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Europa

Europa ist nicht nur ein Kontinent. Es ist eine Art zu leben (z.B. im Gegensatz zum "American Way Of Life"), es ist eine Kultur, eine Währung, eine politische Institution. Hier findest du Informationen zu Europa allgemein, zur Geschichte Europas und zur EU.

Europa - ein Überblick

Europa reicht von der Atlantikküste Portugals bis - ja, wohin? Um sagen zu können, wie groß Europa ist, muss man erstmal wissen, was Europa ist.
Die Definition, was Europa ist und was nicht, fällt sehr unterschiedlich aus, je nachdem, auf welche Gesichtspunkte der Fokus gelegt wird.

Name

Schon woher der Name Europa kommt, ist umstritten. Oft wird als Namenspatin die phönizische Königstochter Europa genannt. Der Sage nach verliebte sich der griechische Gott Zeus in sie. Er verwandelte sich in einen weißen Stier und entführte Europa auf die Insel Kreta, wo sie ihm drei Söhne gebar. Andere sagen, der Name Europa komme von dem phönizischen "erob", "dunkel", "Abend", daher auch die Bezeichnung Abendland.

Geographie

Geographisch ist Europa gar kein eigener Kontinent, sondern ein Subkontinent von Eurasien. Besteht man darauf, dass Europa ein eigener Kontinent ist, wird es dennoch schwierig, Europa eindeutig von Asien abzugrenzen. Meist wird aber im Osten der Ural in Russland als Grenze angegeben.

Da es keine natürlichen Landmarken als sinnvolle Grenze gibt (so verläuft der Ural mitten durch Russland), ist die Abgrenzung zwischen Europa und Asien immer mehr oder minder willkürlich.
Im Süden wird oft die Grenze zur Türkei als Grenze Europas angegeben, aber auch das ist umstritten, da der nördliche Teil der Türkei geographisch noch in Europa liegt, Istanbul am Bosporus liegt genau auf der Grenze.

Europa hat eine Größe von ca. 10,5 Millionen Quadratkilometern, ist also nach Australien der zweitkleinste Kontinent. Mit über 700 Millionen Einwohnern ist Europa relativ dicht besiedelt. Die Bevölkerungsdichte konzentriert sich auf West-, Mittel- und Südeuropa, gen Osten und Norden nimmt sie immer weiter ab.

Politisch betrachtet besteht Europa aus souveränen Staaten, von denen die meisten - aber nicht alle - in der Europäischen Union (EU) organisiert sind. Die Grenzen Europas werden politisch betrachtet daher oft unter Zuhilfenahme der Landesgrenzen der östlichsten bzw. südlichsten EU-Mitgliedsstaaten festgelegt.

Wirtschaftlich ist Europa ein sehr wohlhabender Kontinent. Es gibt große Industriezentren wie der Großraum Paris oder das Ruhrgebiet, ertragreiche Landwirtschaft und einen immer größeren Dienstleistungssektor. Arbeitslosigkeit ist dennoch ein Thema, allerdings sind die Arbeitslosen durch

Sozialpflegesysteme in der Regel abgesichert. Manche nehmen daher eine wirtschaftliche Abgrenzung vor.
Erwähnt werden sollte auch noch die Währungsunion mit dem Euro, die seit 1999 besteht und der mittlerweile 16 Staaten angehören. Dazu kommen noch 6 europäische Staaten, in denen der Euro als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt wurde, ohne dass diese Staaten der EU angehören würden.

Etliche Städte in Europa wie Wien, Paris, Rom, Berlin, Moskau oder Salzburg gelten noch heute als kulturelle Zentren. Ob Kunst, Musik, Literatur, Theater, Mode oder Architektur, in Europa hat Kultur einen hohen Stellenwert und eine lange Tradition. Bildung ist ebenfalls sehr wichtig. In allen Staaten Europas gibt es eine Schul – bzw. Bildungspflicht, die Analphabetenrate ist sehr niedrig.

Kulturell werden die Grenzen Europas dann auch wieder anders festgelegt. Beispielsweise wird die Türkei meist noch dazu gerechnet, da in der Geschichte Byzanz/ Konstantinopel, das heutige Istanbul für das Geschehen in Europa eine große Rolle spielte.

Auch heute noch werden in der kulturellen Beurteilung Europas großzügige Ausnahmen gemacht. Israel zum Beispiel liegt unbestritten eindeutig in Asien, dennoch nimmt Israel regelmäßig an europäischen Wettbewerben wie dem Eurovision Song Contest oder der UEFA Fußball-Europameisterschaft teil. Hier wird die Einteilung, was Europa ist und was nicht, eher nach kulturellen Gemeinsamkeiten gefällt und nicht nach dem, was geographisch korrekt wäre.

Geschichte

Die Geschichte Europas ist am ehesten als Prozess zu begreifen, in den unendlich viele Elemente mit hineinspielen. Herrschaftsgebiete, Stämme, Groß- und Kleinstaaten, Kaiser, Könige, Fürsten, Weltmächte, Mächte, die gerne Weltmächte gewesen wären. Mächte, die sich ihrer Macht nicht bewusst waren: Religionen und deren Vertreter, Eroberungs-, Glaubens-, Befreiungs- und Weltkriege, Kulturen von Jägern und Sammlern über antike Hochkulturen, mittelalterliche Hofgesellschaften und religiösen und ideologischen Fanatikern bis hin zu den modernsten Industrienationen. Dazu kommt eine immense Vielfalt an Sprachen, regionalen Besonderheiten und  geographischen Gesichtspunkten.

Ab wann Europa überhaupt besiedelt wurde, ist unklar, es gibt Hinweise auf Siedlungen von ca. 7000 v. Chr. Bestand die Bevölkerung zunächst aus Jägern und  Sammlern, die nomadisch umher zogen, entwickelte sich in der Jungsteinzeit allmählich der Ackerbau. Um 1800 v. Chr. setzte sich Bronze als Material durch, etwa 1000 Jahre später wurde dann auch Eisen hergestellt.

Gegen Ende der Bronzezeit entwickelte sich in Griechenland eine neue Zivilisation, die nicht mehr viel mit den älteren griechischen Königreichen gemein hatte. Das antike Griechenland war aufgeteilt in viele kleine Stadtstaaten (Poleis). Es gab viele verschiedene Regierungsformen und Kulturen, überall wurde jedoch großen Wert auf Philosophie, Wissenschaft, Politik, Sport, Theater und Musik gelegt. Die Stadtstaaten gründeten zahlreiche Kolonien an den umliegenden Mittelmeerküsten, so zum Beispiel in der heutigen Türkei oder in Süditalien. Die Stadtstaaten bekriegten sich allerdings immer wieder untereinander, so dass ihre Kolonien im 4. Jahrhundert v. Chr. für Philipp II. von Makedonien leicht zu erobern waren. Sein Sohn, Alexander der Große, verbreitete mit seinen  Feldzügen die griechische Kultur in Persien, Ägypten und Indien und ermöglichte umgekehrt einen Wissensaustausch mit jenen Ländern.

Die Römer hatten ebenfalls ein leichtes Spiel mit den Griechen, zerstritten wie diese waren. Je weiter die Römer in die Gebiete der Griechen eindrangen, umso mehr übernahmen sie deren Kultur. Als Rom sich dann zur Weltmacht entwickelte und mehr und mehr Länder eroberte, wurde die ursprünglich griechische Kultur nicht nur im westlichen Mittelmeerraum verbreitet, sondern auch im Norden bis zum Rhein und den britischen Inseln, im Osten bis nach Rumänien und auch in einige Gebiete Mesopotamiens.

Zunächst war Rom ein Königtum, wurde aber um 475 v. Chr. eine Republik. Diese bestand im Kern aus Senat, Magistratur und Volksversammlung, wurde faktisch allerdings vom Senat beherrscht, der sich wiederum aus der adligen Oberschicht, den Patriziern, zusammensetzte.

Nachdem Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. die Seemacht Karthago besiegt war, gab es keine Macht mehr, die den Römern hätte die Stirn bieten können. Intern gab es jedoch zahlreiche Konflikte. Nach fast 100 Jahren Bürgerkrieg wandelte sich Rom von der Republik zum Prinzipat, dem Kaiserreich.
Der Abstieg des römischen Reiches begann im 3. Jahrhundert mit zahlreichen Bürgerkriegen. Auch Reformversuche konnten den Zerfall des Reiches maximal verlangsamen, aber nicht aufhalten. Ende des 4. Jahrhunderts wurde das Christentum, dessen Anhänger in den Jahren zuvor noch verfolgt worden waren, Staatsreligion, eine Reichskirche wurde gebildet. Gleichzeitig wurde das Reich aufgeteilt in das ost – und das weströmische Reich.

Im 5. Jahrhundert drangen immer wieder germanische Stämme in das weströmische Reich ein und schwächten den ohnehin schon schwachen Staat weiter, bis dieser unterging. Ostrom mit der Hauptstadt Byzanz hingegen hielt sich noch fast ein ganzes Jahrtausend, bis seine Hauptstadt 1453 erobert wurde.

Als endgültiges Ende der Antike gilt die Ausbreitung der Araber an den Mittelmeerküsten und von Kleinasien über Sizilien bis nach Spanien, deren Invasion in die nördlichen Gebiete Europas von Karl Martell gestoppt wurde.

Zu Beginn des Mittelalters drehten sich die meisten Konflikte um die Konkurrenzen zwischen dem byzantinischen Kaiser in Konstantinopel und dem neuen römischen Kaiser im Westen. Mit diesen Konflikten wurde der Grundstein für eine kulturelle Spaltung Europas gelegt, die bis heute andauert.

Die Kultur wandelte sich stark, die einzige Institution, die den Untergang des römischen Reiches überlebt hatte, war die Kirche, die ihre Macht stetig weiter ausbaute. Lange Zeit hatte die Kirche nahezu das Monopol über Bildung und Wissenschaft. Dies änderte sich 800, als Karl der Große zum Kaiser gekrönt wurde. Seine Hauptstadt Aachen wurde zu einem weltlichen Zentrum für Kunst und Wissenschaften. Im Zuge der Eroberungszüge Karls des Großen wurde der Papst allmählich zum Lehnsmann des Kaisers, da der Papst nach Differenzen mit den byzantinischen Kaisern nicht mehr auf deren Schutz vertrauen konnte. Nach dem Tod Karls des Großen wurde das Reich unter seinen Erben aufgeteilt, was zu langwierigen Erbfolgekriegen führte, die erst 962 mit der Gründung des Heiligen Römischen Reichs und des Westfrankenreichs beendet werden konnten.

Gleichzeitig wurden Nord- und Osteuropa missioniert, bis schließlich ganz Europa christlich war. Schon damals gab es jedoch erste Abspaltungen, im byzantinischen Reich hatten sich die Vorläufer der heutigen orthodoxen Kirche entwickelt, die sich 1054 ganz abspaltete.

Insgesamt war der Feudalismus, das Lehnswesen, vorherrschend, Städte regierten sich jedoch weitgehend selbst. Diese Entwicklung verstärkte sich im 11. Jahrhundert, als die ersten Universitäten gegründet wurden. Auch der Handel wurde wichtiger, und unabhängige Stadtstaaten wie Florenz oder Venedig wurden zu wirtschaftlichen und kulturellen Zentren.

In einigen Ländern wie Frankreich, England und Spanien entwickelten sich in diesem Zeitraum einheitliche Königreiche, während das heutige Deutschland und Italien in kleine Feudalstaaten und unabhängige Städte aufgesplittert blieben, die dem Kaiser nur formell unterstanden.
Die größte Katastrophe des Mittelalters war die Pest, die in mehreren Epidemien etwa ein Drittel der Bevölkerung Europas dahin raffte.
Als Ende des Mittelalters wird meist die Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen genannt.

Der längste Konflikt war der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, an dem fast der ganze Kontinent beteiligt war. Als der Krieg mit dem westfälischen Frieden beendet war, hatte sich Europa gewandelt. Die feudale Gesellschaft löste sich auf, der Absolutismus wurde zur vorherrschenden Gesellschaftsform. Der Adel verlor durch den Untergang des Feudalismus viel von seinem Vermögen, das Bürgertum und seine Kaufleute wurden mächtiger und unabhängiger.

Für die einfachen Bauern war das Leben jedoch nach wie vor sehr hart, die Steuern und damit die Armut stiegen stetig, was 1789 in der französischen Revolution eskalierte. In Frankreich wurde eine Republik eingerichtet, die Idee der Gewaltenteilung verbreitete sich in ganz Europa. Die anderen Staaten, die ein Übergreifen der Revolutionen verhindern wollten, bildeten ständig wechselnde Koalitionen, die vornehmlich gegen Frankreich gerichtet waren.

Napoleon, der während der französischen Revolution in der französischen Armee begonnen hatte, stieg zum Alleinherrscher über Frankreich auf, wurde aber 1815 bei Waterloo vernichtend geschlagen.

Die anderen europäischen Staaten bemühten sich, in Europa die Situation von vor 1789 wiederherzustellen, was ihnen, wenn überhaupt, nur kurzfristig gelang. Die Ideale der französischen Revolution hatten das Bürgertum stark beeinflusst. Die industrielle Revolution brachte einschneidende wirtschaftliche und soziale Veränderungen mit sich, was dazu führte, dass die Arbeiterklasse stark von sozialistischen und kommunistischen Denkbildern beeinflusst wurde. Im Zuge dessen waren die Jahre von 1815 bis 1871 geprägt von zahlreichen Umsturzversuchen. Auch wenn diese in der Regel niedergeschlagen wurden, waren die meisten Staaten bis 1871 nicht mehr absolutistisch und hatten eine Verfassung.

In den letzten Jahren des 19. Jahrhundert kam es zu immer stärkeren wirtschaftlichen und machtpolitischen Konkurrenzen zwischen europäischen Großmächten. Starke Militarisierung, Wettrüsten, Kämpfe um die Kolonien vor allem in Afrika und Asien und eine überhöhte Betonung der Nationalität mündeten 1914 im ersten Weltkrieg.

Der 1. Weltkrieg forderte über 10 Millionen Opfer, vor allem im Stellungskrieg in Nordfrankreich. Obwohl Russland zu den Verlieren zählte – was in Russland zum Ausbruch der Oktoberrevolution und dann zur Gründung der Sowjetunion führte – siegten Russlands Bündnispartner England und Frankreich.

Die Kriegskosten waren immens. Alle Beteiligten waren davon ausgegangen, die Kosten nach dem Sieg durch Reparationszahlungen der Verlierer refinanzieren zu können. Da die Kosten des Krieges die europäische Wirtschaftsleistung aber um ein Vielfaches überstiegen (umgerechnet kostete der erste Weltkrieg knapp 10 Billiarden Euro), wurden auch die Siegermächte Schuldner der USA.

Der Friedensvertrag von Versailles legte vor allem Deutschland hohe Reparationszahlungen auf, die in Deutschland 1923 zur Hyperinflation führte. Dies und die Weltwirtschaftskrise 1929 bewirkte den großen Zulauf für die demokratiefeindlichen Parteien, in Deutschland die KPD und die NSDAP. Die NSDAP gewann diesen Wettlauf, so dass 1933 Hitler an die Macht kam.

Der Nationalsozialismus führte mit zum 2. Weltkrieg, der mit etwa 50 bis 55 Millionen Toten der bisher größte und verheerendste Konflikt der Menschheitsgeschichte war. Zu den Opfern zählten nicht nur Soldaten, sondern auch zahlreiche Zivilisten, z.B. die Einwohner der bombardierten oder eroberten Städte, die Opfer der Hungersnöte der Kriegswinter und die zahlreichen Vertriebenen. Dazu kommen noch die hohe Opferzahl der Kriegs- und Internierungslager der Sowjetunions und Japans, sowie die Opfer in den deutschen Konzentrationslagern: Homosexuelle, Sinti und Roma, "Asoziale"(Obdachlose, Wanderarbeiter, Alkoholiker, Geisteskranke….), politische Gegner und Juden, von denen allein über 6 Millionen ermordet wurden.

Nach dem Suizid Hitlers erfolgte am 8.Mai 1945 die deutsche Kapitulation. Japan hingegen kapitulierte erst im August 1945 nach dem Abwurf zweier Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki.   

Obwohl in Europa fast immer irgendwo irgendein Krieg wütete, fanden die Staaten dennoch Zeit und Geld, um den Rest der Welt zu erforschen und zu erobern. Vorreiter waren Spanien und Portugal, aber England, die Niederlande und Frankreich holten bald auf.

Nach dem 2. Weltkrieg war die europäische Landkarte erneut verändert. Die Weltpolitik wurde vom Kalten Krieg zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion bestimmt, was in Deutschland durch die Teilung in BRD und DDR besonders offensichtlich wurde.

Die USA betrachteten Westeuropa als unter ihrem Einfluss stehend und gründeten die NATO, um sich gegen eine mögliche russische Invasion zu schützen, die Sowjetunion beanspruchte Osteuropa und gründete den Warschauer Pakt.

Der Eiserne Vorhang, der Europa teilte, fiel erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990.

Europäische Union

Die europäische Union ist eine politische Institution, ein Staatenverbund, zu dem Deutschland auch gehört und der unser Leben inzwischen stark beeinflusst, sei es direkt oder indirekt. Hier gibt es Infos über die EU.

"Brüssel hat entschieden..." - "Der Ratspräsident der EU teilte mit, dass..." "Die europäische Kommission legte fest..." Die Nachrichten sind voll von Meldungen, die die EU betreffen. Warum? Was ist die EU und warum ist sie so wichtig?

Bei der EU handelt es sich um eine Mischung aus Staatenverbund und Bundesstaat, der aus derzeit 27 Staaten besteht, die insgesamt ca. 500 Millionen Einwohner zählen. Die EU ist supranational organisiert, also "über" den einzelnen Nationen. Teilweise überschneiden sich ihre Kompetenzen mit denen eines "regulären" souveränen (unabhängigen) Staates, teilweise gehen sie darüber hinaus, und teilweise sind die Kompetenzen enger gefasst.

Die Europawahl ist die alle fünf Jahre stattfindende Wahl zum europäischen Parlament. Es gibt sie seit 1979, vorher wurden die Mitglieder des Parlaments von ihren Regierungen besetzt.

Die Wahlsysteme sind momentan noch national, d. h., in jedem Land wird entsprechend des dort gültigen Wahlsystems gewählt, und die Kandidaten werden national in Listen aufgestellt – es ist z.B. nicht möglich, in Deutschland über dänische Kandidaten abzustimmen. Wer im EU-Ausland lebt, kann allerdings entscheiden, ob er an seinem Wohnort oder in seinem Herkunftsland wählen möchte.
Nach der Wahl können sich die Abgeordneten gemäß ihrer politischen Überzeugungen zu Fraktionen zusammenschließen.

Auch das Wahlalter ist unterschiedlich, in den meisten Ländern sind alle ab 18 wahlberechtigt, in Österreich z.B. aber schon alle ab 16. Auch das passive Wahlrecht (= Wählbarkeit, sprich, sich zum Abgeordneten wählen zu lassen) wird unterschiedlich gehandhabt, in der Regel liegt es ebenfalls bei 18 Jahren, in Italien und Zypern ist man jedoch erst ab 25 wählbar.

Die Rolle des EU-Parlaments wurde in den letzten Jahren deutlich gestärkt, dennoch hat das Parlament (und seine Abgeordneten) immer noch deutlich weniger Macht als nationale Parlamente: national wird der Regierungschef meist vom Parlament gewählt (oder doch wenigstens direkt vom Volk), in der EU wird der Präsident der europäischen Kommission von den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten ernannt und vom Parlament nur bestätigt. Das Parlament kann auch die Kommission als Ganzes durch ein Misstrauensvotum zu Fall bringen, aber eben nur als ganzes: Es können nur alle Mitglieder auf einmal abgelehnt werden, nicht nur einzelne.

Da es keine länderübergreifenden Listen gibt, werden im Europawahlkampf von den Parteien meist nationale Themen verwendet, es zählt nicht die europäische, sondern die nationale Arbeit, um gewählt zu werden. Dies wird oft als Grund genannt, warum die Wahlbeteiligung bei der Europawahl so stark zurückgegangen ist, was wiederum extremistischen oder populistischen Parteien, die ihre Wähler stärker mobilisieren, im Parlament leichter ein Forum bietet.

Die Europäische Union

Europäische Kommission (Exekutive)
Die Kommission besteht zurzeit aus 27 Kommissaren, für jedes Mitgliedsland einen. Die Leitung liegt beim Kommissionspräsidenten: derzeitiger Amtsinhaber ist Jean-Claude Juncker. Sitz ist ebenfalls Brüssel.

Obwohl die Kommission eigentlich der Exekutive angehört, und damit als eine Art europäische Regierung zu verstehen ist, hat sie auch legislative Aufgaben: die Kommission besitzt das alleinige Initiativrecht für EU-Rechtsakte, d.h. nur die Kommission darf Vorschläge für Gesetze einreichen. Die Kommission ist auch "Hüterin der Verträge", sie überwacht die Einhaltung des Europarechts und kann beim europäischen Gerichtshof Klage einreichen.

Europäische Zentralbank (Zentralbank)
Die europäische Zentralbank sitzt in Frankfurt am Main. Sie ist politisch unabhängig. Sie überwacht die Geldpolitik des Euroraumes und legt für diesen die Leitzinsen fest.

Gerichtshof der europäischen Union (Judikative)
Der Begriff Gerichtshof der europäischen Union umfasst das gesamte Gerichtssystem der EU, das in Luxemburg ist. Der europäische Gerichtshof ist das höchste Gericht, dazu gibt es noch das europäische Gericht, das die erste, quasi vorgeschaltete Instanz darstellt. Beide Gerichte bestehen aus mindestens einem Richter je Mitgliedsstaat, die von mindestens 8 Generalanwälten unterstützt werden.

Europäischer Rechnungshof (unabhängiges Kontrollorgan)
Der europäische Rechnungshof besteht seit 1975 und befindet sich in Luxemburg. Seine Aufgaben sind die Rechnungsprüfung sämtlicher Einnahmen und Ausgaben der Union und die Kontrolle der Rechtmäßigkeit der Haushaltsführung.

Betrachtet man nun diese Organe sieht man, dass die EU in manchen Bereichen weniger Kompetenzen als ein einfacher Staat hat, in anderen mehr. Die Rechtsakte der Union gelten für alle Mitgliedsstaaten.
Dies hat zu der Kritik geführt, die EU habe ein Demokratiedefizit: unter anderem wird die machtvolle Position des europäischen Rats bemängelt, der de facto alle relevanten Entscheidungen trifft und die Mitglieder theoretisch in der Lage versetzt, Gesetzesvorhaben, die national nicht durchzusetzen sind, indirekt über EU-Recht verpflichtend zu machen.

Weiterhin wird kritisiert, der EU fehle es an Demokratie schon allein „mangels Volk“, da bei den Europawahlen nur nach nationaler Beurteilung der Parteien gewählt werde und auch die jeweiligen Medien kaum über die EU als ganzes, sondern nur national motiviert berichten würden.

Quellen:

de.wikipedia.org/wiki/EU
de.wikipedia.org/wiki/EU
de.wikipedia.org/wiki/EU
de.wikipedia.org/wiki/Demokratiedefizit_der_Europ%C3%A4ischen_Unionsocio.ch/demo/t_umbricht.htm

Europäischer Rat
Der europäische Rat besteht aus den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten sowie dem Kommissionspräsident und dem Präsidenten des europäischen Rates, wobei die beiden letzten nur beratende Funktion haben. Der Präsident wird auf zweieinhalb Jahre gewählt und leitet die Sitzungen, die zweimal halbjährlich stattfinden und oft auch als "EU-Gipfel" bezeichnet werden. Der Rat hat seiner Beschreibung nach keinen direkten Einfluss auf exekutive und Legislative der EU, sondern soll dazu dienen, Kompromisse zwischen den Mitgliedsstaaten zu finden und Impulse für die weitere Entwicklung der EU zu geben. Faktisch wird in diesem Gremium aber eigentlich alle Themen entschieden, die die Grundlage für die entsprechende EU-Gesetzgebung bilden.

Rat der europäischen Union (Legislative)
Nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat, deshalb wird er zur Abgrenzung oft auch als Ministerrat oder (in Vertragswerken) nur als Rat bezeichnet. Sitz ist Brüssel.

Jeder Mitgliedsstaat entsendet je einen Vertreter in den Rat. Der Vorsitz wechselt halbjährlich zwischen den Mitgliedsländern, die EU-Ratspräsidentschaft. Der Rat übt zusammen mit dem europäischen Parlament die Rechtssetzung der Europäischen Union aus, das umfasst den erlass von Verordnungen, Richtlinien, Beschlüssen, Empfehlungen und Stellungnahmen. Zudem soll in diesem Gremium die intergouvernementale (zwischenstaatliche) Arbeit koordiniert werden, wie beispielsweise die gemeinsame Außen – und Sicherheitspolitik; faktisch geschieht diese Abstimmung, zumindest deren Grundlagen, im Europäischen Rat.

Europäisches Parlament (Legislative)
Das Europäische Parlament, das seit 1979 von allen EU-Bürgern direkt bei der -> Europawahl gewählt wird, ist die andere Hälfte der europäischen Legislative. Tagungsorte des Parlamentes sind sowohl Straßburg als auch Brüssel.

Die Zahl der Abgeordneten richtet sich nach der Einwohnerzahl des jeweiligen Landes. Gewählt wird nach den nationalen Parteien, deren Abgeordnete sich gemäß thematischer Überschneidungen im Parlament zu europäischen Fraktionen zusammengeschlossen haben. Den Vorsitz haben der Präsident des europäischen Parlamentes inne, der von den Abgeordneten aus ihrer Mitte gewählt wird, und dessen Stellvertreter inne. Der Präsident und seine Stellvertreter bilden das Präsidium.

Westeuropa wuchs während des kalten Krieges enger zusammen, was in der Gründung der EU mündete, der nach der Wende erst die DDR, dann nach und nach andere Osteuropäische Staaten beitraten. Heute gehören der EU 27 Staaten an, von denen einige sogar eine Währungsunion mit dem Euro gebildet haben.

Das heutige Europa ist stark geprägt von der EU. Wie kam es eigentlich dazu, dass die meisten europäischen Staaten Teile ihrer Souveränität aufgaben und sich der EU unterordneten?

Die Entstehung der EU war nicht geplant, zumindest nicht so, wie man heute beispielsweise den Bau eines Hauses planen würde. Es war eher so, dass man Europa vereinen wollte, und dann eben Schritt für Schritt dafür tat, was zu diesem Zeitpunkt gerade möglich war. Nach einer Weile wurde rückblickend zusammengefasst, wo man stand und was man schon erreicht hatte, und das ganze dann mit Hilfe von Verträgen geordnet. So lässt sich vielleicht verstehen, warum die EU teilweise unübersichtlich erscheint, und warum es so schwierig ist, zwischen den Mitgliedern eine Einigung zu erzielen.

Einige Politiker dachten nach den zwei Weltkriegen (die vor allem der viel zitierten "Erbfeindschaft" zwischen Frankreich und Deutschland nur noch mehr Nahrung gegeben hatten), dass es Zeit wäre, Europa zu einigen und vor allem zu befrieden.

1951 wurde deshalb die EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl), auch Montanunion genannt, gegründet. Ziel war es, die Schwerindustrie (Kohlebau, Eisen- und Stahlproduktion) unter eine supranationale, also übernationale Aufsicht zu stellen, eine Aufsicht, die nicht national motiviert war, sondern die Interessen ganz Europas (oder zumindest der damaligen Mitglieder der Montanunion) insgesamt betrachtete. Der Grund, dass man sich gerade diesen Wirtschaftszweig für einen solchen Versuch auswählte, war der, das die Schwerindustrie kriegswichtig war, zum Bauen von Panzern, Helmen und Granaten wird nun einmal Stahl benötigt.

Wurde diese Wirtschaft nun in mehreren Ländern unparteiisch kontrolliert, würde sofort auffallen, falls eines der Länder wieder begann, aufzurüsten. Auch Racheakte aufgrund von Kriegsschäden wurden dadurch ausgeschlossen, Frankreich hatte zum Beispiel 1923 das Ruhrgebiet besetzt, um von Deutschland seine Reparationszahlungen aus dem 1. Weltkrieg einzutreiben.
Für Deutschland war diese Gemeinschaft eine Möglichkeit, sich mit Frankreich auszusöhnen und sich stärker an den Westen zu binden, dessen Unterstützung man brauchte: Deutschland war bereits geteilt, und die Sowjetunion damit gefährlich nahe.

Neben Frankreich und Deutschland traten der EGKS noch die Beneluxstaaten (BElgien, Niederlande/ NEderlands und LUXemburg) und Italien bei.

Kurze Zeit später plante man die EVG, die Europäische Verteidigungs-Gemeinschaft, die jedoch am negativen Votum Frankreichs 1954 scheiterte.

1958 traten die Römischen Verträge in Kraft, in denen die EWG (Europäische Wirtschafts-Gemeinschaft) und Euratom/ EAG (Europäische Atomgemeinschaft) festgeschrieben wurden, unterzeichnet von Vertretern aller Mitgliedsstaaten der EGKS.
Die EWG schuf einen Sozialfonds, um die Lebensstandards in den Mitgliedsländern zu heben; die europäische Investitionsbank wurde geschaffen, die wirtschaftlich schwächere Gebiete fördern sollte, und der europäische Entwicklungsfonds entstand, der die ehemaligen Kolonien von Frankreich, Belgien Italien und der Niederlande unterstützen sollte.

Euratom sollte die zivile Nutzung der Atomkraft kontrollieren.

1961 stellte Großbritannien einen Antrag, um in die EWG aufgenommen zu werden, was Frankreich bzw. dessen Präsident De Gaulle vehement verweigerte.

1967 fusionierten EGKS, EWG und Euratom zur Europäischen Gemeinschaft (EG), 1968 wurde eine Zollunion geschaffen. Im gleichen Jahr trat Charles de Gaulle zurück, so dass nun, ohne eine französische Blockade, erneut über einen Beitritt der Briten verhandelt werden konnte. Irland und Dänemark hatten ebenfalls Interesse bekundet, doch zogen sich das genaue Ausformulieren der Vertragsdetails und die nationalen Diskussionen, ob man nun beitreten wollte oder nicht, bis 1973 hin.

1979 trat das europäische Währungssystem (EWS) in Kraft, das dafür sorgte, dass die Wechselkurse zwischen den verschiedenen europäischen  Währungen einigermaßen stabil blieben, um die europäische Wirtschaft zu stützen. Als gemeinsame Verrechnungseinheit gab es den ECU (European Currency Unit), der, bis er vom Euro abgelöst wurde, seinen Zeck auch erfüllte.

Im gleichen Jahr wurde das Europaparlament, das es seit 1951 gab, zum ersten Mal direkt gewählt und wurde damit zu einem "richtigen", weil demokratisch legitimierten Parlament.

1981 wurde dann Griechenland in die EG aufgenommen, 1986 folgten Spanien und Portugal.

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und der Wiederereinigung Deutschlands 1990 bemühten sich vor allem Frankreich und Großbritannien noch stärker um die europäische Einigung.
1992 wurde in Maastricht der Vertrag über die europäische Union, auch Unionsvertrag, ausgearbeitet, der Ende 1993 in Kraft trat. Ab diesem Zeitpunkt wurde dann auch von der europäischen Union gesprochen. Im Vertrag wurde die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) festgelegt und die Zusammenarbeit in Justiz- und Innenpolitik; außerdem wurde für spätestens 1999 eine gemeinsame Währung beschlossen.

1995 traten Österreich, Schweden und Finnland der EU bei.

1996 wurde der Euro-Stabilitätspakt festgelegt, um die geplante gemeinsame Währung zu schützen. 1999 wurde sie als Buchgeld eingeführt, 2001 als einziges offizielles Zahlungsmittel.

2004 gab es eine große Erweiterungsrunde, bei der 10 Staaten beitraten, nämlich Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta und Zypern(Zypern ist bis heute in einen türkischen und griechischen Teil geteilt, faktisch ist nur der griechische Südteil Mitglied der EU. Zypern ist auch der erste Staat, der Mitglied der EU ist, geografisch aber nicht in Europa liegt). Slowenien führte schon 2007 den Euro ein, 2008 in Malta und dem griechischen Teil Zyperns, seit 2009 gibt es den Euro auch in der Slowakei. 2007 traten außerdem noch Bulgarien und Rumänien in die EU ein.

2007 wurde auch der Lissabon-Vertrag auf den Weg gebracht (trat 2009 in Kraft). Er reformierte die alten Verträge über die Eu, die teilweise schon abgelaufen waren. Die wesentlichen Punkte des Vertrags von Lissabon waren auch in der geplanten EU-Verfassung enthalten, die an den negativen Referenden (Volksentscheiden) in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war. Wesentliche Punkte waren unter anderem die rechtliche Fusion von EU und EG, die Ausweitung der Rechte des europäischen Parlaments, die stärkere Beteiligung der nationalen Parlamente bei der Rechtsetzung der EU und die Rechtsverbindlichkeit der EU-Grundrechtecharta.


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