jobs Stadionsprecher und DJ erstmal interessanter als Johnny, und Mary lässt Johnny stehen.

Johnnys Freund, der kleinkriminelle Micha, kann Mary nicht leiden und meint, Johnny solle doch froh sein, dass er die >Tussi< endlich los ist.

Mary und Johnny verhalten sich jedoch als seien sie bekannte Celebrities wie Kate Moss und Pete Doherty und nicht Leute, die bei Media Markt arbeiten, streiten sich, bewegen sich wieder aufeinander zu, flirten mit anderen. 

Der Schönling Hoststettler hat mit Mary anderes vor, als sie zu trösten und auch die beiden Fußballmanager auf die Mary trifft und von denen sie beeindruckt scheint, entpuppen sich als alles andere als sympathische Zeitgenossen. 

Johnny, der Gewalt hasst, muss mit ansehen, wie sein Freund Micha seine Freundin Fränze zum wiederholten Male schlägt. Diesmal stellt er sich dem brutalen Micha in den Weg. 

 

Am Ende der Nacht hat sich alles verändert und nichts ist mehr, wie es war.

Der Regisseur Samuel Schwarz lässt Micha die Geschichte erzählen als iphone Film, damit gelingt es ihm, die Vorlage Ödon von Horvarths >Kasmir und Karoline< (1929) in die Schweiz von 2010 zu übertragen. Die schnellen Schnitte und die optische Nähe des Films zum Musikvideo ebenso einen scharfen Kontrast. Dieser zeigt die Trostlosigkeit der Figuren, wie es von Horvarth bereits durch die Auswahl der Kulisse des Rummelplatzes in seinem Drama getan hat. 

 

Wertung: Durchaus sehenswert, gerade wenn man sich schon mit der literarischen Vorlage beschäftigt hat. Aber mit großen Chancen auf einen Filmpreis beim Max Ophüls Festival ist nicht unbedingt zu rechnen.

 

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Von: juz-united
Kategorie: Kino
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