KomComm - ein Medienprojekt des Jugendserver-Saar

KomComm steht für Medien- und Sozialkompetenz in Social Communities. In Schulen wird es als zweitägiges Projekt mit anschließendem Elternabend angeboten und für Jugendverbände sowohl zeitlich als auch inhaltlich zielgruppen- und bedarfsgerecht.

Erfahrt hier auch alles über weitere Aktionen unseres KomComm-Projektes. Auch bei "Stark ins Leben" oder "ACT ON! - der Kinder- und Jugendkonferenz" waren wir mit dabei.

KomComm an Schulen

KomComm ist ein zweitägiges Projekt (je 6 Schulstunden) mit anschließendem Elternabend, konzipiert für Klassenstufen 6 bis 8. Es ist ein Beispiel für ‚Aktive Medienarbeit‘ mit den Lernprinzipien Handelndes Lernen, Exemplarisches Lernen und Gruppenarbeit.

Schwerpunktthemen sind Internetkompetenz, Sozialkompetenz innerhalb und außerhalb des Internets sowie Persönlichkeits- und Urheberrecht.

Modul 1:  Medien- und Sozialkompetenz erlernen und erleben

In einem praktischen Teil wird die Internetkompetenz der SchülerInnen erweitert und soziales Verhalten im Social Web (sowie auch im „realen“ Leben) thematisiert. SchülerInnen sollen lernen, sich sicher und kompetent im Netz zu bewegen und sie sollen einen verantwortungsbewussten/reflektierten Umgang im Internet, den Social Communities (z.B. facebook, Snapchat, Instagram) und Instant Messengern wie WhatsApp lernen. Potentielle Folgen eines unachtsamen Umgangs mit den eigenen bereitgestellten Daten und den Daten anderer werden absehbar und die Chancen im Bereich Social Media können genutzt werden.

Themen:

Sicherheit

  • Passwörter
  • Firewall
  • Spam

Urheber- und Persönlichkeitsrechte

  • Umgang mit Bildern
  • Bei Bedarf: Downloads, Streaming (Tauschbörsen, Filehoster, YouTube etc.)

Social Communities

  • Umgang mit eigenen und fremden Daten
  • AGB`s
  • Womit verdienen Hersteller ihr Geld - den Datensammlern auf der Spur

Smartphone und Apps

  • Handynutzung
  • Sicherheitseinstellungen
  • Worauf muss ich bei Apps achten?
  • WhatsApp: Datenschutz, Umgang mit Daten
  • FOMO
  • Aktuelles...

(Cyber-) Mobbing

  • Was tun, wenn man selbst gemobbt wir
  • Was tun, wenn man Mobbing beobachtet? – Zivilcourage!
  • Verhaltenscodex

Modul 2: Medienkompetenz – Erlerntes im Rahmen einer Präsentation aufarbeiten

  • Erlerntes durch die Erstellung von Plakaten aufarbeiten (Kleingruppen bearbeiten je ein Thema zur Vertiefung)

Modul 3: Elternabend mit Präsentationen

  • Präsentation vor den Eltern (später auch in anderen Klassen, z.B. in Klassenstufe 5)
  • SchülerInnen als ExpertInnen beantworten Fragen der Eltern

Finanzierung:

Das Projekt KomComm ist eine Bildungsmaßnahme.

Übrigens: KomComm gibt es bereits seit 2009 und wir waren schon an vielen Schulen des Saarlandes. Hier ein kleiner Überblick seit 2015.

Etwas bisher Einmaliges haben wir im Januar 2016 mit der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel  in Völklingen erleben dürfen: drei 6er Klassen,  sechs Teamer, eine Schulsozialarbeiterin (bereits Multiplikatorin),  sechs Jugendliche aus Klassenstufe 9 – Streitschlichter-AG – als MultiplikatorInnen und zu guter Letzt waren wir noch beim „Assembly“ mit dabei. Assembly ist die Jahrgangsgemeinschaftsstunde der Klassen 5 und 6. Da gibt es Ehrungen wie zum Beispiel, dass man sich um Fairness und ein gutes Klassenklima bemüht, natürlich auch für besondere Leistungen. Und in diesem Rahmen konnten wir den 5er Klassen unser Projekt vorstellen und die geschulten Jugendlichen aus Klasse 6 präsentierten ihre Plakate und machten die 5er dabei gerade ein bisschen fit in Sachen Medienkompetenz. Das ganze wurde unterstützt von Daniela Müller, der Schulsozialarbeiterin und unseren neuen MultiplikatorInnen der Streitschlichter-AG. An dieser Stelle ein großes Lob und Dankeschön! Das gilt auch für die tolle Organisation. Die Streitschlichter-AG wurde im Vorfeld an zwei Terminen geschult und – und das war echt spitze – sie konnten das Projekt an beiden Tagen begleiten und unterstützen. Damit waren immer zwei unserer MultiplikatorInnen einer Klasse zugeteilt und „peer to peer“ ist doch immer die beste Sache!

Aber es gibt jede Menge Neues zu erzählen. Fangen wir mal damit an, dass wir jetzt noch mehr Spiele verwenden, um die Masse an Stoff an zwei Tagen in den 6er Klassen zu vermitteln. Die Jugendlichen können nun viel mehr selbst erarbeiten und das Ganze ist noch mit Spaß verbunden. Filmequiz, Kreuzworträtsel, Suchwortspiele oder auch ein Quiz wie bei „Wer Wird Millionär“ zum Thema Smartphone und Apps haben wir im Angebot. So geht das mit der Medien- und Sozialkompetenz viel leichter von der Hand.

Und schon waren wir 2017 wieder da. Und was wir da alles erlebt haben, erfahrt ihr hier in Kürze. 

„Zickenkrieg“ oder doch nur „Meister-Plakate“?

Bereits seit drei Jahren steht der Januar immer im Zeichen von KomComm an der GemS Sonnenhügel in Völklingen. Tatsächlich besteht die Kooperation ja schon viel länger, nämlich bereits seit 2010?. Dieses Mal - 2017 - waren es allerdings nicht nur drei 6er-Klassen, die in Sachen Medien fit gemacht werden wollten, sondern gleich vier. Organisatorisch eine Herausforderung? Nicht, wenn man die Geheimwaffe Daniela Müller, Schulsozialarbeiterin und langjährige Multiplikatorin des Projektes im Boot hat. Und nicht zu vergessen natürlich unser mittlerweile perfekt eingespieltes Team. Und da war dann noch was: unsere fünf MultiplikatorInnen der Klassenstufe 10 aus der Streit-Schlichter-AG. Vielleicht erinnern sich einige von euch noch, sie wurden bereits im letzten Jahr geschult und waren an beiden Tagen voll mit im Einsatz. Von daher auch für sie ein Leichtes.
Sieben TeamerInnen, eine Schulsozialarbeiterin und fünf StreitschlichterInnen zogen damit los, um Urheber- und Persönlichkeitsrechte, Datenschutz, (Cyber-) Mobbing sowie Risiken und Nebenwirkungen von Social Communities, Messengern und anderen Apps an den Mann zu bringen. Und das Ganze doch bitte mit ein bisschen Spaß für die Kids, denn sie sollen ja auch keine Panik kriegen, sondern sich sicher und verantwortungsvoll im Netz bewegen.
Los ging es. Und so viele Fragen… In jeder Klasse: so viele Fragen… Wie die alle in nur zwei Tagen beantworten? Facebook, Instagram, Snapchat, Musical.ly, WhatsApp, alles wurde von fast allen genutzt. Nur einige wenige hatten kein Smartphone oder keinen Internetzugang. Und damit waren 95% der Kids online – und das nicht selten.
Es war eine Erfahrung für uns alle. Zu erleben, dass alle Communities und Messenger auf dem Smartphone in Gebrauch sind, der Umgang damit ganz selbstverständlich ist, aber so viele Fragen dazu bisher unbeantwortet sind. Und da staunten die Kids nicht schlecht: „Facebook, Instagram und WhatsApp haben die Rechte an meinen Bildern? Aber wenn ich das doch gar nicht will?“ Ja, ihr Lieben, dann dürft ihr es euch nicht herunterladen. Leider ist das so… Verblüfft waren sie auch, als es hieß, dass man die Bilder, die im Netz sind und bei der Google-Bildersuche erscheinen, nicht einfach so auf ihren Profilen veröffentlicht werden dürfen. Da lernten sie dann auch das Urheber- und natürlich auch das Persönlichkeitsrecht kennen.
Ein anstrengendes Projekt, für alle, besonders für die Kids. Dieses Projekt hat uns deutlich gezeigt, was auch überall in der Literatur zu finden ist und in vielen Studien sichtbar wird. Die Kids wachsen damit auf und gehen selbstverständlich mit den verschiedenen Medien um. Und sie werden deshalb von den Eltern oft als medienkompetent angesehen, weil sie das ja alles so intuitiv machen im Gegensatz zu den Erwachsenen. Aber das Problem ist dennoch vorhanden: Wie sich sicher im Netz bewegen? Wie gehe ich verantwortungsvoll mit meinen Daten und den Daten anderer um? Wie viel und was kann ich im Netz von mir preisgeben, ohne mich dabei in Gefahr zu bringen? Wie reagiere ich auf Hetze im Netz – wie kann ich jemanden melden? All dies waren Fragen, denen wir uns gestellt haben. Aber wir sind guter Dinge, die Kids medienkompetent gemacht zu haben, denn am Elternabend haben sie ihre ExpertInnen-Rolle vorbildlich eingenommen.
Aber vorher ging es noch mal richtig zur Sache: Die Plakate sollten doch für die Eltern perfekt sein. Und da gab es dann kleine Zankereien, was wir oben „Zickenkrieg“ genannt haben. Jeder wollte das schönste Bild der verschiedenen Apps malen, am schönsten Schreiben oder den Text am besten verfassen. Aber es war viel Spaß dabei, nicht wirklich ernst gemeinter „Zickereien“. Es war schön zu sehen, wie viel Mühe sie in ihre Plakate steckten. 
Zahlreich waren sie am Elternabend erschienen: Kids, Eltern, LehrerInnen und wir natürlich. Es war ein gemeinsamer Elternabend für alle 6er-Klassen. Somit war klar, dass leider nicht alle Gruppen aus jeder Klasse ihre Plakate bzw. Ergebnisse vorstellen können. Das ist natürlich immer sehr schade, aber für manche auch ganz gut, gerade wenn sie nicht vor so einem großen Publikum auftreten wollen. Aber nicht dieses Mal. Im Vorfeld war abgesprochen, welche Gruppe aus welcher Klasse welches Thema vorstellt. Und fast alle wollten vorstellen. Also, was tun? Nun, vielleicht erst einmal abwarten, wer überhaupt abends denn tatsächlich dann auch am Elternabend ist. Wie eben schon gesagt, fast alle. Gut, damit war klar, manche Themen sind dann eben zwei- oder dreimal hintereinander dran. Aber jede ExpertInnen-Gruppe ist ja auch ganz anders an die Sache rangegangen und somit hatten wir viele verschiedene Aspekte der einzelnen Themen beleuchtet. 
Und dann passierte das. Wir vergaßen eine Gruppe, die unbedingt vorstellen wollte. Als wir darauf aufmerksam gemacht wurden, lief allerdings der Elternabend zur anstehenden Klassenfahrt bereits weiter. Aber wer in diese enttäuschten Gesichter reingeschaut hat, der wusste, dass man das so nicht stehen lassen konnte. Also, Elternabend für die Klassenfahrt direkt mal unterbrechen und die Gruppe ihr Plakat vorstellen lassen. Und was sollen wir euch sagen? Da hätten alle ganz schön was verpasst, wenn sie die ExpertInnen-Gruppe zum Thema (Cyber-) Mobbing und Zivilcourage nicht gehört hätten. Toll gemacht. 
Schon unglaublich. Wie stolz sie waren und darauf versessen, ihren Eltern und auch Geschwistern zu zeigen, was sie an den zwei Tagen bezüglich der verschiedenen Internetdienste gelernt haben. Nach dem Motto: „Ich weiß was, was ihr nicht wisst…“ „Und stellt euch vor…“
So war das 2017 an der GemS Sonnenhügel.
 

Von Hitze und MultiplikatorInnen

Was war so besonders an diesem Projekt? Dass wir, fünf Teamer,  gleich 133 SchülerInnen in Sachen Medienkompetenz fit gemacht haben. Von diesen 133 Jugendlichen waren 17 bereits in Klassenstufe 11. Genau, viel älter als unsere Jugendlichen im Projekt normalerweise sind – zwischen 11 und 14 Jahren. Aber sie hatten ja auch einen Spezialauftrag, sie sollten MultiplikatorInnen für KomComm werden. Und das taten sie auch. Im Vorfeld wurden sie von uns geschult. Sämtliche Inhalte und Methoden wurden ihnen vorgestellt. Da sie nicht zwei Tage Zeit hatten, sondern nur ein paar Stunden im Wahlfach im Bereich Medien, lag noch ein wenig Arbeit vor ihnen: Lernen war angesagt. Und wie wir das während des Projektes sehen konnten, hatten sie dies auch fleißig getan. Über 100 SchülerInnen wurden nun gemeinsam mit uns – aufgeteilt in Gruppen – über Chancen, aber auch Risiken im WWW aufgeklärt. Sicher und verantwortungsbewusst im Netz unterwegs sein, das Motto der beiden Tage am Gymnasium am Rotenbühl: Sichere Passwörter erstellen und testen, Umgang mit Fotos/Videos, Umgang mit eigenen und fremden Daten, mein Profil in der Öffentlichkeit, Smartphone – der Alleskönner,  Handyetikette, AGBs und Nutzungsbedingungen, Apps und ihre Zugriffsrechte, WhatsApp – Verschlüsselung oder „Schau nicht weg!“ sind nur einige wenige Stichworte aus den Inhalten des Projektes.

War es bis vor ca. 2 Jahren  noch Facebook, das alle Eltern und LehrerInnen aufschrecken lies, wenn mal wieder eine Schülerin oder ein Schüler zu viel von sich preisgegeben hat, ist es heute WhatsApp. Bei Instagram sind die Jugendlichen zwar auch fast alle angemeldet, aber WhatsApp ist doch das Mittel mit dem hauptsächlich untereinander kommuniziert wird bzw. mit dem Bilder und Videos verschickt werden. Auch erinnern wir uns, dass wir meist in Klassenstufe 7 unser Projekt durchgeführt haben, mittlerweile werden wir für Anfang Klasse 6 angefragt und das liegt mit Sicherheit auch ein Stück weit an WhatsApp und damit an der Tatsache, dass fast alle Jugendlichen ein Smartphone und in der Regel auch eines mit Internetzugang besitzen. Aber mal ehrlich, würden wir darauf verzichten wollen? Dann die Jugendlichen bestimmt auch nicht. Sicher und verantwortungsvoll damit umgehen können, eine spannende Aufgabe, gerade vor dem Hintergrund ständig neuer Phänomene. 

Ein tolles Projekt und einen großen Dank an die MultiplikatorInnen, die das Projekt in diesen beiden Tagen unterstützt haben und die Inhalte auch künftig, zumindest bis zum Abitur, in ihrer Schule weitergeben. Einen Dank auch an Frau Becker, die dieses „Mammutprojekt“ im Vorfeld und auch währenddessen koordiniert hat und ihre SchülerInnen im Wahlpflichtfach bereits medienkompetent gemacht hat. Wir aus dem Team hatten spannende Tage am Gymnasium am Rotenbühl und ein bisschen Spaß war natürlich auch dabei. 

Von Peer to Peer, Sportschuhen und Medienkompetenz

Auch 2016 wurden MultiplikatorInnen am Gymnasium am Rotenbühl ausgebildet. Und wir konnten die Ausbildung vom letzten Jahr noch steigern. Und damit meinen wir nicht quantitativ, sondern qualitativ. Insgesamt 16 SchülerInnen nahmen an der Schulung im Vorfeld teil, bereiteten sich auf die Inhalte vor und schulten gemeinsam mit dem Team vom Jugendserver fünf 6er Klassen parallel. Jeweils drei MulitplikatorInnen waren an beiden Tagen einer Klasse zugeteilt und begleiteten sie dabei bei allen Inhalten. Sie übernahmen sogar ganze Module. Und von wem nehmen die Kids aus Klasse 6 mehr an als von Jugendlichen aus höheren Klassen. So stellten unsere MultiplikatorInnen die Wichtigkeit sicherer Passwörter heraus oder auch den verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Daten bei Instagram, Snapchat, Musical.ly und Co. Wie immer waren WhatsApp und die verschiedenen Apps in den Stores ein heißes Thema: Wie schütze ich mich vor Viren? Woher weiß ich, welche Daten meine neue App sammelt und was damit passiert? Ist bei der App TomCat tatsächlich eine Kamera integriert, die mich beobachtet? Was hat es mit den Kettenbriefen auf sich – Wer macht sowas? Und viele weitere brisante Fragen wurden von den wissbegierigen Kids an uns gestellt.

Für alle war dieses Projekt eine Herausforderung, insbesondere im organisatorischen Bereich. Fünf Klassen parallel verteilt auf das ganze Schulhaus. Da half nur noch der WhatsApp Gruppenchat, um Pleiten, Pech und Pannen sofort beheben zu können. Und ein Glück ist die Entscheidung am Morgen auf  Sportschuhe gefallen. So konnte schnell von Klassensaal zu Klassensaal gesprungen werden. Was alles passiert ist? Eigentlich gar nichts. Da wir aber sooo viel Materialien mitbringen, kommt es einfach vor, dass man das ein oder andere nicht findet - oder es einfach im Klassensaal des anderen Teams gelandet ist. Stationen- und andere Gruppenarbeiten machen sehr viel Spaß, bringen aber natürlich auch vermehrt Material  -  was richtig verteilt sein will - und „Materialschleppen“ mit sich. Aber dafür haben wir ja starke Frauen und Männer im Gepäck.  So hat das Team alles gemeistert gemeinsam mit der Organisation vor Ort und unseren MultiplikatorInnen. Es gab keine nennenswerten Pannen. 

Anstrengend war es natürlich, aber es hat Spaß gemacht und sich gelohnt. Auch der Elternabend war gut besucht. Es war eine gemeinsame Veranstaltung mit allen SchülerInnen, Eltern, MultiplikatorInnen und dem Orga-Team. Jeweils eine Gruppe aus einer Klasse stellte ein Thema als ExpertInnen vor. Und stellt euch vor, sie haben dies so gut gemacht, dass keine Frage von den Eltern mehr kam. Wow! Ganz toll gemacht. Beim Thema Cyber-Mobbing war der Andrang unserer ExpertInnen so groß, dass gleich zwei Gruppen vortrugen und ihre Plakate vorstellten. Ein wichtiges Thema für Sie, der Kampf gegen Cyber-Mobbing.

Der Juli 2015 stand ganz im Zeichen von KomComm. Aber in Saarlouis sind wir es etwas entspannter angegangen: Zwei  Teamer, eine 7er Klasse und der Klassenlehrer. Und da in den zwei Wochen, die zwischen unserem anderen Projekt gelegen haben, keine neuen Phänomene entstanden waren, hatten wir natürlich auch die gleichen Inhalte. Und da es nur eine Klasse war, kam diese in den Genuss des Computersaals. Nur wenige mussten sich einen PC teilen, und wenn, machten sie es gerne. Und wir Teamer konnten uns einen Überblick verschaffen, wo sich die Jugendlichen im Netz aufhalten. Denn als frei surfen hieß, war die Freude groß. Instagram, Facebook, YouTube war angesagt in der Klasse und die ersten Nachrichten wurden ausgetauscht, Trailer von PC-Spielen und vieles mehr.  Nicht zu vergessen die allseits beliebte Seite „Spieleaffe“. Und was man da alles spielen kann: Style dein Kätzchen, Eisprinzessin stylen, Kopfball EM, Bunny Run, Pet Pop Party, Fußballgolf und und und … Beliebt war auch die Google Suche. Jungs haben nach Autos gesucht und die Mädels? Klar, süße Kätzchen, Hunde, Hasen und Pferde.


Und dann ging das normale Programm los. Auch diese Klasse war mit Eifer dabei. Davon konnten sich am Elternabend auch die Eltern überzeugen. Nicht nur, dass sie tolle Plakate kreiert hatten, sondern auch ihre Präsentationen waren klasse. Ganz souverän, als würden sie nichts anderes machen, standen sie vor ihren Eltern und gaben ihr Wissen weiter. Ein tolles Projekt mit einer tollen Klasse und einem Klassenlehrer, der sich um alles kümmerte, das Projekt an beiden Tagen begleitete und uns mit leckeren Kaffeestückchen versorgt hat.


Was war noch besonders? Wir haben tolle Fotos!

Man sagt jetzt übrigens Insta

Im September 2017 waren es dieses Mal drei 7er-Klassen. Mit jeder Menge Vorwissen kamen um die 70 SchülerInnen motiviert und engagiert in unser KomComm-Projekt.
Was waren die besonderen Themen? Snapchat, Instagram und Musical.ly. Da waren doch viele Inhalte unbekannt. So war wenigen klar, dass es einen Unterschied zwischen der Altersempfehlung und der Altersbeschränkung in den Nutzungsbedingungen gibt. Aber das ist doch auch klar. Denn immer noch: Wer liest schon die AGBs? Und dann noch in englischer Sprache? Gerade Jugendliche lesen schnell mal die Bewertungen und schauen auf die Altersempfehlung USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Hier wird beispielsweise die App „Crazy Chicken“ (eine Moorhuhn-Spiel) für das Smartphone ab 0 Jahren empfohlen. Das Spiel selbst mag vielleicht unbedenklich sein, aber es enthält jede Menge Werbung… Mehr brauchen wir dazu nicht zu sagen.
WhatsApp wird ab von der USK ab 0 Jahren „empfohlen“. Laut Nutzungsbedingungen dürfen die App erst Jugendliche ab 13 Jahren nutzen. Nun, wer kontrolliert es? Häkchen gesetzt und schon ist die App auf dem Smartphone. Datenschutztechnisch schon bedenklich, die Nutzung ab 0 Jahren zu empfehlen. Aber wie gesagt, bei der Empfehlung geht es um die Inhalte und nicht um den Datenschutz. Daher kann dann schon solch eine Schere entstehen, aber die Jugendlichen schauen halt erst mal auf die USK.
Und so ist es auch bei Insta, Snapchat und Musical.ly. So wurden Snapchat und Insta bei der Nutzung auf 12 Jahre geschätzt und Musical.ly sogar auf 0 Jahren. Tatsächlich liegt die Altersfreigabe laut AGB ab 13 Jahren. Worüber gerade hier in Deutschland heftig diskutiert wird, ob die Altersfreigabe nicht eigentlich ab 16 liegen müsste, eben wegen des Datenschutzes. Auch die Jugendlichen staunten nicht schlecht, was die da alle dürfen. So darf bei der App Musical.ly auf einem Live-Event die gerade geschossenen Selfies nutzen und die Bilder veröffentlichen zum Event. Vorausgesetzt, man hat das GPS an. Aber wer weiß denn sowas, wenn die AGB noch dazu auf Englisch ist? Außerdem ist es für Musical.ly nicht vorgesehen, seinen Account löschen zu können. D.h. auch wenn der Account zwar deaktiviert werden kann, hat Musical.ly immer noch Zugriff auf die Daten. Auch gibt es keine Filterung von jugendgefährdenden Inhalten.
Bei den Sozialen Netzwerken haben die Jugendlichen auf jeden Fall viel mitgenommen und werden in Zukunft sicherlich mehr darüber nachdenken, was sie denn gerade herunterladen und einen Blick in Zusammenfassung von den AGBs werfen. Diese gibt es z.B. auf chip.de. Denn sie sollen ihre Apps ja nicht mehr nicht nutzen, sondern vielmehr wissen, mit den Datenschutzproblemen umzugehen - wie einfach mal das GPS abschalten.
Was man nicht von sich preisgeben sollte, da waren sie schon gut informiert, und man konnte daher auf andere Dinge eingehen, wie eben diese eben dargestellten Feinheiten der einzelnen Apps.
Ansonsten waren die Themen Passwort, Rechte im Netz und auch Cyber-Mobbing natürlich Thema sowie die Sicherheit des Smartphone. Wie kann ich mein Smartphone vor fremden Zugriff schützen? Wie kann ich mein Smartphone vor Viren schützen? Und vieles mehr waren hier die Fragen.  
Und am meisten Spaß gemacht haben wie immer unsere kleinen Quizze: vom WhatsApp-Film-Quiz über Jeopardy bis hin zu Wer-Wird-Online-Champion (im Stil von WWM).

 

 

 

Nachhaltigkeit und purer Luxus im Jahr 2016

Nachhaltigkeit und purer Luxus, geht nicht? Doch! Das Willi-Graf-Gymnasium hat es gezeigt.
Beginnen wir mal mit dem Luxus: Nein, es gab kein Kaviar oder sonstige Schlemmereien für uns Teamer – sondern etwas ganz existenzielles für ein Medienprojekt: drei Computersäle, geblockt für unser Projekt. Und zwei ganze Tage. Doch wie nun Gruppenarbeiten in Computersälen durchführen?  Auch gar kein Problem. Wechsel in die Klassensäle – ebenfalls geblockt für uns. Das kann natürlich nicht jede Schule leisten, das ist doch selbstverständlich. Umso mehr haben wir  und die SchülerInnen es genossen. Recherchieren, „sich selbst“ mal googlen, Passwörter testen: alles war möglich.
Da sind wir wieder bei den Themen. Für unsere neuen Leser: Passwörter (Wie schütze ich meine Accounts?), Urheber- und Persönlichkeitsrechte, Social Communities, Smartphone und Apps – WhatsApp (Wie bewege ich mich sicher und verantwortungsvoll im Netz?) und Cyber-Mobbing (Was kann ich tun, wenn ich betroffen bin? /Wie zeige ich Zivilcourage?). Inhalte wie YouTube, Streaming und Downloads sind dabei auch wichtige Themen…

Nachhaltigkeit: Spätestens ab jetzt  kennen die SchülerInnen der Klassen ihre Rechte im Netz! Sie wissen, was in den AGBs von Facebook oder WhatsApp steht. Und das hatte dann auch Konsequenzen für uns: Wir durften nämlich leider keine Fotos vom Projekt am Willi-Graf-Gymnasium bei Facebook und Co. Veröffentlichen - denn die Nutzungsrechte der Bilder wollten die SchülerInnen dann natürlich nicht an Facebook abtreten. Aber, wir haben uns da was überlegt – erfahrt ihr auch gleich hier im Offline. Beschweren dürfen wir uns über die Entscheidung auch nicht, denn das bedeutet ja ganz offensichtlich, dass das Projekt nachhaltig war.

Drei Klassen parallel, sechs TeamerInnen und eine super Organisation vor Ort. Und dazu hatten wir sogar noch viel Spaß mit den Kindern und Jugendlichen. Sie waren sehr interessiert, haben tolle Plakate gestaltet und ihren Eltern mal so richtig gezeigt, wie medienkompetent sie sind. Die Elternabende fanden nicht gemeinsam statt, sodass alle Kids die Möglichkeit hatten, ihr Wissen und ihre kreativen Ergebnisse vorzustellen. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht. Danke! 

Eins geht noch vor der Sommerpause 2017...

Und wieder waren wir am Einsatzort Willi-Graf-Gymnasium. Und natürlich wie immer drei Klassen parallel. So starteten wir – sechs TeamerInnen – an einem unfassbar heißen Tag mit über 30 Grad ins Projekt.
In drei Computersälen wurden fast 90 Kids zu den Themen Passwort, Rechte im Netz, Social Communities (Instagram, Snapchat und Musical.ly), Smartphone & Apps, WhatsApp und Cybermobbing geschult.
Jura hätte man studiert haben müssen, um die Fragen der Kids beantworten zu können, aber selbst dann hätte man wahrscheinlich nicht alles gewusst bzw. mit Sicherheit sagen können. Denn es gibt immer noch zu viele Grauzonen im Bereich der Rechte im Netz. Aber ist ja klar, für die Kids ist das Internet selbstverständlich, sie sind damit geboren, aber unser Recht eben nicht. Für dies ist das www noch neu. Da müssen in manchen Bereichen erst einmal Urteile gesprochen werden, an denen man sich dann orientieren kann. Aber generell haben wir uns gut geschlagen, auch wenn wir bei dem spezifischen Fall des Cousins vielleicht nicht „Recht sprechen konnten“ ;-). Wichtig war uns aber, und das ist bei den Kids auf jeden Fall hängen geblieben, sich immer mal in die Lage des anderen zu versetzen. Wollte man selbst, dass dieses Bild von veröffentlicht wird? Gemeint sind solche Bilder, die einen nicht unbedingt so gut ablichten, wenn man z.B. gerade in ein Brötchen beißt und die Backen voll hat - auch wenn man vorher die Zustimmung gegeben hat, dass Bilder von der Geburtstagsfeier auf Instagram landen dürfen. Das haben sie auf jeden Fall gut angenommen.
Genau so war es auch beim Thema Cybermobbing. Viel Verständnis und die Sorge um Kinder und Jugendlichen, denen so etwas passiert. Für andere einstehen und Hilfe organisieren, eben Zivilcourage zeigen. Darauf kommt es an.
Spannende Tage waren es auf jeden Fall. Ganz toll war natürlich wieder, dass wir wie im Projekt an der Willi-Graf-Realschule drei Computersäle und drei Klassenräume zur Verfügung stehen hatten. Das ist schon wirklich purer Luxus. Und das angenehme daran war, – neben der Tatsache, dass ein Medienprojekt im Computerraum mehr Wirkung zeigt als ohne technische Medien – dass wir in den Räumen bei der großen Hitze nicht geschwitzt haben, sondern mit angenehmen Temperaturen arbeiten konnten. Für die Gruppenarbeiten hat es sich natürlich empfohlen, in die frei stehenden Klassenräume zu gehen. Das war hart für die Kids. 33 Grad waren es draußen und ab der vierten Stunde dann schon sehr schwer zu ertragen. Aber sie haben es mit Bravour gemeistert. Tolle Plakate sind entstanden und ihr Wissen hat die Eltern und uns am Abend überzeugt.
Und jetzt heißt es für uns: Sommerpause! Im September geht es weiter, da wartet schon das nächste Projekt auf uns…

Aber ein Logo vom FCB geht doch als Profilbild - oder?

Mai 2017: drei Klassen, sechs TeamerInnen, drei Computersäle, drei Klassensäle und jede Menge wissbegierige Kids. Der inhaltliche Schwerpunkt bei diesem Projekt lag auf den Rechten im Netz. Gerade die Urheberrechte machte den Kindern und Jugendlichen viel Sorgen. Besonders weil sie entsetzt waren, dass sie ja unwissentlich bereits viele missachtet haben. Ein Logo vom FCB darf ich also gar nicht einfach so als Profilbild verwenden, auch wenn es bereits tausendmal schon im Netz zu finden ist. Die Google-Bildersuche ist also nichts, wo ich einfach mal schnell ein tolles Bild für mein Profil auswählen kann. Doch zum Glück gibt es ja viele Bilder, die mit dem Zeichen CC versehen sind, die ich dann benutzen kann, wenn ich alle Bedingungen beachte. Was das ist? Creative Commons: Freie Inhalte. Viele Künstler und Fotografen sind mittlerweile so nett, ihre Werke anderen zur Verfügung zu stellen, ohne dabei Geld zu verlangen oder ohne dass man erst mal lange nachfragen muss. Und Werke mit der Creative Commons Zero – Lizenz, wie man sie z.B. bei pixabay.com findet, kann man einfach herunterladen und sogar verändern. Und man muss nichts beachten: keine Namensnennung etc. Das fanden die Kids schon toll. Denn es gibt auch jede Menge freie Musik. Dreht man mal ein Video und will Musik hinterlegen, kann man diese dazu verwenden.
Alternativen für WhatsApp wurden nachgefragt. Denn die Datenschutzbedingungen und die Tatsache, dass WhatsApp zu Facebook gehört, beunruhigt gerade die Erwachsenen. Da gibt es natürlich andere Messenger: Threema, Telegram, Signal etc. Datenschutztechnisch kann da auch nur Threema punkten, alle anderen haben auch so ihre Lücken und Mängel. Aber das Problem bei der Sache, den Kids ist es egal, sie sind in WhatsApp, weil alle dort sind. Wäre ein spannendes Projekt, wenn eine ganze Klasse zu einem anderen Messenger wechselt. Wechselt dann vielleicht auch der andere Freundeskreis? Die Parallelklasse? Die ganze Schule? …

Lehrerin wird Multiplikatorin

Wir haben eine neue Multiplikatorin bei KomComm, die Lehrerin Karin Haffner-Liedtke. Und sie hat noch dazu alles organisiert, für alle drei Klassen!!! Säle, Ausstattung, Schokolade für zwischendurch und und und. Vielen Dank für dein Engagement! Und sie hatte noch eine weitere Lehrerin zur Ausbildung als Multiplikatorin mitgebracht. Damit konnte es losgehen.

Drei 6er Klassen parallel, fünf TeamerInnen und zwei MultiplikatorInnen. Und die Kids wollten alles ganz genau wissen, von der App Talking Angela über schlimme Kettenbriefe via WhatsApp bis hin zu illegalen Downloads. Das war doch eine gute Grundlage für den Elternabend. Und es war volles Haus in allen drei Klassen. Da haben sie dann plötzlich ganz schön geschwitzt. Aber sie haben das gemeistert.

Ein gemütliches Projekt, denn wir hatten zur Abwechslung mal nur zwei 6er Klassen im April. Und die Kids waren schon richtig fit. Viele Inhalte haben sie nicht erst zum ersten Mal gehört. Da konnte man gut auf dem vorhandenen Wissen aufbauen und mal richtig ins Detail gehen. Und worum drehen sich die Fragen mittlerweile? Rechte sind immer ein Thema, WhatsApp selbstverständlich auch, aber Snapchat und musical.ly sind die Themen Nummer 1. Wir sind jetzt schon gespannt, welches Netzwerk wir in den nächsten Projekten vielleicht neu miteinbringen müssen. Noch ist nichts Neues in Sicht. Auch musical.ly ist nicht an jeder Schule bzw. in jeder Stadt so nachgefragt, Hier war es auch eher Snapchat und Instagram, nur einige wenige hatten noch musicyl.ly oder überhaupt musical.ly. YouTube als Dauerbrenner müssen wir gar nicht mehr erwähnen. Gronkh, YTITTI, Bibis Beauty Palace und vieles mehr sind bei den Kids hoch im Kurs.   

…oder WerWirdOnline-Champion

Im März 2016 waren wir am Deutsch-Französischen-Gymnasium in drei 6er Klassen unterwegs. Ein sehr schönes Projekt mit tollen Ergebnissen. Der Elternabend war sehr gut besucht und die Jugendlichen haben ihre Plakate mit Stolz präsentieren können. Erstmalig kam hier unsere Stationenarbeit zum Thema Smartphone und Apps zum Einsatz. Und es hat alles ganz toll funktioniert und die Kinder und Jugendlichen hatten sogar viel Spaß dabei.

Vor allem WerWirdOnline-Champion war ein voller Erfolg. Wer es bis zur „Millionenfrage“ geschafft hat, bekam ein Feuerwerk – natürlich nur auf dem PC. Und nicht nur eine Gruppe hat dies geschafft. Super Mädels und Jungs. Ihr hattet bereits viel Vorwissen.

 

 

KomComm in Jugendverbänden

Zur Zielgruppe gehören insbesondere Kinder und Jugendliche der Jugendverbände. Zur Förderung der Medienkompetenz bietet der Jugendserver-Saar daher Workshops zu vielen verschiedenen Themenbereichen an.

Und das sind unsere Themen:

  • Sicherheit im Internet
  • Umgang mit eigenen/fremden Daten und Schutz der eigenen Daten in social communities
  • den Datemnsammlern auf der Spur
  • Smartphone und Apps
  • Cyber-/Mobbing und Zivilcourage
  • Fake-Identities
  • Strategien gegen Rechtspopulismus im Netz 
  • und vieles mehr...

Ihr seht, wir sind da sehr flexibel. Die einzelnen Module werden für Workshops zielgruppengerecht angepasst. Die Angebote erfolgen jeweils themen- und bedarfsorientiert. Ihr habt ein Anliegen bzw. ein bestimmtes Thema in eurer Jugendgruppe? Dann fragt doch einfach bei uns nach.

Wir schulen auch JugendleiterInnen in diesen Bereichen, sodass sie diese Themen selbständig in ihren Jugendgruppen durchführen können.

Nachfolgend ein kleiner Überblick über unsere Aktionen in den Jugendverbänden.

Von Masken und Fake-Identities

Dieses Mal waren wir bei der aej saar in Schwalbach. Unser spannendes Thema: Fake Identities.
Worum ging es jetzt in unserem Workshop? Fake Identities können genutzt werden als Zweit-Account, wenn man zum Beispiel einen für die Öffentlichkeit hat und einen anderen nur für Freunde. Bei Instagram machen dies viele Jugendliche. Einen echten haben sie dann tatsächlich nur für eine kleine Anzahl Freunde, mit denen sie ihre Erlebnisse teilen.

Wozu kann man aber Fake-Accounts noch nutzen? Leider um zu betrügen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie versuchen Kontakt mit dir aufzunehmen unter falschen Angaben des Alters und ihrer Interessen. Dies funktioniert besonders gut bei öffentlichen Profilen, da sie dort die Interessen und persönlichen Angaben einsehen können und ihr Fake-Profil dementsprechend anpassen, sodass man einen gemeinsamen Gesprächsstoff hat. Gerade bei Fake-Identities mit Cartoons als Profilbildern wissen die Kids nicht, wer dahintersteckt und man glaubt, dass derjenige, der sie da gerade anschreibt, bei einem auf der Schule ist und neulich auf dem gleichen Konzert war wie sie/er… Und schon ist der Kontakt da und man lernt sich „besser kennen“. Eine andere Variante ist, dass der Betrüger eine Kopie eines Profils erstellt. Dies funktioniert nur bei öffentlichen Profilen, bei denen man die Profile der Freunde einsehen kann. Eines wird kopiert. Hiermit verschicken die Betrüger jetzt eine Freundschaftsanfrage. In der Regel wundert man sich erst einmal nicht, vielleicht hat man ja vergessen, dass man eigentlich schon befreundet ist oder der Freund hat sich ein neues Profil angelegt. Bei beiden Varianten wird nun versucht, Schadware zu verbreiten oder Geld zu ergaunern. Schadware ist einfach. Man lässt dem „Freund“ einen Link zukommen mit angeblich interessantem Inhalt und schon ist es passiert. Geld ergattern ist ein bisschen schwerer. Auch hier gibt es wieder Varianten. Zwei haben wir den Kids vorgestellt.

Ist es eine geklaute Identity, also angeblich schon länger ein Freund, wird oft mit der Masche gefahren, der Geldbeutel wurde verloren und man traut nicht, es den Eltern zu sagen. Daher brauche man nun Geld, ca. 50 Euro für einen neuen Ausweis etc. Es geht meist um erschwingliche Summen, damit es auch glaubwürdig bleibt, denn natürlich haben Jugendliche nicht so viel Bargeld. Eine weitere Masche ist per Code über das Smartphone an Geld heranzukommen. Am Ende des Monats mit der Abrechnung der Handykosten kommt dann die große Überraschung.

Wie funktioniert der Identitätsdiebstahl per Code aber eigentlich? Das könnt ihr hier nachlesen.

Über viele Themen wurde gesprochen. Wir haben auch Tipps gegeben, woran man solche Fake-Profile erkennen kann: Rechtschreibfehler, fast nie Status-Updates, attraktive Fotos (wie in gekauften Bilderrahmen) usw. Es hat uns viel Spaß gemacht, besonders der Anfang mit den Masken. Hier durfte ein Teil der Kids mit Masken mal lügen was das Zeugs herhält. Und die anderen mussten sich überlegen, ob sie das alles einem Fremden glauben können.  

Fit für`s Netz mit Brettspielen

Im Workshop „Freundschaften im Netz“ bei der aej saar in Neunkirchen haben wir uns mal was getraut: ein Brettspiel! Genau, richtig gehört: keine App, kein Controller, kein Multi-Player-Modus. Ein einfaches Brettspiel mit Würfel, Figuren und Ereigniskarten. Viele fragen sich jetzt sicher, ob das Sinn macht, wenn es um Medienkompetenz geht. Ja, wir erklären auch, warum.  

Ziel des Workshops war es, die Begriffe Freunde und Freundschaften im „realen Leben“ und im Internet sowie die unterschiedlichen Formen der Kommunikation darzustellen. Denn Instagram, WhatsApp & Co bieten neue Möglichkeiten der Kommunikation. Weit entfernte Freundschaften können aufgefrischt, neue Freundschaften geknüpft und bereits bestehende Freundschaften können schnell und unkompliziert gepflegt werden.

Beim Offline-Brettspiel „Startspiel“ werden die gängigen Kommunikationsplattformen im Internet aufgegriffen, um die verschiedenen Formen der Kommunikation für die Jugendlichen erlebbar zu machen. Es können Accounts angelegt werden und darin Videos gepostet, Messages verschickt oder auch Bilder geteilt werden. Innerhalb dieser Aktionen gewinnen die Jugendlichen FreundInnen in den sozialen Netzwerken, können diese aber auch durch „unbedachte“ Veröffentlichungen wieder verlieren. Genau wie die heutigen YouTube-Stars haben sie auch die Möglichkeit, Geld bei ihren Online-Aktionen zu gewinnen. Wenn sie jedoch Urheberrechtsverletzungen begehen, müssen sie auch Strafe zahlen. Sie können sich sogar untereinander befreunden, wenn sie denn auf die richtigen Felder kommen. Jetzt teilt man sich auf den Plattformen, auf denen man befreundet ist, die FreundInnen. Leider muss man aber auch verlorene Freundschaften teilen. Aber: wer nicht wagt… Das Spiel vermittelt einen guten Eindruck darüber, wie Freundschaften im Netz „funktionieren“ und welche Chancen und Risiken das Netz birgt.

Sieger des Spiels ist, wer am Ende die meiste Kohle besitzt: Jede Freundschaft wird hier im Spiel in Geld umgerechnet. So spielt es demnach auch eine Rolle, wie viele FreundInnen man hat. Viele Freundschaften und viel Geld, darauf kommt es hier an ;-)  
Nach dem Spiel erfolgte natürlich eine kurze Reflexionsrunde, in der die Inhalte des Spiels auf den Alltag der Jugendlichen übertragen wurden. Da wir ein bisschen zeitlich überzogen haben, was ja letztendlich bedeutet, dass es unseren Teilnehmerinnen Spaß gemacht hat, konnten wir die vielen Fragen, die wir noch an die Jugendlichen hatten, gar nicht mehr loswerden. Aber das hat ihnen mit Sicherheit nichts ausgemacht.  

Und da wären wir auch schon bei unseren Spielerinnen: 
Unseren vier Mädels hat es Spaß gemacht und uns natürlich auch. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten durch die zunächst kompliziert anmutenden Spielregeln, kamen die Jugendlichen schnell in den Spielfluss und wurden zu Regelexpertinnen. Während Marco die Regeln erklärte und Xenia den Überblick über das Spiel behielt (schummeln ging also hier gar nicht), durften Carmen und ich, Nicole, gegen die vier Mädels spielen. Was sollen wir sagen, wir haben haushoch verloren, aber dafür haben wir viel gelacht.     

„Facebook ist out“ – da ist nur noch meine Oma drin

„Facebook ist out“, das war der Standardsatz der Jugendlichen im Workshop des Jugendserver-Saar „Facebook – Freundschaften im Netz“.  Das versprach, spannend zu werden am Projekttag „Freundschaften“ am 28.02.2015 in Heusweiler.

Der „Facebook“ - Workshop begann mit einem Spiel, „Facebook Offline“[1], zur Heranführung an das Thema Freundschaften. Offline bedeutet hier: alles auf dem Papier! In diesem Spiel kreierten die Jugendlichen nun ihr eigenes Profil  und stellten dann Freundschaftsanfragen an für sie ansprechende Profile. Profilbilder wurden gestellt und die Jugendlichen blieben dadurch anonym. Im weiteren Verlauf bekamen sie Aufträge, welche sie auf Ereigniskarten erhielten. Die Aufträge lauteten z.B. andere Profile zu kommentieren (z.B. auch, dass das Profilbild nicht gefällt), neue Freundschaftsanfragen zu stellen, auf ihrem eigenen Profil auf sich aufmerksam zu machen, Geburtstage anzukündigen usw. Aber sie konnten auch Freundschaften verlieren. Ziel war es, die meisten Freundschaftsanfragen zu erhalten.

Nach Ende des Spiels wurden das Spiel und die gestellten Aufgaben kritisch reflektiert mit Fragen wie „Wie ging es dir, wenn du negative Kritik bekommen hast?“ oder „Hat es dich verärgert oder verletzt, wenn du keine Freundschaftsanfrage erhalten hast?“

Das Spiel sollte dazu anregen, über die Freundschaften im  Netz nachzudenken und auch darüber, warum man eigentlich so viele Freundschaften im Netz sammelt: „Um vielleicht auch mit FreundInnen zu konkurrieren? Aufmerksamkeit? Identitätsmanagement? Up to date sein?“ Abschließend diskutierten die Jugendlichen darüber, was denn die Freunde im Netz und was Freunde im wahren Leben für einen Menschen letztendlich bedeuten - und wodurch sich diese Freundschaften unterscheiden. 

Eine Erkenntnis, die der Jugendserver-Saar aus diesen drei Workshops mitnehmen konnte, ist die Tatsache, dass nur noch wenige Jugendliche bei Facebook angemeldet sind. Diejenigen, die angemeldet sind, sind aber kaum noch aktiv.


[1] Entwickelt vom Diplom-Pädagoge Guido Brombach im Rahmen eines Projektes an der Universität Duisburg-Essen mit sechs StudentInnen unter dem Titel: Der Facebook-Effekt. Das Spiel wurde auf der Internetseite „www.pb21 de“ veröffentlicht und vorgestellt. Die Materialien wurden auf dem Blog unter der Creative Commons –Lizenz veröffentlicht.

Unterschiedlicher konnten die Gruppen nicht sein. Dies lag nicht nur an der Altersgruppe, nein, auch an der Zusammensetzung und der unterschiedlichen Motivation am Thema. Nicht alle der Teilnehmer verfügten über regelmäßigen Zugang zum Internet oder waren bereits in Sozialen Netzwerken unterwegs. Waren im Workshop in der Altersgruppe der 14-16 Jährigen nur Jungs anwesend, waren es im ersten Workshop der Altersgruppe 7-9 Jährigen und auch im zweiten der Altersgruppe der 10-13 Jährigen eine Mischung aus Jungs und Mädchen.

Der Methodenmix aus Diskussion, Arbeitsgruppen zur Erarbeitung verschiedener Inhalte verbunden mit der Erstellung von Plakaten und anschließender Vorstellung durch Kleingruppen wurde gut angenommen und die Mitarbeit war groß.

Besonders beeindruckend waren die guten Vorkenntnisse der Gruppe der 7-9 Jährigen zu diesem Thema. Das Persönlichkeitsrecht wie ‚Das Recht am eigenen Bild‘ war hier bereits ein Begriff. Auch Kenntnisse über Facebook und wie man hier verleumdet werden kann sind Themen, mit den sich die Kinder schon auseinander gesetzt hatten, und das, obwohl sie selbst noch nicht aktiv in diesem Netzwerk sind. Auf dieser Grundlage konnte das Thema Cybermobbing mit den Inhalten, „wie man sich schützen kann“ oder „an wen man sich wendet, wenn man betroffen ist“ sehr gut herausgearbeitet werden. Die Kinder waren zu jeder Zeit mit großem Eifer dabei. Am Ende des Workshops wurde ein Spiel zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls durchgeführt. Hier verwandelten sich die Kinder in Tiere und suchten erst über Gestik und später auch über Geräusche ihre jeweiligen Partner. Der Spaß dabei war unübersehbar, sodass man gerne mitgemacht hätte.

In der Altersgruppe der 10-12 Jährigen gab es seitens der Kinder und Jugendlichen viel zu erzählen. Viele waren bereits in Sozialen Netzwerken unterwegs von Facebook bis zu Instagram. Auch verfügten hier der Großteil über Smartphones mit Internetzugang und natürlich der App „WhatsApp“. Hänseleien wurden von (Cyber-)Mobbing unterschieden und eigene Erfahrungen oder Erfahrungen von Freunden waren am Ende des Workshops daher auch ein großes Thema. Die erarbeiteten Inhalte wurden von den Teilnehmern mit dem Erlebten verknüpft und Lösungsvorschläge gerade für zukünftige Vorgehensweisen angeboten und diskutiert. Ein sehr lebhafter und toller Abschluss des Workshops.    

Und nun zum letzten Workshop der Altersgruppe der 14-16 Jährigen. Nach anfänglicher Stille, – fehlten hier die Mädchen? –, wurde es ein sehr lebhafter und spannender Workshop mit den Jungs. Selbst ein Rollenspiel zum Thema Cybermobbing schreckte sie am Ende nicht mehr ab. Gut gemacht! Während der Erarbeitung in Kleingruppen wurde auch schnell mal mit Hilfe des Smartphones im Internet recherchiert. Hey Jungs, klar haben wir das bemerkt ;-). Hier war daher nicht nur der Umgang mit dem Social Web, sondern auch der sinnvolle Einsatz dieses Mediums Thema. 

Natürlich ging es in den Workshops nicht nur um Cybermobbing, sondern insgesamt um Zivilcourage, welche die Werte der Jugendfeuerwehr natürlich widerspiegelt. Und nach diesen Workshops machen wir uns darum kein Sorgen, denn diese Werte waren bei allen Beteiligten deutlich vertreten.

Was hat ein Witz mit einem Präsentationstool zu tun?

Sie waren beide Bestandteile unseres Workshops beim JRK...
Der Jugendserver war zu Gast beim Landesforum des Deutschen Jugendrotkreuz im DRK Landesverband Saarland. Im Schullandheim Oberthal durften wir unseren Workshop zu verschiedenen Präsentationstools durchführen. Und trotz großer „Konkurrenz“ vieler toller Angebote, verschlug es einige Jugendliche zu uns. Die Alterspanne war groß, was das Ganze sehr belebt und spannend gemacht hat.
Prezi, Powerpoint, Powtoon und Audacity waren unsere vier Präsentationstools. Da die Altersspanne ja von 11 Jahren bis zu 19 Jahren war, war auch klar, dass bei Powerpoint die Unterschiede sehr groß waren. Während die einen noch nie damit gearbeitet haben, haben die anderen bereits schon Referate gehalten, bei dem sie PPT schon benutzt haben. Anders war es bei den anderen drei Tools. Diese waren für alle Neuland. Aber auch wie bei PPT entstanden in sehr kurzer Zeit die ersten kleinen Präsentationen. Und alle waren sie verschieden. Mit Animationen oder einfach nur klar strukturiert, alle hatten etwas Besonderes.
Powtoon. Das hat sie wohl am meisten begeistert. Was ist Powtoon eigentlich? Während PPT und Prezi ja reine Präsentationstools sind, ist Powtoon ein Videoprogramm, vielmehr ein Webeditor für Videos. Ihr müsst keine Videos drehen und dann zusammenschneiden, nein, mit Powtoon erstellt ihr ganz einfach animierte Videos. Und das Programm ist kostenlos. Und ganz schnell hatten die Jugendlichen den Dreh raus. Zuerst das Thema eingetippt, und dann lustige Cartoons dazu. Fertig war das Animationsvideo zum Thema „Was geht mit Menschlichkeit“. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, dass wir irgendwann zum nächsten Tool gehen mussten, denn alle hatten Spaß an Powtoon. Aber zuhause kann es jetzt ja für alle weitergehen.
Audacity. Ein kostenloses Gratis-Tonstudio zum Aufnehmen, Bearbeiten und Abspielen von Audio-Dateien. So kann man leicht seine eigenen Podcasts erstellen. Auftrag an die Jugendlichen: Jeder sucht sich einen Witz im Internet und ab ans Mikro. Nach der Reihe sprach jeder seinen im Netz gefundenen Witz ins Micro zur Aufnahme. Es war tatsächlich der ein oder andere gute Witz dabei ;-), sodass wir auch lachen mussten. Das sind dann am Schluss natürlich auch Störgeräusche, wenn man nur den Witz aufnehmen möchten. Aber dazu gibt es ja jetzt Audacity. Störgeräusche entfernen oder auch Stellen lauter oder leiser stellen. Alles kein Problem. Warum lauter oder leiser? Naja, nicht jeder spricht mit der gleichen Lautstärke ins Mikro, gerade bei der ersten Aufnahme kann man schön ganz schön nervös sein. Macht aber nichts. Nach der Bearbeitung war der Podcast mit den besten Witzen wie aus einem Guss.
Es war ein toller Vormittag, an dem auch wir etwas gelernt haben. Was genau? Zum Beispiel, dass die Generation Smartphone nicht immer weiß, wie man auf der Tastatur „Groß“ schreibt oder wie man das @-Zeichen aufs Papier bekommt. Die Jugendlichen aus unserem Workshop wissen es jetzt! Hat Spaß gemacht mit euch. 

Weitere Aktionen rund um KomComm

Nicht nur in der Schule und in Jugendverbänden, auch bei vielen tollen Aktionen ist der Jugendserver-Saar mit seinem KomComm dabei. Und hier ist die Zielgruppe nicht immer die der Kinder und Jugendlichen direkt. Auch MultiplikatorInnen bilden wir aus oder bieten Workshops zum Thema Filmclips und Erklärvideos an, welche wiederum für die Arbeit mit den Jugendlichen wichtig ist. Aber lest selbst...

Beim Jugendserver-Saar ist in Sachen Medien immer was los. Ob auf der Kinder- und Jugendkonferenz ACT ON! oder Workshops beim Projekt "Stark ins Leben", alles dreht sich um die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Und wie ihr wahrscheinlich schon gelesen habt, sind wir da bezüglich der Zielgruppe und den Themen sehr flexibel. Wir versuchen, es möglich zu machen.

Nachfolgend habt ihr einen kleinen Einblick in unsere Aktionen mit KomComm.

Freunde gewinnt man, Freunde verliert man?!

 

Spiel und Spaß mit einem Social-Media- Brettspiel auf der Jagd nach Freunden

Das StartSpiel, ein Kooperationsprojekt von  Spieltz, Okahra und stARTconference, zeigt auf unterhaltsame Art, wie man sich im Web verhalten sollte, welche Chancen dieses Medium bietet und welche Gefahren lauern.
Die Ereigniskarten waren nicht die Originalkarten, sondern von uns entwickelte, um direkt an die Lebenswelt der Jugendlichen anzuknüpfen. Dankenswerter Weise haben die Hersteller das Spiel zu konzipiert, dass genau dies für die Nutzer möglich ist. Vorgefertigte Blankokarten haben sie gleich mitgeliefert.
Das Spiel soll die Faszination des Social Media mit seiner Welt der Likes und Herzchen aufzeigen. Dabei werden Themen aus der digitalen Lebenswelt der Jugendlichen aufgegriffen und Risiken wie auch Chancen aufgezeigt. Diese Themen sind Bestandteile unserer Projekte in Schulen und in Jugendverbänden: Kettenbriefe, Datensammler - Freizügigkeit und Preisgabe von Daten -, Cybermobbing, Persönlichkeits- und Urheberrechte und vieles mehr.
Während des Spielverlaufs kommt man so mit den Jugendlichen ins Gespräch und kann über die Chancen und Risiken im Social Web sprechen und die Jugendlichen dafür sensibilisieren, achtsam mit ihren Daten umzugehen und sozial verantwortlich zu handeln.  
Das ist doch dann genau das Richtige für alle in der Jugendarbeit tätigen (LehrerInnen, SozialpädagogInnen. ErziherInnen etc.), die sich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen, um die Jugendlichen auf die Chancen und Risiken des Social Web aufmerksam zu machen. Und das Ganze dann auch noch, ohne sie dabei zu belehren. Deshalb war der 3. Saarländische Medientag der AG Medienkompetenz perfekt für den Einsatz dieses Spiels in einem Workshop am Nachmittag. Mit 18 TeilnehmerInnen kamen drei Spielgruppen zustande. Jede Spielgruppe wurde einem Spielführer begleitet, denn das Spiel ist anfangs doch schon ein bisschen komplizierter. Aber nach der dritten Runde hatten es alle drauf. Freunde gewinnen, Freunde verlieren, Strafe zahlen – weil man eine Urheberrechtsverletzung begangen hat – oder auch Geld kassieren - weil man bei einem Videowettbewerb gewonnen hat. Und so sieht man, wie auch die Erwachsenen sehr viel Spaß mit einem Brettspiel haben und auf die Jagd nach FreundInnen im Netz gehen…
Die Materialien haben wir den Interessierten zur Verfügung gestellt und das Spiel kam bereits zum Einsatz. Und die Jugendlichen hatten Spaß damit. Das freut uns sehr.
Mehr Infos zur AG-Medienkompetenz und ihren Aktivitäten findet ihr hier.

 

 

Die Next Generation in der digitalen Welt ist gestartet

Act ON! – die Kinder- und Jugendkonferenz war diesmal bei uns im Saarland. Und wir waren mit dabei. 

ACT ON! steht für „aktiv und selbstbestimmt online“. Es ist ein Projekt des JFF (Institut für Medienpädagogik). Auf den Konferenzen „setzen sich die Heranwachsenden im Praxismodul des Projekts mit ihren Sichtweisen auf Attraktionen, Herausforderungen und Fallstricke der Online-Welt auseinander. Sie diskutieren gewinnbringende Umgangsweisen mit Online-Medien, tauschen sich über sinnvolle Strategien im Umgang mit Risiken aus, formulieren Schutzbedürfnisse und verdeutlichen ihre Vorstellungen in Bezug auf effektive Unterstützung. In Vorbereitungsgruppen erstellen Heranwachsende eigene Medienprodukte, mit denen sie ihre Perspektive in die Konferenzen einbringen. In 2015 und 2016 werden insgesamt acht Kinderkonferenzen durchgeführt.

„ACT ON! aktiv + selbstbestimmt online“ arbeitet in dem Themenfeld des Aufwachsens zwischen Selbstbestimmung und Schutzbedarf. Ziel des Projektes ist es, das Zusammenspiel von Medienkompetenzförderung und der Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Jugendmedienschutz voranzubringen.“ Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren. (Quelle: jugendkonferenzen.de/act-on/).
Da haben wir natürlich mitgemacht.

Mit dabei waren noch das Ministerium für Bildung und Kultur, die Landesmedienanstalt Saar (LMS) und das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM). Insgesamt vier Workshops für Jugendliche und ein Workshop für die begleitenden LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen wurden angeboten. Es waren alles tolle Workshops, in denen die Jugendlichen ihre Sichtweisen und ihr Kreativität einbringen konnten. Wir könnten euch jetzt von jedem einzelnen erzählen, aber wir beschränken uns hier jetzt mal auf unsere beiden. Versteht sich! Unter jugendkonferenzen.de/act-on/ könnt ihr euch aber alle Eindrücke während der Entstehungsphase und die Ergebnisse der Labs ansehen. Die in den Workshops entstandenen Medienprodukte wurden am Schluss allen TeilnehmerInnen vorgestellt. Mit dabei im Plenum waren auch Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur, Catharina Becker, Vorsitzende des Landesjugendrings Saar, und Uwe Conradt, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland.

Unsere Medienprodukte im Juli 2016 waren eine Prezi zum Thema „Social Communities der Zukunft“ und ein Erklärvideo „Smartphone der Zukunft“.

Jugendliche aus Klassenstufe 8 haben das neue Netzwerk WorldCon „entwickelt“. Es ist kostenlos und sicher usw. Alle Anmeldefunktionen sind natürlich privat und nicht öffentlich einsehbar. Werbe-Accounts – WorldCon muss sich ja auch irgendwie finanzieren – sind individuell blockierbar für die NutzerInnen. Wer keine Werbung will, bekommt auch keine.

Auch sind Meldefunktionen gegen Hate Speech vorhanden und die Meldungen werden in kürzester Zeit bearbeitet. Chats sind im Netzwerk der Zukunft nur innerhalb von FreundInnen nutzbar. Ein Außenstehender kann sich nicht einfach in einen Chat reinklinken. Die Überlegungen der Jugendlichen gingen damit ganz in Richtung Sicherheit. Doch wie ist es mit dem Smartphone der Zukunft?
Hier ein Einblick in unser „Video-Lab“ mit Carmen John:

Wie sieht eigentlich das Smartphone der Zukunft aus? Und was für Funktionen soll es haben? Mit der Frage hat sich der Video-Lab beschäftigt – und wer jetzt denkt, dass dabei verrückte Zukunftsvisionen à la „Wir-beamen-uns-mit-dem-Smartphone-von-Ort-zu-Ort“ herausgekommen sind, liegt weit daneben. Am Wichtigsten war den Kindern, dass die Handys der Zukunft umweltfreundlicher sind: Mini-Solarzellen als Akku und regelmäßige Add-ons sollen verhindern, dass alle paar Jahre ein neues Gerät angeschafft und das alte Handy weggeworfen wird. Vorbildlich! Diebstahlschutz, Notruffunktion und automatische Verschlüsselung des Smartphones…die ganzen Ideen kamen von den SchülerInnen! Nach dem riesigen Input ging es dann kreativ ans Werk: Es wurde gebastelt, gemalt und geschnitten. Für den Erklärfilm braucht es natürlich passende Requisiten, die mit der Legetechnik ins Video kommen. Dann wurde noch schnell stichpunktartig der Text geschrieben – und schon ging’s los mit dem Filmen. Und da war Teamwork angesagt: Während einer filmte, musste ein anderer den Text aufsagen und die restlichen TeilnehmerInnen passgenau die Requisiten ins Bild schieben und wieder entfernen – ganz schön anstrengend. Aber die Arbeit hat sich gelohnt: Mit einem tollen Video konnte sich die Gruppe vor den drei Gästen Ulrich Commerçon (Minister für Bildung und Kultur), Catharina Becker (Vorsitzende des Landesjugendrings Saar) und Uwe Conradt (Direktor der Landesmedienanstalt Saarland) präsentieren – und alle Fragen professionell beantworten.

„Stark ins Leben“ ist ein gemeinsames Projekt der Sparda-Bank-Stiftung und des Landesinstituts für Pädagogik und Medien (LPM). Das Projekt, das sich an Schulen mit gymnasialer Oberstufe wendet, hat das Ziel, SchülerInnen in der Einführungsphase der Oberstufe mit lebenspraktischen Kompetenzen für ihren späteren Weg zu stärken. Weitere Infos rund um das Projekt findet ihr unter www.sparda-sw.de/stark-ins-leben

Und wir waren mit dabei. Geschult wurden von uns insgesamt 15 Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren. Sie konnten unter 20 verschiedenen Workshops wählen und haben sich für unseren entschieden. Das war dann auch das erste, was wir die Jugendlichen gefragt haben - Warum sie sich für unseren Workshop entschieden haben. Für diese 15 SchülerInnen hat er am interessantesten geklungen. Das war schon einmal ein Kompliment.

Wir haben dann den ganzen Tag miteinander verbracht und über viele Themen gesprochen, die auf dem Weg in den Beruf für sie von Belang sein könnten. Und der Name des Workshops verrät bereits einiges: Es ging natürlich um das Image im Netz, sei es auf Instagram, Facebook oder einer anderen Social Community. Aber warum ist das für den späteren beruflichen Weg so relevant? Ganz klar, heute weiß man, dass so ein Blick auf ein Profil vor einem Vorstellungsgespräch für den eventuellen Arbeitgeber zumindest von Vorteil sein kann. Er macht sich ein erstes Bild. Und daher ist es enorm wichtig, sein Profil mal unter die Lupe zu nehmen, d.h. mal zu überprüfen, was man im Laufe der Zeit so alles von sich veröffentlicht hat. Aus diesem Grund haben wir uns eine ganze Zeit damit beschäftigt, was nicht so günstig wäre in einer Social Community zu veröffentlichen - und besonders dann nicht, wenn das Profil öffentlich ist. Was sollte man also vermeiden? Rechtschreibfehler, falsche Grammatik, freizügige Bilder oder Hinweise auf Alkohol und Drogen. Und da gibt es noch vieles mehr. Natürlich haben wir auch ein paar nützliche Tipps gegeben, wie man im Netz ein wenig beeindrucken kann.  Damit es nicht ganz so trocken war, konnten sich die Jugendlichen austoben, indem sie von uns vorgefertigte Posts auf Plakate klebten – ein gutes Profil erstellen, offline, das war der Auftrag. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.

Weiter ging es mit Urheber- und Persönlichkeitsrechten sowie mit den Datensammlern.  Wir haben gemeinsam einen ganzen Tag - unterwegs mit dem Smartphone – nachvollzogen und festgestellt, dass es ganz schön beachtlich ist, was an einem ganz normalen langweiligen Tag mit Schule, Mittagessen, Zahnarzt usw. an Daten von einem gesammelt werden. Auch nicht ganz unwichtig für ihren späteren Lebensweg. Egal, welchen sie einschlagen, für den Beruf ist es immer wichtig, sich im Netz mit Datenschutz und Rechten auszukennen. Fast jedes Unternehmen oder jede Einrichtung hat ja heutzutage seine/ihre Webpräsenz…

Es war ein spannender Workshop für uns: Jugendliche aus den unterschiedlichsten Schulen mit unterschiedlichem Vorwissen und Anspruch an den Workshop. Positives Feedback gab es seitens der Jugendlichen, nicht alle Inhalte waren ganz neu für sie, aber mit dem ein oder anderen Sachverhalt konnten wir sie doch noch verblüffen. Es war schön mit euch!

 

…damit mein Profil mir nicht im Weg steht

Und wieder durften wir einen Workshop bei "Stark ins Leben" gestalten.

Zehn Jugendliche fanden diesmal den Weg in unseren Workshop: Mein Image im Netz. Hier ging es wie ja auch im letzten Jahr um Themen im Netz, die nicht nur auf dem Weg in den Beruf, sondern auch später im Beruf für sie wichtig sein könnten. In den Beruf führt zunächst einmal ein Bewerbungsschreiben und ein Vorstellungsgespräch. Aber das war nicht etwa unser Thema. Nein, unser Ziel war es, die Jugendlichen darauf aufmerksam zu machen, was man alles so von sich preis gibt auf den Sozialen Netzwerken. Denn dies ist besonders wichtig, wenn man ein öffentliches Profil hat. Die erhofften zukünftigen Arbeitgeber gehen nämlich oft erst einmal auf die Profile von Bewerbern, bevor sie ein Bewerbungsgespräch anbieten. Und wenn dann dort als erstes die Partyfotos der letzten Nacht drauf zu sehen sind, ist das nicht ganz so günstig und die Chancen auf ein Gespräch sinken. Deshalb hatten die TeilnehmerInnen die Aufgabe, mit vorgefertigten Instagram-Posts ein gutes Profi zu erstellen. Und erschwerend kam noch hinzu, dass sie ein bestimmtes Berufsziel vor Augen hatten: FloristIn, MechatronikerIn und KonditorIn. Die Profile sind klasse geworden: keine Hinweise auf Alkohol oder Drogen, korrekte Rechtschreibung und Grammatik, keine freizügigen Fotos und hier und da mal ein schöner Blumenstrauß, eine selbst gebackene Torte usw.
Das nächste große Thema waren Urheber- du Persönlichkeitsrechte und Datensammler. Da heutzutage Medienkompetenz eine Schlüsselqualifikation geworden ist – und nicht nur für den Alltag – sind diese Themen auch von besonderer Bedeutung für die Jugendlichen auf dem Weg in das Berufsleben. Und natürlich auch wieder später im Beruf. Webseiten und Profile bei den verschiedensten Netzwerken sind für die meisten Firmen eine Selbstverständlichkeit. Da kann Medienkompetenz mit dem Wissen um Rechte im Netz und um Datenkraken wie Facebook, Instagram oder Snapchat nicht schaden.
Das letzte Thema war Hate Speech. Dieses Thema begleitet jeden, der aktiv im Social Web unterwegs ist. Das Wissen, wie man mit so etwas umgehen kann bzw. wie man Hate Speech überhaupt erkennt, war daher auch ein zentraler Inhalt in diesem Workshop. Am Ende haben wir Ihnen dann noch die Seite „You-fair.de: Gegen Hetze im Netz“ vorgestellt, sodass sie sich privat vertiefend mit dem Thema beschäftigen können. Denn auch dieses Thema wird wohl noch lange Zeit ein täglicher Begleiter im Netz sein. Sarauf sollten die Jugendlichen dann auch schon vorbereitet sein.
Ganz schön viel Stoff für einen Tag Workshop? Das auf jeden Fall, aber wir haben zwischendurch immer wieder mal ein kleines Quiz eingefügt. Ein kleines Emoji-Filme-Quiz oder Wer-wird-Online-Champion und Jeopardy sorgten für Entspannung. Und natürlich das gute Essen. Belegte Brötchen, Kaffestückchen und zum Mittagessen eine Pizza oder Nudeln in der L`Osteria. So wurde für uns alle gesorgt. Da kommen wir doch gerne wieder – nicht nur wegen des Essens. Vielmehr hat der Workshop richtig viel Spaß gemacht mit einer Gruppe Jugendlicher, die alles genau wissen wollten, aber auch schon vieles wussten. 

 

...sie sind Hauptdarsteller in unseren Filmclips

Wie baue ich einen Tabletständer auf? Wie binde ich meine Schnürsenkel? Was genau ist eigentlich eine Apfelschorle und wie zum Teufel schreibt man das Wort „Fenster“ richtig? Die Antwort auf diese Fragen findet man nun in den Tutorials, Filmclips und Erklärvideos der Teilnehmenden des Workshops „Filmclips und Erklärvideos leicht gemacht“ des Jugendserver- Saar mit Marco Labus als Referenten. Zumindest theoretisch, denn praktisch dürfen wir die Clips nicht veröffentlichen wegen der Urheberrechte und so. Sehr schade, denn sie waren alle wirklich sehr witzig und das richtige Verhältnis von Apfelsaft und Mineralwasser hat uns immer schon brennend interessiert (beim nächsten Mal vielleicht?).

So haben die Teilnehmenden aus den verschiedenen Mitgliedsverbänden und anderen Institutionen mit einfachen Mitteln ihre ersten eigenen Filme produziert. Und wie konnten sie dies tun? Nach einem theoretisch- praktischen Input von Marco zu den Themen Filmkameras, Studiomikrofon und Schnittsoftware wurden grundlegende Informationen vermittelt: Worauf muss ich bei einer Neuanschaffung einer Kamera achten? Warum ist der Weißabgleich so wichtig? Welche Anschlüsse braucht die neue Kamera zur Videoproduktion? Welches Mikro brauche ich für eine semi-professionelle Aufnahme? Welche Software benötige ich (kostengünstig) und wie funktioniert sie? All das haben die Teilnehmenden erfahren, bevor sie, gestärkt mit einem kleinen Snack am Mittag, in die eigene Produktion gingen. Die Gruppen hatten sich schnell gefunden, nun mussten nur noch die Ideen her. Gefunden! Und los ging es.

Mit unserem Studiomikrofon wurden die Texte eingesprochen, mit bereitgestellten Kameras gefilmt. War alles im Kasten, wurde der Text bearbeitet, soweit nötig, und mit dem Schnittprogramm Magic Deluxe 2016 Plus die Filmsequenzen zusammengeschnitten. Fertig!

Es war ein toller Tag, wir haben alle viel gelacht und neben dem Spaß auch viel gelernt. Wie man einen Schnürsenkel bindet, wie man das Wort Fenster schreibt, wie man einen Tabletständer aufbaut und natürlich wissen wir jetzt auch, was genau eine Apfelschorle ist. :-)