Mehr als haten, liken, teilen

Am 17.11. fand im Jugendzentrum Folsterhöhe die Fachtagung „Mehr als haten, liken, teilen – Die Sache mit der Jugend(-arbeit), der Demokratie und dem Netz“ des Landesjugendrings Saar, gemeinsam mit dem Regionalverband Saarbrücken und juz united statt.

 

Dr. Iren Schulz
World Café
Fishbowl
World Café

Über 70 Teilnehmende waren gekommen, um sich zunächst den Vortrag von Dr. Iren Schulz anzuhören, der sich rund um das Thema Chancen und Risiken digitaler Medien für Jugendliche und die Jugendarbeit drehte. Sie sprach vor allem über das Nutzungsverhalten junger Menschen von digitalen Medien und den Einfluss dessen auf die Jugendarbeit. Anschließend stellte sie einige Beispiele zu Projekten mit dem Thema Medienkompetenz vor und gab viele Anregungen dafür, wie partizipative Jugendarbeit zu und mit digitalen Medien aussehen kann.

 

Nach dem Vortrag von Iren Schulz ging es weiter mit einem World Café. An acht Tischen wurden drei verschiedene Fragen diskutiert. Nach jeweils 15 Minuten wurden die Fragen gewechselt und auch die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit die Tische zu wechseln, um mit anderen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern weiter zu diskutieren. Die Fragen nahmen vor allem Bezug auf den Vortrag und sollten dazu anregen darüber nachzudenken, welchen Bildungsauftrag die Jugendarbeit in Bezug auf digitale Medien und deren Chancen und Risiken hat und wie dieser Bildungsauftrag umgesetzt werden kann. Dabei  tauschten sich die Teilnehmenden sowohl über bereits bestehende Projekte und deren Erfolge aus, als auch über Ideen, die sie aus dem Vortrag mitnehmen konnten.

 

Im Anschluss an das World Café und eine Mittagspause ging es weiter mit einer Fishbowl-Diskussion. Dabei gibt es einen äußeren, sowie einen inneren Kreis. Wer im kleineren, inneren Kreis sitzt beteiligt sich aktiv an der Diskussionsrunde, alle anderen Teilnehmenden haben die Möglichkeit die Diskussion zu verfolgen und jederzeit in den inneren Kreis zu wechseln, um ebenfalls etwas zum Thema beizutragen. Die Themen der Diskussion richteten sich stark nach dem, was an den verschiedenen Tischen des World Cafés diskutiert wurde. Zum Beispiel ging es um die Frage wie die Jugendarbeit mit den Herausforderungen, die durch digitale Medien und den Umgang der Jugendlichen damit entstehen, umgehen kann. Es wurde vor allem darüber gesprochen, dass allen Jugendlichen ein Zugang zu solchen Medien ermöglicht werden soll, beispielsweise durch freie W-LAN Netze in Jugendzentren. Aber auch die Frage, nach berechtigter Privatsphäre der Jugendlichen spielte eine große Rolle. Wie ist das Bewahren der Privatsphäre Jugendlicher möglich, trotz WhatsApp Gruppen, in denen auch Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendarbeit vertreten sind, oder Facebook-Freundschaften, durch die die Professionellen oftmals mehr Informationen erhalten, als durch den persönlichen Kontakt?

 

Eine abschließende Antwort auf alle Fragen konnte sicher nicht gefunden werden, aber die Teilnehmenden konnten viele Anregungen für die eigene Arbeit in der Praxis und tolle Ideen für Projekte mit Jugendlichen zum Thema digitale Medien mitnehmen.