Austausch über die Grenzen hinweg

Am Donnerstag, den 19.10. fand in Metz die EuRegio Fachtagung  zum Thema „Erstarkender Extremismus und Populismus, wo steht Europa? Welche Wirksamkeit haben Jugendprogramme gegen dieses Phänomen?“ statt, zu der wir als Landesjugendring und Jugendserver-Saar nicht nur als Gäste, sondern ebenfalls mit zwei Referenten für Workshops eingeladen waren. 

 

Das Programm startete nach kurzen Begrüßungsworten von Danièle Noel, Präsidentin der EuRegio und Stadträtin in Nancy, mit spannenden Vorträgen von Prof. Stephan Bundschuh, der Hochschule in Koblenz und Vincent Ferry von der Universität Lothringen. Beide sprachen über die Relevanz von Populismus bei den kürzlich stattgefundenen Wahlen in Deutschland und Frankreich und das Erstarken extremistischer Gruppen und Parteien, sowie den Einfluss, den das auf unsere Gesellschaft nimmt. Nach den beiden Vorträgen gab es für alle Teilnehmenden die Möglichkeit noch einmal Fragen zu stellen und über das Gesagte zu diskutieren.

 

Am Nachmittag wurden drei verschiedene Workshops angeboten. Im ersten, der von Hannah Meuler durchgeführt wurde, ging es um Bildung über Soziale Medien. Besser gesagt es wurde das Portal „You-fair.de“ des Jugendserver-Saar vorgestellt und über den Umgang mit Hassrede im Internet, sowie Gegenstrategien dazu gesprochen. Diskutiert wurde insbesondere darüber, ob das Ignorieren solcher Hass-Kommentare angebracht ist, und wie eine Gegenrede aussehen kann. Besonders hilfreich war es für die Teilnehmenden hierbei eigene Erfahrungen mit Trollen, Shitstorms und beleidigenden Kommentaren, sowie eigene Ängste und auch die Ängste vieler Jugendlicher aus ihrer Praxis auszutauschen und sich gegenseitig darin zu stärken, dass diese Angst dennoch nicht dazu führen darf diskriminierende und beleidigende Kommentare im Internet zu tolerieren.

 

 Der zweite Workshop fand zum Thema Jugendarbeit und Migranten statt und drehte sich um ein „Demokratie leben“ Projekt in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Saarbrücken, dem Landkreis Kusel und der Stadt Trier und einem Projekt mit Syrien, durchgeführt von Studenten vom IRTS Lorraine. Der dritte Workshop, in dem Georg Vogel den Wahl-O-Mat on Tour vorstellte, befasste sich mit dem Thema politische Bildung. Weitere Referenten in diesem Workshop waren der Regionalverband Saarbrücken mit dem Schulprojekt „Hass und Gewalt – ohne mich!“ und Marie-Ko Kasali vom Club-UNESCO-Jean Laurain, Metz. Aus dem Workshop und der Vorstellung, der Wahl-O-Mat on Tour Veranstaltungen heraus entstand die Idee, dass zu den Europawahlen 2019 möglicherweise eine interregionale Wahl-O-Mat Tour entstehen könnte.

 

In allen Workshops wurde viel und angeregt darüber diskutiert, welchen Beitrag die Projekte zum Umgang mit Populismus beisteuern und es wurden viele Ideen für die weitere Jugendarbeit in den vielfältigen Verbänden und Organisationen mitgenommen. Durch den interregionalen Austausch waren die Workshops so sehr bereichernd für alle Teilnehmenden.

 

Zum Ende der Veranstaltung wurden die Ergebnisse der Workshops noch einmal zusammengetragen. Als großes Fazit lässt sich sagen, dass natürlich an diesem Tag keine allumfassende Lösung für die Herausforderung des Umgangs mit Extremismus und Populismus in Europa gefunden werden konnte, allerdings waren alle Teilnehmenden sich einig, dass der Austausch innerhalb der Großregion dazu beitragen kann in der Sozialarbeit Strategien des Umgangs zu entwickeln und der kollegiale Austausch untereinander dabei auch über die Ländergrenzen hinweg neue Anstöße und Ideen geben kann.