Wahl-O-Mat on Tour geht in die zweite Runde

 
... am Theodor-Heuss-Gymnasium Sulzbach

Mit Spannung wurde heute Morgen der zweiten Veranstaltung des Wahl-O-Mat on Tour am Theodor-Heuss-Gymnasium Sulzbach entgegengefiebert: Die Erwartungen waren nach dem gelungenen Auftakt am gestrigen Tag hoch. Und diese Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Die Stimmung unter dem jugendlichen Publikum war von Beginn an aufmerksam und interessiert. Im ersten Teil der Veranstaltung, in dem die Parteivertreterinnen und Vertreter bestimmte Thesen beantworten mussten, setzten die Jugendlichen bereits vereinzelt mit Applaus Akzente: Beispielsweise als die FDP gegen die Position der CDU für ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare aussprach. Überhaupt machten die Parteivertreterinnen und Vertreter rege Gebrauch von ihren Jokern und brachten so Schwung in diesen Teil der Veranstaltung. Auch die Absenkung des Wahlalters bei Kommunalwahlen erntete den Applaus der Schülerinnen und Schüler. Diese Forderung konnte die Vertreterin der Grünen durch den Einsatz ihres Jokers bekräftigen und sich damit gegen die Position der AfD wenden. Auch die Trennung von Religion und schulischer Bildung, gefordert durch die Piraten, traf auf den Beifall der Jugendlichen.
Von der ersten Runde der Thesenbesprechung der Parteien wurde mit der letzten These zur Cannabisfreigabe direkt in die Diskussionsrunde mit den Jugendlichen übergeleitet. Hier fanden sich bei den Jugendlichen bereits fundierte Meinungen und Einschätzungen zur Thematik. Die Argumentation eines Schülers wurde daher auch mit dem Applaus der Übrigen quittiert.
Das fachliche und rhetorische Niveau der anwesenden Jugendlichen sowie deren intelligente Fragen und Anmerkungen überzeugten auch bei den weiteren Themen. Hier ging es um konkrete Strategien zur Bekämpfung von Altersarmut, der Finanzierung sozialer Strukturen, den genauen Plänen der Parteien zum Ausbau erneuerbarer Energien, die Absenkung des Wahlalters und die Medienbildung an Schulen. Allein in der Auflistung der diskutierten Themen zeigt sich, wie vorausschauend und politikinteressiert die heutige Runde in dieser Schule war. Die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien hatten kein leichtes Spiel: Hier waren konkrete und gut formulierte Antworten gefragt. Konnten sie diese jedoch nicht liefern, wurden sie direkt damit konfrontiert. Kritische Sätze wie „Ich sehe in Ihrer Argumentation einen Widerspruch“ oder  „Sie vertreten hier Standpunkte, die ich in ihrem vergangenen politischen Handeln nicht wiedererkenne“ flogen den Parteien ruhig vorgetragen entgegen, sodass einige manchmal ein wenig ins Straucheln kamen.
Insgesamt war die heutige Veranstaltung sehr fair und auf einem außerordentlich hohen Niveau, besonders von Seiten der Jugendlichen. Viel Fachwissen offenbarte sich im Publikum und ein großes Interesse und Engagement an der Diskussion. „Es ist spannend mal ganz konkret mit der Politik in Kontakt zu kommen“ sagt eine der Schülerinnen im Anschluss. Dann geht sie mit ihrer Mitschülerin nach vorne, um noch mit den dagebliebenen Politikern zu sprechen. Es hat sich bereits eine kleine Traube von Schülern um diese gebildet. Wie beeindruckt auch die anwesenden Politikerinnen und Politiker von den Jugendlichen waren, zeigte sich, als einer von ihnen der AfD vorschlug, bei ihrer Argumentation gegen das Wahlalter („Jugendliche sind nicht reif und gebildet genug“) doch eigentlich für einen IQ-Test zur Zulassung zur Wahl eintreten müssten: Lachen und Applaus von Seiten der Jugendlichen und Parteien. Dieser Vergleich wäre ihnen bestimmt auch gerne eingefallen.
Damit bis morgen!
Eurer Wahl-Wutz-Team des Landesjugendrings Saar

Selma Somogy