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Tag 9: DGB-Jugend Rheinland-Pfalz/Saarland goes Israel

Eine Delegation der DGB-Jugend Rheinland-Pfalz/Saarland besucht die Partnergewerkschaft Histadrut in Israel. Abwechselnd schreiben die Teilnehmenden über die Erlebnisse. Im Folgenden findet ihr den Bericht des neunten Tages... 

Jaffa mit Blick auf die Skyline von Tel Aviv

Dienstag. Acht Uhr israelischer Zeit. Wir machen uns auf den Weg zu unserem ersten Tagesziel. Heute allerdings nicht mit "unserem" Bus, sondern mit dem ÖPNV von Tel Aviv. Nach einer mehr oder weniger angenehmen Fahrt mit einem rasanten Fahrstil kamen wir in Jaffa an. Dort durften wir unseren Morgen beim "Cologne Day-Care Peace Center" verbringen. Zwischen frisch gepresster Limonade und Bunkerschutztür wurden wir von der Leiterin dieser Einrichtung und einer Mitarbeiterin herzlichst empfangen. In diesem Kindergarten, welcher von der Na'amat, die Frauenorganisation der Histadrut, geleitet wird, werden 70 Kinder von hauptsächlich Alleinerziehenden Frauen und Männern von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr betreut. Die Na'amat (dt. Angestellte und ehrenamtlich arbeitende Frauen) wurde 1921 gegründet und ist mit mittlerweile 800.000 Mitgliedern die größte Frauenbeweguung in Israel. Uns wurden verschiedenste Informationen zu den landestypischen Problemen, aber auch interessante Lösungsansätze aufgezeigt. Unter anderem erfolgt die Schwangerschaftsvor- und Nachsorge komplett anders. Werdende Mütter müssen bis zur Geburt arbeiten gehen und haben danach nur drei Monate bezahlten Mutterschutz, den sie auf maximal sechs Monate verlängern können, jedoch unbezahlt.

Nach unserer Gesprächsrunde durften wir nun endlich in die Kindergartengruppe. Auch dort wurde uns ein Bild der Freude vermittelt. Der Kindergarten schafft es, sämtliche Religionen und Herkunftsländer unter einen Hut zu bekommen. So werden beispielsweise sämtliche Feste aller Religionen gefeiert und einmal im Jahr gibt es das 'Fest der Feste'. Auch sprachlich gibt es hier keinerlei Barrieren. Die Kinder werden sowohl Hebräisch, als auch arabisch sprechend erzogen. Sogar die gängigen Kinderbücher gibt es hier in beiden Sprachfassungen.
Nach der Begrüßung durch die Kinder konnte es auch schon los gehen. Wir durften Alle gemeinsam tanzen, das Gartenfeld besichtigen und auch eine Wetterstation, welche in Verbindung mit einem PC der NASA steht wird in der KiTa genutzt. Denn früh übt sich. Sowohl, was soziale und gesellschaftliche Angelegenheiten betrifft, als auch die kognitive Entwicklung.

Nach einer kurzen Pause mit einer fantastischen Aussicht auf das Meer, durften wir Alle mit den Kindern gemeinsam Mittag essen. Hier wollen wir uns auch noch einmal für das hervorragende Mujadara bedanken.

Daraufhin kam es schon zur sehr emotionalen Verabschiedung, weil auf uns bereits Old-Jaffa wartete und wir pünktlich aufbrechen mussten. Auch hier brachte uns der ÖPNV an unser Ziel.
Zwischen geschichtlichen Teilen via Herzl und seinen Zionistenkongressen, welcher sich maßgeblich für die jüdischen Zukunft einsetzte und kulturellen Teilen unter anderem mit "Simon der Gerber" wo überliefert wird, dass dort unter Petrus die ersten Wurzeln des Christentums geschlagen wurden.
Anschließend konnten wir auf der "Brücke der Wünsche" bei unbeschreiblicher Aussicht aufs Meer kurz inne Halten und bei einem kurzen Bummel über den ansässigen Flohmarkt unsere Verhandlungskünste auf die Probe stellen.

Am Nachmittag erreichten wir ein Jugendzentrum der HaNoar HaOved, die gewerkschaftliche Jugendbewegung in Israel. In einer ehemaligen Schule wurden wir von 2 Jungen Mitarbeitern empfangen und über die Gegebenheiten aufgeklärt.
Die Jugendbewegung beginnt nämlich bereits ab der 4. Klasse mit der Sensibilisierung zu gewerkschaftlichen Themen.

In Jugendzentren können die Kinder spielen und sich über die gesellschaftlichen Grenzen hinaus austauschen - aktive Integration!

Die älteren Kinder und Jugendlichen geben ihr Wissen dabei an die jüngeren weiter und beginnen früh damit Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Mit wachsendem Alter werden dann nach und nach gewerkschaftliche Themen gestreut und es wandelt sich von der "Jugendbewegung" zur "Bewegung junger Arbeiter und Studierender".
Nach einer regen Diskussion über die Arbeit mit Jugendlichen in Israel wurden wir herzlich verabschiedet. Zum Abschluss ließen wird den Tag in einer Feedbackrunde Revue passieren.
Ein toller Tag, bei dem uns klar wurde, dass Frieden -hier- nur mit gewerkschaftlicher Arbeit und Solidarität zu erreichen ist.

Boker Tov aus Zimmer 311

Timur B. & Lukas G.


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