Tag 7: DGB-Jugend Rheinland Pfalz/Saarland goes Israel 2019

Eine Delegation der DGB-Jugend Rheinland-Pfalz/Saarland besucht die Partnergewerkschaft Histadrut in Israel. Abwechselnd schreiben die Teilnehmenden über die Erlebnisse. Im Folgenden findet ihr den Bericht des siebten Tages...

Heute Morgen starteten wir um 07:45 Uhr. Auf ging’s nach Jerusalem. Um 09:10 Uhr erreichten wir Jerusalem. Ron Shatzberg hat uns empfangen, um uns mehr über die Grenzanlagen zum Westjordanland zu erzählen. Die Westbank bildet 22% des israelischen Landes. Die restlichen 78% sind israelisches Land. 2003 hat man sich auf eine neue Sicherheitslinie geeinigt, welche aber noch nicht bebaut ist. Ron erklärte uns dass man Eine Mauer errichtet, die zu 90% keine Mauer sondern ein Zaun ist. An der Mauer wird eine Signalleitung entlanggeführt, welche ein Signal an eine Station meldet. Vor diesem Zaun ist ein Sandbett gelegt in welchem man später die Spuren erkennen kann. So ist festzustellen wie viele Personen, oder ob sich ein Auto oder ein Tier am Zaun befand. In der Station können dann-wenn der Zaun berührt wurde- Kameras eingeschaltet werden, auf denen zusehen ist, was grade an der Grenzanlage passiert. Ron erzählt von der 2. Intifada. Das schlimme daran ist, dass hierbei viele Selbstmordattentäter eingesetzt wurden. Diese hatten Sprengkörper an ihren Körpern und trugen zum Teil das Gewehr AK47 bei sich. Allein 300 Palästinenser haben sich bei diesen Anschlägen selbst getötet und viele andere Menschen in den Tod gerissen.

Am Giloberg war ein Armeestützpunkt. Nachts hat man die israelische Seite des Berges beschossen. Die Bewohner*innen zogen weg, da niemand in Angst leben möchte. Heute sind die Häuser wieder bewohnt oder verkauft.

Heute ist die Mauer in Ostjerusalem zum Teil 9 Meter hoch, man lebt in Slums. Ein Passieren der Mauer ist nur bei Tag unter Erfüllung strengster Voraussetzungen möglich. In Ostjerusalem investiert Israel nur das nötigste, die Infrastruktur, die Wohnungen, es gibt keine Spielplätze, Restaurants, alles ist veraltet und heruntergekommen. Sogar die Ambulanzwagen passieren das Gebiet nur unter Aufforderung des Militärs. Vor einiger Zeit wurden sogar Mitarbeiter*innen der Ambulanz getötet als sie einer verletzen Person in Ostjerusalem helfen wollten. Als Abschluss der Tour gingen wir an den heiligen Berg. Hier hatten wir einen tollen Ausblick auf den Tempelberg und den Felsendom und die Al-Aqusa-Moschee.

Nach der Eindrucksvollen Tour ging es ans Tote Meer. Dieses liegt 400 Meter unter dem Meeresspiegel. Auf dem Weg dahin aßen wir noch gemeinsam zu Mittag. Wie bereits am Vortag angekündigt war das Essen leider nicht das Beste. Wir fuhren mit dem Bus an das Tote Meer. Bevor wir ins Wasser gingen, haben wir noch einige, sehr wichtige Informationen erhalten. Man sollte nicht planschen, sich das Wasser in die Augen reiben oder trinken. Dies ist auch dringend zu beachten (manche Besucher*innen haben schmerzhafte Erfahrungen gemacht). Nachdem alle kurz drin waren haben wir uns gegenseitig mit dem Schlamm aus dem Toten Meer eingerieben. Dieser wird nach einiger Zeit trocken. Wir haben dann den Schlamm nach dem Trocknen abgespült. Man muss sagen, dass die Haut und die Haare sich superleicht und weich anfühlen. Eine absolute Empfehlung für jede*n der Israel besucht.

Abschließend lässt sich nach diesem, wie auch nach jedem anderen Tag der Delegation sagen, dass wir das Land mit mehr Fragen als Antworten verlassen.

Laila Tov, Sebastian