Gedenken an die Pogromnacht

Vor 79 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, fanden in ganz Deutschland die Pogrome gegen Synagogen und jüdische Menschen statt. Über 1400 Synagogen sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört.

 

Am 10. November wurden ungefähr 30000 Juden in Konzentrationslager inhaftiert; Hunderte wurden ermordet oder starben an den Haftfolgen. Auch im Saargebiet, wie das heutige Saarland damals hieß, wurden fast alle Synagogen geplündert, Kultgegenstände zerstört und danach die Synagogen in Brand gesteckt. Etwa 150 jüdische Männer wurden am Saarbrücker Hauptbahnhof bei eisiger Kälte zusammengetrieben, meist hatten sie nur einen Schlafanzug an. Unter Gejohle der Bevölkerung wurden sie durch die Stadt getrieben, vorbei an der brennenden Synagoge. Unterwegs wurden sie mit Wasser besprüht und verprügelt. So wurden sie über den St. Johanner Markt zum Saarbrücker Schloss getrieben, wo sich die Gestapo- Hauptstelle befand. Danach kam ein Teil der Juden in das Gefängnis Lerchenflur, wo der damals 63-jährige Max Hanau aus Saarbrücken das erste Todesopfer dieses Pogroms wurde. Er erlag in Folge der schweren Misshandlungen seinen Verletzungen.

 

Aus diesem Anlass findet am Donnerstag, 9. November 2017 um 17 Uhr ein öffentliches Gedenken mit anschließendem Gottesdienst in der Saarbrücker Synagoge am Beethovenplatz statt.

 

Der Vorsitzende der Synagogengemeinde Saar, Richard Bermann, wird die Gedenkrede halten. Danach werden Jugendliche der Gemeinde Kerzen für die Opfer des Holocaust entzünden und begleitende Texte sprechen. Martina Struppek vom Saarländischen Staatstheater rezitiert Gedichte der 1970 verstorbenen Literaturnobelpreisträgerin Nelly Sachs. Für die musikalische Umrahmung sorgt in diesem Jahr das „Trio d´anches“ der Deutschen Radiophilharmonie. Liturgisch führt Kantor Benjamin Chait durch die Gedenkveranstaltung.

 

Im Foyer der Synagoge wird die Ausstellung „Feldrabbiner im ersten Weltkrieg“ zu sehen sein. Am 6.November um 17 Uhr wird Carsten Baus, Landesgeschäftsführer des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. die Ausstellung eröffnen. Bis 24. November kann die Ausstellung während der Bürozeiten der Synagogengemeinde Saar besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.