Schon im Vorfeld der Wallfahrt haben sich junge Leute in St. Paulus getroffen, um über Themen zu sprechen, die ihnen wichtig sind.
Eine positive Bilanz des Jugendforums "Kirche 2.0" im Zugehen auf die Heilig-Rock-Wallfahrt ziehen die Veranstalter, der Arbeitsbereich Jugendpastoral und der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Trier. Am 11. und 12 Februar hatten Jugendliche unter anderem über die Sexualmoral der Kirche oder die Gestaltung von Gottesdiensten diskutiert. Dem Wallfahrts-Motto "und führe zusammen, was getrennt ist" entsprechend waren junge Menschen aus dem Bistum Trier eingeladen, über die Dinge zu diskutieren, die Jugend und Kirche trennen.
Etwa ein Drittel der Teilnehmenden waren in der Jugendarbeit Beschäftigte, die meisten aber waren Ehrenamtliche zwischen 20-25 Jahren. Sie kamen aus dem gesamten Bistum Trier, aus der Eifel, dem Hunsrück, von Rhein, Saar und Mosel, und sogar aus dem Bistum Essen. In Kleingruppen diskutierten sie ihre Meinungen, am Samstagmittag konnten sie in einer Diskussionsrunde ihre Fragen an den Trierer Bischof Dr. Stefan Ackermann sowie die drei Weihbischöfe Robert Brahm, Dr. Helmut Dieser und Jörg Michael Peters stellen. Auch die Politik war vertreten durch die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer, die CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Julia Klöckner, und Pia Schellhammer, jugendpolitische Sprecherin der Grünen in Rheinland-Pfalz.
Anja Peters, BDKJ-Vorsitzende im Bistum Trier, zog am Ende der Veranstaltung ein positives Fazit: "Die Veranstaltung lief super. Es tut gut, so viele Jugendliche zu sehen, die so engagiert diskutieren, um Lösungen ringen und ihren Platz in der Kirche finden wollen."
Besonders bei der Diskussion der Jugendlichen mit den Bischöfen habe sich das gezeigt. Beim Thema Homosexualität etwa seien beide Seiten an Grenzen gestoßen. Die Idee eines Forums habe funktioniert, erklärte Christian Heckmann vom Arbeitsbereich Jugendpastoral: "Wir haben gemerkt, dass die jungen Leute eine große Bereitschaft, aber auch einen großen Bedarf haben, über die Themen zu sprechen, bei denen ihre Meinung der offiziellen Position der katholischen Kirche widerspricht." Das Forum sei ein Experiment gewesen. Nach der positiven Resonanz sollen Orte geschaffen werden, um die Diskussion fortzusetzen. "Bischof Ackermann hat im Anschluss an die Wallfahrt einen synodalen Prozess angekündigt. Die Themen der Jugendlichen sollen Teil dieses Prozesses sein", sagte Anja Peters.
Mit einer Eucharistiefeier mit Bischof Ackermann ging das Forum am Sonntagmittag zu Ende. 300 Leute, unter ihnen auch einige Gemeindemitglieder, feierten in der Kirche St. Paulus den Abschlussgottesdienst, der mitgestaltet wurde von den Trierer Domsingknaben und dem Mädchenchor am Dom sowie der Jugendband "Pit und Paul".
Bischof Ackermann blickte auf ein interessantes Wochenende zurück: "Am besten gefallen hat mir die Haltung der Jugendlichen. Sie waren respektvoll, aber auch offen und haben kein Blatt vor den Mund genommen." Es sei wichtig, an der Lebenswelt der Jugendlichen und ihren Fragen dranzubleiben und diese als Anstoß für die Verständigung zu nutzen.
Die 23-jährige Julia, die im Café Exodus in Saarbrücken arbeitet, sagte: "Es waren zwei sehr gelungene Tage. Ich selbst bin russisch-orthodox und war gespannt, wie man mich hier aufnehmen würde." Kevin aus Münstermaifeld fügte hinzu: "Mich hat es besonders motiviert, dass wir mit dem Bischof diskutieren konnten. Ich habe das Gefühl, dass ich hier die Möglichkeit habe, etwas zu ändern." Der 17-Jährige engagiert sich ehrenamtlich in seinem Dekanat, zum Beispiel als Betreuer auf Freizeiten. Die ehrenamtliche KJG-Diözesanleiterin Judith sagte: "Es tut total gut, so viele junge Leute zu sehen, denen die Kirche am Herzen liegt."
Quelle: Pressestelle Bistum Trier
