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Wahl-O-Mat in Homburg on Tour

Ein Gespräch mit Politiker_innen ist langweilig. Die Jugend interessiert sich nicht für Politik...

Diese oder ähnliche Aussagen sind oft zu hören, wenn über Politik gesprochen wird. Am Donnerstag, den 09. März, war von dieser Stimmung im Fort der DPSG Johanneum in Homburg jedoch nichts zu spüren. Im Zuge des Wahl-O-Mat on Tour haben die anwesenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen angeregt mit Politiker_innen der im Saarland zur Landtagswahl zugelassenen Parteien diskutiert. Dabei stieß vor allem ein Thema auf Interesse: Bildung im Saarland. Die Frage, ob die Abiturprüfung nach acht oder neun Jahren abgelegt werden kann, war Ausgangspunkt der Diskussion. Sowohl unter den Politiker_innen als auch unter den Jugendlichen wurden dabei unterschiedliche Meinungen vertreten. Aber warum sollte die Diskussion auf diese zwei Möglichkeiten beschränkt sein? Wäre es nicht sinnvoller, das Abitur erst nach zehn oder elf Jahren zu machen, um während der längeren Schulzeit das eigene Interessenprofil schärfen zu können? Diese Anregung aus dem Plenum stellte nur eine von verschiedenen interessanten Alternativen dar.

Im Anschluss an das Abitur möchte der Großteil der Anwesenden studieren gehen, jedoch sind die Voraussetzungen dazu im Saarland eingeschränkt. Die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel können keinen attraktiven Hochschulstandort mit einer breiten Fächerwahl gewährleisten. Ist die Konsequenz dessen, dass die Abiturient_innen aus dem Saarland wegziehen, um in anderen Bundesländern zu studieren und womöglich nach dem Studium dort bleiben?

Neben der Bildung war das Wahlrecht das bestimmende Thema des Abends. Soll das Wahlalter gesenkt werden, sodass zukünftig bereits im Alter von 16 Jahren gewählt werden darf? Warum gerade mit 16 und nicht schon mit 14 Jahren? Sind die potenziellen Wähler_innen in diesem Alter überhaupt in der Lage, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen?

In einem respektvollen aber lockeren Raum wurden solche Sorgen und Fragen offen angesprochen und ein Austausch zwischen den Jugendlichen und Politiker_innen ermöglicht. Dabei mussten die Regeln, die für den Wahl_O-Mat on Tour ausgearbeitet wurden, zu Beginn gar nicht besprochen werden. Denn anders als in vielen politischen Debatten, konnten die Anwesenden ihre Äußerungen zum Ausdruck bringen, ohne zwischenzeitlich unterbrochen oder durch Zwischenrufe gestört zu werden.
Bei vielen der zuvor genannten Fragen wurde deutlich, dass es neben den unterschiedlichen Positionen durchaus Übereinstimmungen zwischen den Parteien gibt. Dies wurde auch in der finalen Runde deutlich, in der alle Vertreter_innen der Parteien abschließend die Möglichkeit hatten, in einer Minute darzustellen, warum es sich lohnt, ihre Partei zu wählen.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung wurden die besprochenen Themen weiter diskutiert und so ein guter Abschluss einer erfolgreichen Veranstaltung gefunden.

Euer Lukas Dieckmann


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