Topthemen

In unseren Topthemen werdet ihr über Wissenwertes zu aktuellen jugendrelevanten Bereichen informiert. Viel Spaß beim Stöbern.

Jim-Studie 2017

Seit 1998 wird mit der JIM-Studie im jährlichen Turnus eine Basisstudie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information durchgeführt. Neben einer aktuellen Standortbestimmung sollen die Daten zur Erarbeitung von Strategien und Ansatzpunkte für neue Konzepte in den Bereichen Bildung, Kultur und Arbeit dienen.

Die Familien sind knapp bis zu 100 Prozent mit Smartphone, PC, Internetzugang und Fernseher ausgestattet. Und 50 Prozent der Haushalte verfügen über Stramingdienste wie Netflixund/oder Amazon Prime.
Und was ist mit den Jugendlichen selber? Sie verfügen mit 99 Prozent über einen Internetzugang entweder via Smartphone oder über PC. Das Smartphone ist dabei das am häufigsten eingesetzte Medium mit 81 Prozent. Im Besitz eines Smartphones sind 97 Prozent. Und was machen Sie damit?

Bei den liebsten Internetangeboten der Jugendlichen waren drei Nennungen möglich. Und auf Platz 1 ist - welche Überraschung - WhatsApp gelandet. Instagram nimmt PLatz 2 ein, gefolgt von Snapchat und YouTube. Facebook rückt immer mehr in den Hintergrund, gerade bei der jüngeren Generation. Kommunikation ist damit ein überaus wichtiger Bereich in der Smartphonenutzung der Jugendlichen.

Wie lange sind sie online und wie oft? Nach der Jim-Studie sind 89 Prozent täglich online. Und nach der Selbsteinschätzung der Kids sind es stolze 221 Minuten. Im Jahr 2016 waren es noch durchnschnittlich 200 Minuten. Uns hat noch interessiert, ob sie das Internet auch für Schule nutzen, also um zu recherechieren oder für Tutorials, wenn sie mal etwas nicht richtiug verstanden haben. Ihren Angaben zufolge sind es bei 97 Minuten Hausaufgaben 45 MInuten, die sie am PC und teilweise auch im Internet verbringen.

Übrigens nimmt das Smartphone den ersten Platz bei der Medienbeschäftigung in der Freizeit ein, und zwar bei 93 Prozent. Dann kommt schon die Nutzung des Internet mit 89 Prozent und Musik hören liegt bei 83 Prozent. Weiter geht es mit Online-Videos, Fernsehen, Radio, Digitalen Spielen, Büchern und Streaming-Diensten usw. Jetzt haben wir uns gefragt, welche nicht medialen Freizeitaktivitäten bei
den Jugendlichen hoch im Kurs stehen. Auch dass hat die Jim-Studie natürlich untersucht und herausgefunden, dass 73 Prozent sich regelmäßig mit Freunden treffen. Zum Sport gehen
68 Prozent und etwas mit der Familie unternehmen, steht bei 34 Prozent noch hoch im Kurs. Musizieren und auf Sportveranstaltungen spielt auch bei einigen noch eine große Bedeutung. Die letzten Ränge belegt der Partygang, die Bücherei und dann die Kirche.

Telefoniert eigentlich noch jemand? Wie hören immer nur, wenn sich die Kids verabschieden: „Wir schreiben“. Aber tatsächlich zumindest 52 Prozent geben an mehrmals in der Woche zu telefonieren. Einmal die Woche telefoniert jeder fünfte Jugendliche usw.

Mehr Infos findet iher auf https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2017/JIM_2017.pdf

Demokratie geht uns alle an!

Unter dem Titel „Lernorte der Demokratie“ beschäftigte sich die Demokratiekonferenz 2017 der „Partnerschaft für Demokratie“ des Saarpfalz-Kreisesmit verschiedenen Facetten des Demokratielernens und gab Anstöße für die pädagogische Arbeit – getreu dem Motto „Demokratie geht uns alle an!

Demokratiekonferenz vom 12.09.2017

Die Tagung fand in Kooperation mit JUZ United e.V., dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien sowie dem Jugendserver-Saar statt und ist als Lehrerfortbildung anerkannt.
Ein spannender und sehr informativer Tag liegt hinter uns. Die Moderation des Tages wurde von Johannes Domnick, stv. Sprecher der AG Bildung&Engagement im Bundesnetzwerk bürgerschaftliches Engagement, übernommen. Dem Grußwort von Dr. Theophil Gallo, Landrat des Saarpfalz-Kreises, folgten vier Vorträge, die sich eben mit den verschiedenen Facetten des Demokratielernens beschäftigten.

Den Anfang machte Prof. Dr. Simone Abendschön von der Universität Gießen. Sie stellte uns das Forschungsprojekt „Demokratie leben lernen“ (2003 - 2009) vor. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass eine altersgerechte politische Bildung spätestens bereits in der Grundschule einsetzen sollte. Der zweite Vortrag von Fabian Müller vom Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel beschäftigte sich mit dem Thema demokratischer Schulentwicklung, genauer mit den Hemmnissen und den Potenzialen dieser Entwicklung. Auch das Förderprogramm bzw. der Wettbewerb „Demokratisch Handeln – Ein Förderprogramm für Jugend und Schule“ war Inhalt seines Vortrages.

Gestärkt nach der Mittagspause ging es weiter mit Theo Koch, Geschäftsführer von JUZ-United e.V. Er stellte vor, wie selbstverwaltete Jugendtreffs Räume für Jugendliche geben, wie dort Teilhabe und Demokratie praktisch gelebt wird, wie sie ihren Ort beleben.

Der Vortrag von Prof. Dr. Widmaier, Haus am Maiberg, Hoppenheim, zeigte auf, dass wir uns in einer Zeit der Entpolitisierung und Aktivierung bewegen und welche Theorie hinter der Engagementdebatte in der Politik steht. Damit ging es auch um die Frage, was denn überhaupt Demokartieförderung ist und wer es denn machen soll. In seinem Fazit zieht Widmaier für die Jugendarbeit wichtige Schlüsse: Demokratische Sozialisation ist eine gute Voraussetzung, aber kein absoluter Garant für künftiges politisches Handeln. Und ohne pädagogische Begleitung und Bereitstellung von Ressourcen wird Jugendpartizipation nicht funktionieren.

Die Dokumentation der Demokratiekonferenz ist bereits bei uns auf dem Jugendserver-Saar online. Hier erfahrt ihr auch mehr über die Partnerschaft für Demokratie. Auch der Videoclip mit O-Tönen von Jugendlichen von JUZ-United, die Foto- und Videodokumentation sowie die Folien zu den Vorträgen könnt ihr euch dort ansehen. Zur Doku geht es hier.

Jim-Studie 2016

Seit 1998 wird mit der JIM-Studie im jährlichen Turnus eine Basisstudie zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information durchgeführt. Neben einer aktuellen Standortbestimmung sollen die Daten zur Erarbeitung von Strategien und Ansatzpunkte für neue Konzepte in den Bereichen Bildung, Kultur und Arbeit dienen.

Der kommunikative Aspekt der Online-Nutzungszeit ist mit 41% bei den Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren am wichtigsten. WhatsApp ist mit 95% unangefochten auf Nummer 1 bei ihnen. Instagram findet bei 51% Anwendung, Snapchat bei 45% und Facebook  bei 43%. Bei Facebook ist herauszustellen, dass diese Community hauptsächlich bei den älteren Jugendlichen eine Rolle spielt. Skype nutzen noch 17%, Twitter und andere spielen generell kaum eine Rolle. Während Instagram, Snapchat und ähnliches stärker von weiblichen Jugendlichen genutzt wird, spielt die Geschlechterfrage bei WhatsApp und Facebook keine Rolle. Eine Dominanz von männlichen Jugendlichen findet sich bei der Nutzung von Skype und Online-Spiele-Chats.

Doch wie sieht es jetzt generell mit der Online-Zeit der Jugendlichen aus? Und wie sind sie ausgestattet? Die Haushalte der Familien, in denen zwölf- bis 19-Jährige wohnen, sind folgendermaßen ausgestattet: 99% besitzen ein Handy/Smartphone, 98% einen PC/Laptop, 97% ein Fernsehgerät, 97% einen Internetzugang, 89% ein Radio, 75% eine stationäre Spielkonsole, 55% tragbare Spielkonsolen, 22% eine Streamingbox usw. Jugendliche selbst besitzen zu 97% ein eigenes Handy/Smartphone – bei 95% ist es ein Smartphone mit Internetzugang. Eine Internetnutzung vom eigenen Zimmer ist bei 92% der Jugendlichen zu verzeichnen.  Fernsehen und Radio nennen knapp die Hälfte der Befragten ihr Eigen. Kaum eine Rolle spielen E-Book-Reader, dafür aber bei 45% die Spielkonsole. Die Spielkonsole ist noch immer eine männliche Domaine. Altersspezifische Unterschiede lassen sich lediglich beim Besitz von einem Fernseher oder eigenen PC/Laptop ausmachen.  Der Besitz steigt mit zunehmenden Alter.

Der Besitz eines Gerätes bedeutet nun nicht zwangsläufig, dass dieses auch täglich bzw. regelmäßig im Einsatz ist. Auch hier hat die Studie genau hingeschaut und nachgefragt, was die Jugendlichen am liebsten und am meisten, also täglich, verwenden. Das Handy/Smartphone liegt bei 92 % auf Platz 1. Das Internet wird von 87% täglich genutzt, allgemein Musik hören geben 87% an. Das Radio anschalten machen noch 56%, Fotos oder Videos auf dem Handy schauen 49%. Bücher sind noch für 18 % täglich wichtig, der Kinobesuch für 1%, um hier nur einen Ausschnitt zu zeigen. Somit nehmen das Smartphone, das Internet und die Musik einen großen Stellenwert in der Freizeitbeschäftigung der Jugendlichen ein. Bücher lesen ist aber dennoch für 38% noch ein regelmäßiger Freizeitvertreib. Die letzten Jahre hält sich diese Zahl bei ca. 40%, was bedeutet, dass Bücher lesen bei den Jugendlichen seinen Stellenwert wahrscheinlich nicht verlieren wird.

Die Freizeitgestaltung im non-medialen Bereich der Jugendlichen sieht wie folgt aus: Das persönliche Treffen mit Freunden steht bei 73% im Vordergrund, Sport treiben bei 69% (mehr Jungs als Mädchen; mehr Jüngere als Ältere) und mit der Familie unternehmen 35 % etwas. 21% musizieren (höhere Affinität bei den Mädchen), Partys sind bei 5% (mehr ältere) wichtig. In die Kirche gehen 3%, 4% gehen noch in die Bibliothek.

Wie viel Zeit verbringen die Zwölf- bis 19-Jährigen nun online? Betrachtet man das Ergebnis der Befragung zur Internetflatrate bzw. einem WLAN-Zugang, so kann man daraus schließen, dass sie einen Großteil ihrer Zeit im Internet verbringen. Von den 92%, die einen WLAN-Zugang vom eigenen Zimmer nutzen, können 87% dieses uneingeschränkt nutzen (bei den Jüngeren sind es bereits 87%). WLAN-Hotspot und freies WLAN auf öffentlichen Plätzen nutzen 59%, wenn auch nach deren Angabe selten (Nutzung steigt mit zunehmenden Alter).

Täglich das Internet zu nutzen geben 87% der Jugendlichen an (80% waren es 2015). Somit ist ein deutlicher Anstieg der täglichen Nutzung zu verzeichnen. An der Spitze stehen dabei die 16- bis 17-Jährigen, gefolgt von den 18- bis 19-Jährigen. Insgesamt 200 Minuten durchschnittlich sind sie online, Mädchen 10 Minuten länger als die Jungs. Je älter sie werden, desto mehr Zeit verbringen sie im Netz (von 185 Minuten bis 235). Dennoch ist die Zeit im Gegensatz zu 2015 gesunken, von 208 auf 200 Minuten im Durchschnitt. Doch wo verbringen sie die Zeit? Das hat auch die JIM-Studie gefragt und folgende Ergebnisse veröffentlicht. Im Zentrum stehen mit 41% die kommunikativen Aspekte des Internets mit seinen Social Communities und Messengern. Unterhaltung ist für 29% wichtig, Spiele für 19% und Online-Recherche für 10%. Geschlechtsspezifisch hat sich nichts geändert, Mädchen nutzen stärker die Kommunikationsplattformen, Jungen die Spiele.

Liebste Internetangebote waren zudem gefragt, bis drei Angebote durften sie angeben. Ganz hoch im Kurs ist YouTube (64%) gefolgt von WhatsApp (41%). Auf 23% kommt Instagram, dicht vor ihm Facebook mit 26%. War bei der Befragung zur meist genutzten Kommunikationsplattform doch eigentlich Instagram vor Facebook, zeichnet sich hier die unterschiedliche Nutzung von Jungen und Mädchen ab. Wir erinnern, dass Mädchen deutlich mehr über Instagram und Snapchat kommunizieren als Jungen. Denn Instagram gaben bei dieser Frage hier 32% der Mädchen an und nur 13% der Jungen, während der Anteil bei Facebook gleich hoch war. Außerdem geht es um die generelle Internet-Nutzung – auch auf dem PC. Google und Snapchat liegen noch bei 10% (Snapchat deutlich mehr Mädchen), Streaming-Angebote wie Spotify oder Netflix kommen auf 5%.

Betrachtet man jetzt die liebsten Angebote auf dem Smartphone, erhält man andere Ergebnisse. Drei Nennungen waren möglich. Die wichtigste App auf dem Smartphone der Jugendlichen ist ganz klar WhatsApp (95%), am Wichtigsten bei den 15- bis 16-Jährigen. Instagram liegt auf Platz 2 mit 37%, Snapchat auf Platz 3 mit 27%, Facebook ist noch Platz 4 mit 26% sowie auch YouTube mit 26%. So kann man dem Ergebnis entnehmen, dass Instant Messenger die größte Bedeutung für Jugendliche haben, danach Bilderdienste und dann erst die Social Communities. Videoportale spielen ebenfalls eine Rolle.

Verursacht das Smartphone durch die ständige Erreichbarkeit und die vielen Nutzungsmöglichkeiten eigentlich digitalen Stress bei Jugendlichen oder stellt es eher die Chance zur Selbstbestimmung dar? Und tatsächlich wird das Smartphone auch schon mal als Belastung angesehen. So gab jeder siebte Befragte an, dass sie mit vielen Apps und Netzwerken ihre Zeit manchmal ganz schön verschwenden. Dennoch glauben wiederum 68%, dass ohne das Smartphone die Organisation und Planung im Freundeskreis kaum noch möglich ist. Zwischendurch mal genervt von den vielen Nachrichten über die Messenger und Chats etc. sind sogar 55%. Das Smartphone gilt mittlerweile bei den Jugendlichen beim Managen des Schulalltags als besonders wichtig: Hausaufgaben, Stundenplanänderungen, Vertretungen. Auch Familienplanung- und Organisation ist für 22% ohne Smartphone schwieriger. Angst, ohne Handy etwas zu verpassen, haben nur 19%. Hier passt die Frage danach, ob die Jugendlichen denn auch handyfreie Zeit haben (freiwillig oder unfreiwillig). Dies ist bei 72% der Fall. Dies hat verschiedene Gründe. Jeder Dritte hat es bei den Hausaufgaben, jeder Vierte am Abend und/oder nachts aus. Beim Treffen mit Freunden oder mit der Familie ist das Handy bei 14% ausgeschaltet, beim Sport bei 7%, bei der Arbeit 6%.

Wie sieht es nun aus, eine Woche ohne Handy? Theoretisch konnten sich 78% der Befragten eine Woche ohne Handy vorstellen, die 12- bis 13-Jährigen am ehesten, die 14-bis 17-Jährigen weniger (76%). Mal ehrlich: Eine Woche ohne Smartphone? Wer schafft es?...