Die Idee des Projektes zielt auf die Verbesserung der Kommunikation zwischen Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern. Und man kann sagen: ihr Projekt war ein voller Erfolg. Die Lehrer waren sichtlich begeistert und auch beeindruckt von so viel Engagement. Welche Arbeit bereits im Vorfeld geleistet wurde, zeigte sich im zahlreichen Erscheinen. Vertreten waren Betreuer der Nachmittagsbetreuung, Schulsozialarbeiter, Lehrer sowie auch die Schulleitung, Roman Wallrich.
Mit Esprit und viel Witz moderierten die 14-jährigen Schülerinnen, Elizaveta Kondratieva und Nadine Quack durch ihre Themen. Ja, ihr lest richtig, nur zwei der drei Schülerinnen des Projektes schlüpften gestern in die Rolle der Lehrer, denn Catharina Zyzik konnte wegen Krankheit nicht anwesend sein. Hätten Eliza und Nadine nicht bei der Präsentation des von Catharina vorbereiteten Parts, die Jugendkulturen, erwähnt, dass sie nun improvisieren, ganz ehrlich, es hätte niemand bemerkt! Die Schülerinnen zeichneten sich durch Professionalität und Spontanität aus und begeisterten alle Beteiligten.
Die Lehrer sahen sich mit den Themen Social Networks in Form von Facebook und Youtube, Jugendsprache, Musik der Jugendlichen, Jugendkulturen und PC-Spiele konfrontiert.
Eliza und Nadine führten die Lehrer durch die Welt von Facebook, in der sie einen Großteil ihrer Freizeit verbringen und sich mit Freunden austauschen und neue Bekanntschaften machen. Sie erklärten, wie man sich einloggt, seine Privatsphäre schützen kann, Facebook-Kontakte knüpft. Der Begriff Posten dürfte jetzt auch denen ein Begriff sein, die nicht auf Facebook angemeldet sind. Ein Großteil der gestern anwesenden Lehrer ist aber auf Facebook vertreten. Aber sie warfen auch einen kritischen Blick auf Facebook und erwähnten die Amoklauf-Drohungen für die Gesamtschule Rastbachtal und erklärten die Vorgehensweise bei z. B. verleumderischen Kommentaren über Personen.
Das Thema Jugendsprache strapazierte die Lachmuskeln. Nachdem Kurzsätze wie "Gehn wir City" als Teil der Jugendsprache angeführt wurden, mussten sich die Lehrer einem Vokabeltest unterziehen. Vom Nerd, dem Computer-Streber, über den Blümchenkiller, dem Vegetarier, bis zum Hirnpimper, dem Lehrer, wurden den Lehrern die Vokabeln der Jugendsprache näher gebracht. Während des Tests hatten es Nadine und Eliza gar nicht so leicht, denn Abschreiben und Schwätzen während des Tests hieß es, zu vermeiden. Einen Spaß, den sich die zwei Schülerinnen nicht nehmen ließen, war, dass sich die Beteiligten ihren Test persönlich abholen mussten. Nadine und Eliza kommentierten die Leistungen bei Übergabe der Tests mit Sprüchen wie "es wird kein nächstes Mal geben bei diesen Leistungen" oder "dies entspricht nicht deinen Leistungen".
Auch im weiteren Verlauf sorgten beide mit ihrer Rolle als Lehrer für einen hohen Spaßfaktor. Lehrer, die auseinandergesetzt wurden, Fleißbändchen, die Erwähnung fanden und viele typische Schulsituationen wurden von Nadine und Eliza klischeehaft aufgeführt. Dies konnte natürlich auch nur für solch eine heitere und ausgelassene Stimmung sorgen, da die Lehrer sich umgekehrt auch den Spaß nicht nehmen ließen, die Rolle der Schüler einzunehmen und waren hier um keine Ausrede bei "Maßregelungen" verlegen.
Unerwähnt bleiben soll hier auch nicht die Improvisation des Themas Jugendkulturen. Alle Beteiligten konnten sich vom Improvisationstalent und der Kunst szenischer Darstellung beider überzeugen. So wurden die Unterschiede zwischen Hopper und Rapper, Schikimiki und Style, Emo, Gothics und vielen mehr eindrücklich demonstriert. Um Kommentare waren auch hier beide nicht verlegen. Diese Darbietung der Welt der Jugendlichen hat ohne Zweifel zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern beigetragen.
Eliza, Nadine und selbstverständlich auch Catharina, die hier noch einmal ausdrücklich erwähnt sein soll, da sie dieses Projekt mit ins Leben gerufen hat und maßgeblich am Aufbau und der Umsetzung beteiligt ist, sind ein Beispiel für Schülerengagement, welches hoffentlich viele Nachahmer finden wird.
In einer kurzen Pause wurde Kaffee und Kuchen angeboten, was den Beteiligten die Möglichkeit gab, sich im gemütlichen Rahmen mit den Schülerinnen auch über wichtige die Schule betreffenden Themen zu unterhalten. Einmal mehr wurde an diesem Nachmittag die Kommunikation zwischen Schülern und Lehrern verbessert. Brisante Themen des Schulalltags wie Mobbing und Computerspielsucht standen auch mit in der Diskussion.
Sowohl finanziell als auch begleitend wurde das Projekt "Lehrer up to date" von Think Big und dem Projektpartner JuzUnited (Verband der saarländischen Jugendzentren in Selbstverwaltung) unterstützt, gefördert von der deutschen Kinder- und Jugendstiftung und O2. Im Vorfeld und an diesem Nachmittag wurden die Schülerinnen begleitend unterstützt von Maria Süssdorf-Metternich, als Vertreterin von Think Big, Thomas Böhm von JuzUnited als Projektkoordinator und Catharina Becker von JuzUnited als Expertin für soziale Medien.
