Der Wahl-O-Mat hat bereits vielen Wählern, von jung bis alt, Freude bereitet und die meisten User sind dabei auf spannende Entdeckungen gestoßen. Das Onlineprogramm soll auch wieder zur Landtagswahl 2012 im Saarland informieren. Doch bis die Entscheidungshilfe auf unseren Bildschirmen erscheint, werden viele Thesen gesammelt, recherchiert, diskutiert, den Parteien vorgelegt und letzten Endes programmiert.
Werfen wir doch dazu mal einen Blick in die Redaktionssitzung des aktuellen Wahl-O-Mat zur Landstagswahl im Saarland:
Hier hat sich eine kleine Gruppe von Politikwissenschaftlern, Wahl-o-mat-Experten und Saarland-Experten ("Saarländer"), darunter Vertreter der Bundes- und Landeszentrale für Politische Bildung, der Arbeitskammer des Saarlandes und des Landesjugendring Saar, zusammengefunden, um die Thesen für das Programm zusammenzustellen.
Zu unterschiedlichen Bereichen, von Bildung und Soziales über Wirtschaft und Energie bis hin zu Inneres und Justiz, wird überlegt, welche Themen im Saarland von Bedeutung sind. Dabei sind vor allem die Saarland-Experten gefragt, die wissen, zu welchen Stichpunkten in ihrem Bundesland in Politik und Gesellschaft eine hitzige Debatte herrscht.
Doch nicht nur die Aktualität der Themen ist von Bedeutung. Auch wird ausgiebig betrachtet, in welchen Punkten sich die Parteien voneinander unterscheiden. Eine These, bei der von jeder Seite dieselbe Antwort kommt, ist für den Wahl-O-Mat eher uninteressant, möchte er doch besonders auf die Unterschiede in den Parteiprogrammen hinweisen Der Wahl-O-Mat möchte zeigen, , welche Partei am besten zu den eigenen Interessen und Ansichten passt. So sind uns hier vor allem das Wissen und die Erfahrung der Politikwissenschaftler und Wahl-O-Mat-Experten zugute gekommen.
Meistens wird nun insbesondere an der Formulierung gearbeitet und gefeilt. Vor allem steht die Verständlichkeit für den Benutzer im Vordergrund, doch auch Überlegungen, wie sich die Parteien zu welcher Formulierung positionieren, sind von Bedeutung. Ein paar Wörter verändert und umgestellt, und schon kann die These einen ganz anderen Unterton mit sich bringen.
Wenn wir unseren Blick zurück in den Redaktionsraum richten, sitzt die Wahl-O-Mat-Gruppe immer noch zusammen und ist am Diskutieren. Wurde auch kein wichtiger Themenbereich vergessen? Zur Orientierung werden ebenfalls Thesen aus anderen Bundesländern eingeworfen. Wie sieht es dazu im Saarland aus? Gibt es dort ähnliche Debatten? Wieder sind vor allem die Saarländer gefragt, wobei die eine oder andere Reaktion bei den Nicht-Saarländern auf Verwunderung stößt. Im Vergleich zu anderen Bundesländern scheint es für diese merkwürdig, dass im Bereich Energie, Umwelt und Nahverkehr nur wenige Themen allgemeine Aufmerksamkeit finden, Kriminalität kein großes diskutiertes Feld darstellt (vor allem in Berlin war dies zur Landtagswahl ein wichtiger Punkt), aber der Bau einer Eventhalle oder die Debatte um die Schuldenbremse so stark gewichtet werden.
Die unterschiedliche Sichtweise zwischen den Saarland-Experten und den Politikwissenschaftlern sowie Wahl-O-Mat-Experten wird besonders bei dem letzten Arbeitsschritt deutlich: Aus der Vielzahl aufgestellter Thesen müssen einige ausgesucht werden, die anschließend den Parteien zur Stellungnahme vorgelegt werden. Während die Saarländer bei der Auswahl ihren Fokus hauptsächlich auf sehr diskutierte Thesen legen, gewichten die Wissenschaftler vor allem, welche Thesen auf unterschiedliche Reaktionen der Parteien stoßen und achten auf ein ausgewogenes Themenspektrum.
Zu guter Letzt kann sich aber nach einem langen Tag auf eine Vielfalt interessanter Thesen geeinigt werden, die im Folgenden an die Parteien weitergegeben werden. Nun können sich Politikwissenschaftler, Wahl-O-Mat-Experten und Saarländer vorerst zurücklehnen und gespannt auf die Reaktionen der Parteien warten. Doch allzu lange werden sie nicht verweilen können, denn die Landtagswahl rückt immer näher und bald heißt es wieder: Weiter geht?s mit der Entwicklung und Programmierung des Wahl-O-Mat!
