„Kollegiale Beratung“

Fachtagung zur interkultureller Vielfalt in der saarländischen Jugendarbeit

Nachdem in der Vergangenheit viele junge Geflüchtete in den saarländischen Städten und Gemeinden angekommen waren, stellten sich am Samstag, den 16.09.2017, im Rechtsschutzsaal Bildstock im Rahmen einer Fachtagung Jugendleiterinnen und -leiter sowie Verantwortliche in Jugendgruppen und Vereinen der Frage, wie Vielfalt in der Jugendarbeit gelingen kann. Der Landesjugendring Saar und die Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral Dillingen haben diese Fachtagung in’s Leben gerufen. Zwei weitere Veranstaltungen fanden bereits in den vergangenen zwei Jahren statt, immer wieder neu zugeschnitten auf aktuelle Probleme und Fragestellungen.  

Zu Beginn gaben in einem moderierten Gespräch Yasmin Pasker Dahy (AWO- Fachstelle Interkulturelle Öffnung und Diversity im Landkreis Saarlouis IQ Netzwerk Saar) und Mehdi Harichane (Migrationsdienst des DRK-Landesverbandes Saarland) einen Impuls zum Thema. „Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber es ist ein langer Prozess bis zur Vielfalt.“, erklärte Yasmin Pasker Dahy. Probleme und Stolpersteine auf diesem Weg blieben aber nicht unausgesprochen. So machte Mehdi Harichane deutlich, dass es keinen Musterweg, keine abzuarbeitenden Schritte zur Integration geben kann: „Dazu zählen sicher kulturelle Teilhabe und Sprache. Aber im Moment geraten Menschen auch in Beweisnot und unter Druck, Forderungen gerecht zu werden.“ Deutlich wurde im Gespräch und in der Auseinandersetzung im Plenum, dass gerade die Jugendarbeit besondere Chancen bietet, durch offenen Kontakt und einem weiten Feld für Gemeinsamkeiten, Vielfalt möglich zu machen. Vielfalt habe mit Wertschätzung und Achtung zu tun und sei eine Voraussetzung für eine stabile Zusammenarbeit, so das Fazit am Vormittag.

Wie interkulturelle Vielfalt dann konkret in der Jugendarbeit gelingen kann, zeigten am Nachmittag die „Best-practice-Beispiele“. Dabei stellten Jugendgruppen, Verbände und offene Treffs sowie Migrationsorganisationen Ideen und Projekte vor, die in ihrer Jugendarbeit funktionieren, teilten ihre Erfahrungen und konnten so Anregung geben für die interkulturelle Arbeit. Mit dabei waren die Projekte „Junge Denker“ und „Isaar“, das JRK Heusweiler mit drei jungen Geflüchteten aus Syrien, die sich in die Arbeit des JRK integriert haben, Juz-united mit diversen Projekten und das Dekanat Saarbrücken mit dem Tanzprojekt „Fara Voce-Ohne Stimme“.

Die Fachtagung bot, so auch das Feedback der Teilnehmenden, viele Chancen für die gemeinsame Arbeit, Anregung für Kooperationen und breite Austauschmöglichkeiten für die interkulturelle Arbeit im vielfältigen Saarland. „Was wir heute gemacht haben war eine kollegiale Beratung“ und „erfolgreich“, so die Veranstalter Georg Vogel und Jörg Ries.