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Handy

Handy, Mobiltelefon, Funktelefon, GSM-Telefon, mobile phone, cell phone, Funker, Natel, portable
Ein Gerät, und eine gefühlte Million an Bezeichnungen dafür. Für Handys gibt es die unterschiedlichsten Bezeichnungen, die sich wiederum größtenteils aus der Nutzung des Handys ableiten...

Die Bezeichnung "Handy" klingt zwar englisch, ist aber nur im Deutschen üblich; "handy" wird mit praktisch/ bequem/ handlich übersetzt, im englischsprachigen Raum sind die gängigen Bezeichnungen "cell(ular) phone", "mobile phone" oder kürzer "mobile" oder "portable". Mit den letzten drei Begriffen wird auf die Mobilität des Telefons angespielt (sowie auch im deutschen "Mobiltelefon").
In die gleiche Richtung gehen die japanische und französische Bezeichnung "keitai" und "portable", übersetzt etwa "tragbares", sowie das arabische Jawwal ("das, was durch die Gegend spaziert")
In anderen Sprachen wird auf den Aufbewahrungsort angespielt (türkisch "cep telefonu", Hosentaschentelefon) oder auf die Tatsache, dass das Netz in verschiedene Zellen aufgebaut ist ("cell phone").
Es kommt auch vor, dass man sich auf den Netzstandard GSM bezieht (wie im isländischen: "Gemsi", was auf isländisch gleichzeitig so viel bedeutet wie "junges Schaf") oder auf die Provider ("Natel" in der Schweiz).
In der schwedischen Umgangssprache bezieht sich der Begriff auf die Tatsache, dass sich zu Anfang hauptsächlich reiche Yuppies Handys leisten konnten, die die damaligen noch an Telefonzellen erinnernden Geräte wie Teddybären mit sich herum trugen, daher "Yuppie-nalle", oder kurz: "nalle", Teddybär.

 

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Geschichte und Entstehung des Handys

Jaja das Handy...Hand aufs Herz: Wer käme heute noch ohne zurecht? Anfang der 90er Jahre würden die Wenigen, die mit diesen tragbaren Telefonzellen herumliefen, noch ausgelacht - heute wird man komisch angesehen, wenn man kein Handy hat. Aber woher kommen die Handys eigentlich?

Erste Versuche

Entstanden sind die modernen Handys erst Anfang der 90er, aber die Grundlagen dafür wurden schon 1918 gelegt, als die Deutsche Reichsbahn in Berlin Versuche mit Funktelefonen machte. In den Zügen der Deutschen Reichsbahn und der Reichspost wurde auf der Strecke Hamburg-Berlin ab 1926 ein Telefondienst angeboten (der allerdings nur Reisenden der 1. Klasse zur Verfügung stand).

Schon Erich Kästner lieferte eine exakte Beschreibung, wie ein Handy aussehen könnte. Zu finden ist dies ....

 

Autotelefone - sozusagen die nächste Stufe des Telefons auf dem Weg zum Handy-gab es ab 1958. Diese Geräte waren sehr groß (man brauchte einen geräumigen Kofferraum, um das Telefon überhaupt einbauen lassen zu können) und vor allem unheimlich teuer (ca. die Hälfte des Preises eines ganzen Autos). Betrieben wurden die Telefone über das A-Netz, ein analoges Mobilfunknetz, das in Deutschland von 1952-1977 in Betrieb war. Bei diesem Netz wurde der Kontakt über eine Vermittlungsstelle hergestellt, zusätzlich musste man aber bereits wissen, wo sich der Angerufene befand, um ihn erreichen zu können.

Das B-Netz

Ab 1974 stand in Österreich das sogenannte B-Netz zur Verfügung, kurz darauf auch in Deutschland. Bei Nutzung dieses Netzes konnte man den gewünschten Gesprächspartner direkt auf dessen Mobiltelefon anrufen-ohne den Umweg über eine Vermittlungsstelle. Allerdings musste man immer noch wissen, im Einzugsbereich welchen Funkturms sich das angwählte Mobiltelefon befand. Zu diesem Zweck wurde Deutschland in 150 Zonen eingeteilt. Wusste man also zum Beispiel, dass sich der Angerufene im Raum Saarbrücken aufhielt, wählte man die Vorwahl von Saarbrücken, die Ziffern der entsprechenden Zone und schließlich die Rufnummer des gewünschten Teilnehmers. Wechselte dieser jedoch die Zone, wurde das Gespräch unterbrochen und musste neu aufgebaut werden - wieder mit entsprechender Vorwahl.

Das C-Netz
Das B-Netz wurde schließlich vom C-Netz abgelöst, welches aber weltweit nur in Portugal, Deutschland und Südafrika eingesetzt wurde. In Deutschland eingeführt wurde es 1985. Dieses Netz war nicht mehr Standortgebunden. Jeder Netzteilnehmer hatte eine einheitliche Zugangskennzahl und eine individuelle Funkrufnummer. Das Netz beinhaltet im Gegensatz zum B-Netz geradezu bahnbrechende Neuerungen, die für uns heute jedoch selbstverständlich sind: Kunden des gleichen Anbieters haben die gleiche Vorwahl, und man muss nicht wissen, wo der Angerufene sich befindet. Auch die Tatsache, dass die Verbindung trotzdem erhalten bleibt, wenn man sich bewegt und im Gebiet eines anderen Funkturms landet, ist für uns nichts ungewöhnliches. Zusätzlich konnte das Signal verschleiert werden und war auf diese Weise nicht mehr so leicht abzuhören. Bewundert wurde auch die Kapazität des C-Netzes, bis zu 850.000 Teilnehmer waren möglich. Das erscheint uns heute, wo ca. 80% aller Bundesbürger (mindestens) ein Handy haben, als lächerlich geringe Zahl, aber vor 20 Jahren war das eine ganze Menge. Zum Vergleich: beim B-Netz konnten maximal 27.000 Anschlüsse teilnehmen, beim A-Netz sogar nur 10.500. Auch gab es im C-Netz erstmals Funktionen wie Anrufbeantworter und Rufumleitung (ab 1990) - vorher musste man dazu extra Geräte anschaffen.

Mit dem C-Netz entwickelten sich die ersten Handys im heutigen Sinne - Telefone, die man tatsächlich mit sich herumtragen konnte, und für die man nicht ein ganzes Auto brauchte, um sie zu transportieren.

Und - als erstes System - hatte das C-Netz eine Möglichkeite, die Identität des Teilnehmers von seinem Handy zu trennen. Die Zugangsberechtigung des Einzelnen war auf eine Magnetkarte codiert, die in das Telefon eingeschoben wurde und auf diese Weise die Zuordnung des Telefons zu einem bestimmten Nutzer erlaubte. Über so was machen wir uns heute gar keine Gedanken mehr - ohne SIM-Karten funktionieren die heutigen Handys nämlich gar nicht.

Aber - wie könnte es anders sein -  auch das C-Netz war bald veraltet, und wurde 1991 vom D-Netz abgelöst. Es ist aber geplant, die Frequenzen des C-Netz bald wieder für Railnet (Internet im Zug) zu nutzen.
Das D-Netz war das erste digitale Mobilfunknetz.

Das D-Netz basiert auf dem europäischen GSM-Standard (GSM-groupe special mobile, ein Standard für volldigitale Mobilfunknetze). Es ist das erste Netz, bei dem Roaming uneingeschränkt möglich ist. 

Neben dem D-Netz wird heute auch das E-Netz genutzt. Seit 2004 gibt es die neuste Generation von Mobilfunk, das UMTS.

 

Die Geschichte des Handys zeigt auch dieser Beitrag des ZDF.

 

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Form

Ob die klassische Form, die mehr oder minder an einen Schokoriegel erinnert (daher auch Candybartelefone oder Riegelhandys genannt), Klapphandy, Slider (bei denen das Display hochgeschoben wird, um die Wähltasten freizulegen) oder Touch Phones mit Touchscreen - die Auswahl ist groß.  
Auch die möglichen Dienste haben sich, wie schon erwähnt, deutlich erweitert.


Am häufigsten - inzwischen sogar häufiger als das Telefonieren selbst - wird der Short Message Service benutzt, um SMS zu verschicken, sowie deren Weiterentwicklungen, EMS, die formatierte Textnachrichten ermöglicht, und MMS.
Die MMS wird hauptsächlich genutzt, um damit Bilder, die man selbst gemacht hat, weiterzuverschicken.

 

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Handys im Alltag

Handys sind wahnsinnig praktisch, weil man rund um die Uhr jeden erreichen kann, egal wo man sich befindet, und auch rund um die Uhr erreichbar ist. Das hat natürlich Auswirkungen auf unseren Alltag, der sich durch die Verbreitung des Handys stark geändert hat. Ebenso hat sich unsere Sprache verändert - Wörter wie "simsen" oder "anklingeln" machen für Menschen, die Handys nicht kennen, wenig Sinn.
Genauso ist es nichts ungewöhnliches, mitten auf der Straße oder im Zug jemanden zu sehen, der eine Hand am Ohr hat und auf den ersten Blick mit sich selbst zu reden scheint. Die Frage "wo bist du gerade?" ist fast schon die übliche Eröffnung für ein Gespräch. Es kann aber auch störend sein, wenn man fast überall Gefahr läuft, unfreiwillig fremde Gespräche mit anzuhören, oft über Themen, die einem herzlich egal sind ("Hast du das von Sarah gehört? Die geht Kai jetzt schon zum dritten Mal fremd" - "Boah, war ich wieder besoffen gestern" - "Mir geht´s nicht so toll, ich hab Durchfall..." etc)
In Kinos und Theatern sind heute oft Störsender installiert, um die Aufführung nicht durch Gespräche zu stören, in Kirchen oder auf Friedhöfen ist telefonieren mehr oder minder tabu.
Auch beim Autofahren wird viel telefoniert, obwohl das in Deutschland nur noch mit Freisprechanlage oder Headset erlaubt ist, weil vor allem die Bedienung des Handys, aber teilweise auch das Gespräch selbst, den Fahrer ablenken, unter Umständen so sehr, dass er gar nicht mehr auf den Verkehr achten kann.
In Krankenhäusern sind Handys oft verboten, weil befürchtet wird, dass die elektromagnetischen Felder die medizischen Geräte stören. Verschiedene Studien haben ergeben, dass diese Störungen aber erst auftreten können, wenn das Handy weniger als 1 Meter Abstand zum jeweiligen Gerät hat. Folglich würde es theoretisch ausreichen, Handys nur auf Intensiv-Stationen zu verbieten. Andererseits ist es auch verständlich, dass die Krankenhäuser in solchen Fällen lieber auf Nummer sicher gehen.
In Flugzeugen waren Handys früher aus dem gleichen Grund verboten, inzwischen wurden aber Systeme entwickelt, die das Telefonieren an Bord ermöglichen.
Notrufe sind mit Handys immer möglich, auch wenn man kein Guthaben hat. Eine SIM-Karte muss aber immer eingelegt sein.

 

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Handy als Diebstahlobjekt

Handys werden oft geklaut, nicht nur, weil der Dieb dann kostenlos telefonieren kann; wenn kein SIM-Lock eingestellt ist, muss man nur eine neue SIM-Karte einlegen und hat ein neues Handy.
Deshalb sollte man, wenn das Handy geklaut wurde, nicht nur die SIM-Karte sperren lassen, sondern auch das ganze Gerät. Das geht, wenn man die IMEI-Nummer (International Mobilstation Equipment) kennt.

 

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Alleskönner Handy

Ursprünglich war es eine unerhörte Entwicklung, zum Telefonieren nicht mehr das Festnetz nutzen zu müssen, sondern das von überall aus tun zu können. Nach einer Weile kam dann auch die SMS dazu.
Aber wir erwarten heute, dass unsere Handys mehr können als nur Telefonate und SMS. Sie sollen fotografieren können, filmen, Internetzugang haben...
Hier ein Überblick über die wichtigsten technischen Errungenschaften der kleinen Alleskönner.

Zuerst mal: die heutigen Handys unterscheiden sich zu den früheren nicht nur über ihr technisches Können, sondern auch über ihr Aussehen. Im Gegensatz zu den tragbaren Telefonzellen der 90er, ganz zu schweigen von den Kofferraumladungen von Autotelefonen der 60er, sind die Handys nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes deutlich handlicher, sie haben sich sowohl von ihren Fähigkeiten als auch optisch sehr zu ihrem Vorteil verändert.

 

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Fotohandy

Bei neueren Handys ist die integrierte Kamera, mit der man Fotos machen und teilweise auch kurze Videos drehen kann, inzwischen Standard; oft ist es auch möglich, die Aufnahmen nachträglich schon mit dem Handy etwas zu bearbeiten.
Die ersten Prototypen für Kamerahandys gab es schon 1993, das erste kommerzielle Kamerahandy wurde jedoch erst 2000 in Japan veröffentlicht.
Zur Aufnahme wird ein Sensor verwendet, dieser ist jedoch in der Regel so klein, dass die Bildauflösung qualitativ nicht besonders hochwertig ist, auch wenn es inzwischen Handykameras mit einer Auflösung von bis zu 12 Megapixel gibt.
Der Sensor ist außerdem auch stark anfällig für Bildrauschen( =Verschlechterung des aufgenommenen Bildes durch Störungen, die nichts mit dem eigentlich aufgenommenen Bild zu tun haben). Manche Handys gleichen das durch eine LED-Leuchte aus, die neben der Linse platziert ist und so den Blitz bei einer normalen Kamera ersetzen soll, neuere Modelle haben mittlerweile sogar einen Blitz. Manche Handys haben auch einen kleinen Spiegel neben der Linse (damit man sich selbst aufnehmen kann) oder gleich zwei Linsen (eine auf der Seite des Displays und eine auf der Rückseite). Andere wiederum haben ein drehbares Display, so dass man auch bei Selbstportraits sieht, was man aufnimmt.

 

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Datenübertragung

Die Bilder machen die Meisten, um sie Anderen dann auch zu schicken. Das geht, wie erwähnt, per MMS, aber auch per Infrarot, Bluetooth oder mit einem USB-Kabel. Damit kann man die Aufnahmen - aber auch andere Dateien wie Musik, Bilder etc - an andere Handys und auch an Computer weitersenden.

 

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Weitere Funktion: MP3-Player, Radio, Navi, Internet

 

Neben der Kamera sind Handys mittlerweile auch mit mp3-Playern und/ oder Radio ausgerüstet, die Speicherkapazität für diese Dateien (aber auch für die aufgenommenen Bilder und Videos) kann mit einer Speicherkarte vergrößert werden.

Auch GPS-Empfänger sind immer öfter integriert, so kann das Handy gleichzeitig als Navi genutzt werden, zurzeit ist das aber noch gebührenpflichtig.

Auch die Möglichkeit mit dem Handy ins Internet zu gehen, wird dem Nutzer geboten. Dies wird mit der Zeit immer unkomplizierter. Mal eben schnell seine Nachrichten auf Facebook checken, sich anschließend über die neusten News informieren und das innerhalb von ein paar Minuten - Kein Problem!

 

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Spiele

Und damit es auf gar keinen Fall langweilig wird, verfügen die neusten Handys alle über Java-Unterstützung. Sämtliche Handys und Smartphones verfügen über so genannte Midlets, das ist Software, die in der Programmiersprache Java geschrieben wurde und die verschiedensten Anwendungen ermöglicht, vom Taschenrechner über Kalender bis hin zu Spielen.
Auch diese haben eine ziemliche Entwicklung hinter sich. Während der 90er war Snake so ziemlich das coolste, was ein Handy an Spielen ermöglichen konnte, inzwischen ist alles, was nicht farbig, 3-D und mit MP3-Tondateien unterlegt ist, langweilig - es sei denn, es handelt sich um Spiele wie Pacman, die bewusst "retro" gehalten werden.
Die Spiele sind entweder bei Auslieferung schon im Handy installiert, werden via Bluetooth, Infrarot oder USB-Kabel von Freunden geschickt oder runtergeladen, aus dem Internet oder von Servicenummern ("schicke eine SMS an 12345 und du bekommst das Jugendserver-Spiel direkt auf dein Handy!"). Gerade diese Servicenummern sind aber oft mit hohen Kosten verbunden, genauere Infos unter Kostenfaktor Handy.
Oft kommen inzwischen parallel zu neuen Computerspielen passende Handyspiele raus - auch wenn die mit dem eigentlichen Spiel oft nicht allzu viel zu tun haben. Auch Showbegleitende Games (Germany´s Next Topmodel, Schlag den Raab) werden immer beliebter. Für Handys mit Internetzugang gibt es mittlerweile sogar Multiplayer-Games, die teilweise sogar GPS für location-based Games nutzen (das sind Spiele, bei denen der geografische Standort des Spielers miteinbezogen wird).  

 

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Branding

Viele Netzbetreiber bieten nur Handys an, die mit speziell angepasster Software ausgestattet sind, so genanntes Branding. Die Handyfunktionen werden so modifiziert, erweitert oder verändert, teilweise auch entfernt. Damit wird versucht, den Kunden so eng wie möglich an den Anbieter zu binden. Am geläufigsten ist dabei das SIM-Lock, es werden aber auch im Telefonbuch Rufnummern von Hotlines vorgespeichert, die Speicherfunktionen für Spiele und ähnliches deaktiviert - damit sich der Kunde die Dateien nicht umsonst per Bluetooth von seinen Freunden holt, sondern dafür kostenpflichtige Downloadportale benutzt. Technisch ist Debranding aber möglich, also die Software des Netzbetreibers wieder durch die ursprüngliche des Telefonherstellers zu ersetzen.

 

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SIM-Karte und SIM-Lock

Zum SIM-Lock sollten vielleicht noch ein paar Worte gesagt werden.

Handys funktionieren heute nur mit SIM-Karte (SIM = Subscriber Identity Module). Die SIM-Karte ist eine Chipkarte, die in das Handy eingesteckt wird und dazu dient, den Nutzer gegenüber dem Netz zu identifizieren. Einfacher ausgedrückt: Wenn ich ein Handy mit meiner SIM-Karte darin anschalte und das Handy dann eine Verbindung zum Netz herstellt, "weiß" es (und das Netz), dass ich beziehungsweise meine Rufnummer Zugang zum Netz haben will. Das bedeutet unter anderem, dass das Handy weiß, welches Netz ich benutzen will/ darf, und wie es mit meinem Guthaben aussieht (wenn ich Prepaid habe, bricht z.B. ein von mir begonnenes Telefongespräch ab, wenn mein Guthaben aufgebraucht ist). Auf der SIM-Karte sind mitunter auch Informationen wie bestimmte Rufnummern gespeichert. Aber wenn ich die Karte eines anderen in mein Handy einlege, sind vielleicht andere Nummern gespeichert (sofern die Nummern wirklich auf der Karte und nicht im Handy selbst gespeichert sind), das Guthaben ist anders, vielleicht hat derjenige ja auch einen Vertrag abgeschlossen und das Guthaben ist erstmal nicht begrenzt.

Bis Februar 2009 war es möglich, Handys für Notrufe (110, 112) auch ohne SIM-Karte zu benutzen. Diese Möglichkeit wurde aber zu stark missbraucht, weil unzählige"Spassnotrufe" eingingen, bei denen man den Urheber nicht identifizieren konnte. Deswegen sind Handys inzwischen nur noch mit SIM-Karte benutzbar.

SIM-Lock, auch Netzcode genannt, bedeutet nun, dass die Handys für bestimmte SIM-Karten gesperrt werden können. Das ist üblicherweise der Fall, wenn man ein Paket eines Netzanbieters kauft, bestehend aus neuem Handy, Simkarte des Anbieters und Startguthaben. Das Handy hat dann oft Simlock; damit will der Anbieter verhindern, dass das Handy mit SIM-Karten der Konkurrenten genutzt werden kann.

Es gibt aber noch mehr Möglichkeiten für SIM-Lock: Die in Deutschland üblichste ist die totale SIM-Karten-Sperre, damit kann man das Handy nur mit einer bestimmten Karte nutzen. Weniger drastisch ist die Sperre für bestimmte Netze, auch NET-Lock (zum Beispiel für alle Netze außerdem des Anbieters). Bei dieser Sperre kann man das Handy mit einer anderen SIM-Karte, die aber vom gleichen Anbieter stammt, aber trotzdem nutzen. Die letzte Variante ist die Sperre für Länder, dann können nur SIM-Karten benutzt werden, die aus einem bestimmten Land oder einer bestimmten Ländergruppe stammen.

SIM-Lock wird aber überall unterschiedlich geregelt: In einigen Ländern, wie Finnland, ist es ganz verboten, in anderen, wie Ungarn, ist SIM-Lock Standard und das Entsperren verboten. Deutschland geht den Mittelweg: die Sperre ist möglich, darf aber nur solange dauern wie der aktuelle Vertrag des jeweiligen Kunden.

 

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Kostenfaktor Handy

Ein Handy zu benutzen, trägt oft immense Kosten mit sich. Teurer Tarif, versehentlich abgeschlossene Klingelton-Abonnements, Internetnutzung... Es gibt viel zu viele Möglichkeiten. Sein Geld mit Hilfe des Handys zum Fenster raus zu schmeißen. Die wichtigsten Kostenpunkte sind hier erläutert.

 

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Die wichtigsten Anbieter

Die eigentlichen Handykosten sind meistens im Handytarif geregelt, dabei geht es in der Regel um Gesprächskosten, SMS-Kosten und Kosten der Internetnutzung. Angeboten werden die Tarife von verschiedenen Providern.
In Deutschland gibt es 4 große Netzanbieter (T-Mobile, Vodafone, E-Plus, O2), die auch eigene Netze haben, nämlich D-Netz und E-Netz. Dazu gibt es noch Mobile Virtual Network Enabler (MVNE), die verschiedene Netzelemente wie bestimmte Dienste anbieten, aber kein eigenes Netz haben, sondern die Netze der anderen Provider mitbenutzen.
Früher konnte man in der Regel an der Vorwahl erkennen, welchen Anbieter man hat, heute wird aber bei einem neuen Vertragsabschluss auch Rufnummernmitnahme angeboten, dass das eigentlich kaum noch der Fall ist.

 

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Tarifarten

Es gibt verschiedene Arten von Tarifen:
Zuerst gibt es die Guthaben-Tarife, die häufiger als Prepaid-Tarife bezeichnet werden. Sie haben normalerweise keine Vertragslaufzeit. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Kunde erst bezahlt ("prepaid" englisch für vorausbezahlt) - also zum Beispiel ein bestimmtes Guthaben erwirbt - und dann erst die verschiedenen Dienste nutzen kann.
Dann gibt es noch die Laufzeit-Tarife, das ist das, was man allgemein unter einem Handy-Vertrag versteht: man hat eine Mindestvertragslaufzeit und die angefallenen Kosten werden in regelmäßigen Abständen vom Konto abgebucht.
Es gibt auch Flatrate-Tarife, wobei dieser Begriff etwas ungenau ist. Flatrate meint eigentlich, dass man einmal monatlich bezahlt und dann soviel telefonieren kann, wie man will. In der Realität gilt das aber oft nur für das eigene Netz oder fürs Festnetz; andere Netze, Sonderrufnummern oder Roaming-Gespräche kosten weiterhin extra.

 

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Kostenpflichtige Dienste

Kostenpflichtige Dienste sind Telefongespräche, SMS, MMS, EMS etc. Meistens - aber nicht immer! - ist das Abrufen des Kontostandes oder der Mailbox kostenlos.
Die Preise orientieren sich nach dem jeweiligen Dienst: bei Anrufen wird pro Zeiteinheit abgerechnet (z.B. pro Minute), bei SMS und MMS abhängig von der Größe (SMS: jeweils 160 Zeichen eine Kosteneinheit). Es wird auch unterschieden, in welches Netz telefoniert wird (eigenes oder fremdes, Inland oder Ausland). Bei manchen Tarifen sind die Leistungen am Wochenende und an Feiertagen günstiger als werktags.

 

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Zusätzliche Kosten

Am meisten Geld bei der Handynutzung geht aber zweifelsohne für Verträge drauf, bei denen man meistens erst hinterher merkt, dass man sie abgeschlossen hat ("jetzt im Jamba! Top-Spar-Abo!"), für Klingeltöne, Bilder, Logos, Spiele, Lügendetektoren, Beziehungstester ("du liebst dein Haustier über alles - aber seid ihr auch wirklich füreinander bestimmt? Finde es heraus...") und und und.
Dazu kommen oft Gewinnspiele, bei denen die Fragen bescheuert, die Gewinnchancen gering und die Kosten hoch sind ("Was machen wir beim Jugendserver? A) Artikel schreiben oder B) Schlager jodeln ? Schicke eine SMS für nur 1,49€...")
Inzwischen ist es aber so, dass Verträge, die Minderjährige abgeschlossen haben, rechtlich nicht wirksam sind - die Eltern müssen also nicht für die zusätzlichen Kosten haften.
Bei manchen Providern gibt es die Möglichkeit einer Kostenbegrenzung durch Sperrung bestimmter Rufnummern (0900-, 0190-, 0138...) oder bestimmter Dienste (Premium-SMS, MMS-Dienste, GPRS-Dienste...).

 

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Nachrichtendienste - SMS, EMS und MMS

Am häufigsten - inzwischen sogar häufiger als das Telefonieren selbst - werden mit dem Handy Nachrichtendienste benutzt, um SMS zu verschicken. Die Bezeichnung SMS ist eigentlich unsinnig, weil eine SMS eigentlich nur eine SM, eine Short Message (Kurznachricht) ist, jedoch nicht der ganze Service. Aber die Bezeichnung hat sich eingebürgert.

 

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Entstehung der SMS

SMS waren ursprünglich kostenlos, eine Art Nebenprodukt, das mit der Technik eben möglich war und benutzt wurde, um die Nutzer über Netzstörungen zu informieren. Als der wirtschaftliche Wert erkannt wurde, war es mit der Gebührenfreiheit schnell vorbei - und tatsächlich sind SMS für die Netzbetreiber der rentabelste Dienst, weil deutlich weniger Daten als bei einem Gespräch verschickt werden, und trotzdem Geld reinkommt. SMS werden seit Anfang der 90er genutzt, obwohl es schon Anfang der 80er Überlegungen gab, einen solchen Dienst einzuführen. Die erste SMS, die auch den Short Message Service benutzte, wurde im Dezember 1992 im britischen Netz verschickt.

 

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Technik der SMS - Versenden und Empfangen

SMS werden über die gleichen Kanäle verschickt wie auch die Gespräche, allerdings werden sie erst an die Kurzmitteilungszentrale des Netzbetreibers geleitet und dann von dort an den Empfänger weitergeleitet. Ist die Nachricht nicht zustellbar, weil das Empfangsgerät zum Beispiel keinen Empfang hat oder aus ist, wird die SMS für eine bestimmte Zeit in der Mitteilungszentrale des Netzanbieters des Empfängers gespeichert; die Zentrale unternimmt dann regelmäßig neue Sendeversuche, bis die Nachricht zugestellt oder die Frist abgelaufen ist.

SMS sind in der Regel auf 160 Zeichen beschränkt, das kommt daher, dass das Übertragungssystem eine maximale Datenübertragungsmenge hat und mit 160 Zeichen dieses Maximum normalerweise erfüllt ist. Moderne Handys können längere Nachrichten aber inzwischen spalten und nach Versenden beim Empfänger wieder richtig zusammensetzen, dann handelt es sich aber schon um eine EMS -

SMS können auch übers Internet verschickt werden - auch das war früher kostenlos, inzwischen meistens nicht mehr (auch wenn auf manchen Seiten damit geworben wird, sind - nicht immer, aber oft - versteckte Kosten enthalten, so dass man im schlimmsten Fall sogar einen Vertrag abschließt). Auch mit Festnetztelefonen können inzwischen SMS versendet und empfangen werden.

 

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SMS verfassen: T9

Zur weiteren Verbreitung (und stärkeren Nutzung) trug die Erfindung des Systems "Text on 9 keys" bei, das das Tippen von Nachrichten deutlich vereinfachte und beschleunigte, weil jede Taste nur einmal gedrückt werden muss und bei Buchstaben, die über die gleiche Taste eingegeben werden nicht gewartet oder extra bestätigt werden muss, bevor man den nächsten Buchstaben eingibt (5 ist z.B. sowohl für j als auch für k als auch für l). T9 funktioniert mit der Texterkennung anhand eines im Handy gespeicherten Wörterbuchs, das dann die möglichen Wörter gemäß ihrer Verwendungshäufigkeit anzeigt.
In anderen Ländern oder Regionen, wie zum Beispiel der deutschsprachigen Schweiz, wird T9 aber so gut wie gar nicht genutzt, weil die in den SMS verwendete Sprache dort nicht standardisiert und im Handy dementsprechend kein Wörterbuch gespeichert ist.
Aber auch bei Nutzung wird T9 regional angepasst, in Deutschland wurde es zum Beispiel "entnazifiziert": bei Eingabe der Tastenkombi 6-2-9-4 wurde ursprünglich zuerst "Nazi" angezeigt, weil die Unternehmen durch Internetrecherche festgestellt hatten, dass "Nazi" häufiger benutzt wird als "maxi", was jetzt zuerst angezeigt wird. Bei "Volk" ist es das gleiche (angezeigt wird "toll" oder "voll"), Wörter wie "Judenfrage" wurden ganz aus den Wörterbüchern gestrichen.

 

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Veränderung der Alltagssprache

Überhaupt hat die SMS einen ziemlichen Einfluss auf unsere Alltagssprache gewonnen. Das fängt bei der Beschreibung der Tätigkeit an ("simsen") und geht weiter mit Abkürzungen, die benutzt werden, um möglichst viel Nachricht in 160 Zeichen zu packen, ähnlich wie im Netzjargon ("lg" - liebe Grüße, "gtn8" - gute Nacht, oder das vermutlich bekannteste: "hdl" - hab dich lieb). Emoticons (Smileys usw.) werden inzwischen in SMS so oft benutzt, dass sie in den Handys in der Regel vorgespeichert sind. 

 

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Verbreitung von SMS

Die Nutzung von SMS ist in Europa verbreiteter als beispielsweise in den USA, wo sich das Pagersystem etabliert hatte und das Versenden von SMS lange Zeit auch nur netzintern möglich war.
SMS können auch benutzt werden, um das Handy mit anderen Geräten zu verbinden bzw. diese zu steuern - wie Garagentore, die per SMS geöffnet werden, oder Alarmanlagen, die den Besitzer per SMS über Störungen informieren.
Normalerweise funktioniert das Versenden auch ganz gut, aber alle Jahre wieder fällt in der Neujahrsnacht kurz nach 12 das Netz aus, weil ca. 500 Millionen SMS beinahe gleichzeitig verschickt werden.

 

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SMS-Typen

Es gibt auch noch andere SMS-Typen. Einmal die Flash-SMS, die direkt auf dem Display erscheinen und meistens auch nicht gespeichert werden können, oft zeigen sie beispielsweise nach einem Gespräch das Restguthaben an. Oder die Silent Messages, die weder auf dem Display noch per akustischem Signal angezeigt werden.

 

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EMS

Eine Weiterentwicklung der SMS ist die EMS (enhanced message service, erweiterter Nachrichtenservice), der nicht auf 160 Zeichen begrenzt ist, wobei aber ab allem, was über 160 Zeichen geht, Kosten für eine neue SMS berechnet werden. Die EMS erlaubt auch gewisse Formatierungen - Absätze, Kursivschrift - und es können auch kleine Bilder wie Smileys mitgeschickt werden.

 

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MMS

Die MMS (Multimedia Messaging Service) geht noch weiter und ermöglicht das Versenden von Bildern, Tönen und sogar kurzer Videos sowohl an Handys als auch an E-Mailadressen, und inzwischen sogar per Post - ausdruckt als Postkarte. Für MMS müssen die Geräte extra konfiguriert werden, sowohl das Sende- als auch das Empfängergerät (wobei das bei den heutigen Handys eigentlich schon bei Auslieferung Standard ist). MMS werden allerdings längst nicht so oft genutzt wie SMS oder EMS, was vermutlich daran liegt, dass sie deutlich teurer sind.

 

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