102. Vollversammlung des LJR

Verbindliche Beteiligungsrechte für Kinder und Jugendliche!

Vollversammlung nahm Landesschülervertretung als 28 Mitgliedsverband auf

Saarbrücken. Die 102. Vollversammlung des Landesjugendrings Saar bekräftigte gestern (07.12.2019) in Saarbrücken seine Forderung, im Kommunalen Selbstverwaltungsgesetz des Landes die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen verbindlich vorzuschreiben. Auch solle das Wahlalter von kommunaler bis auf Europaebene auf 16 Jahre herabgesenkt werden. In diesen wichtigen Fragen der Partizipation sahen sich die Delegierten der Arbeitsgemeinschaft von 27 Mitgliedsverbänden durch den Kinderrechte-Index des Deutschen Kinderhilfswerks von dieser Woche bestätigt. Die Studie sieht bei den Beteiligungsrechten junger Menschen im Saarland deutlichen Handlungsbedarf.

Einstimmig wurde die Landesschülervertretung als Anschlussverband aufgenommen. Damit wurde die intensive Zusammenarbeit in den letzten Monaten in eine Mitgliedschaft verstetigt.
Die Vollversammlung forderte auch die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz und hier insbesondere auch das Recht auf Beteiligung. Dieser Schritt sei, so der Beschluss, „mehr als 30 Jahre nach Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention überfällig".

Der Landesjugendring spricht sich zudem dafür aus, die Gemeinnützigkeit der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten" (VVN-BdA) zu erhalten. Gerade hier im Saarland sei es die VVN, die sich seit Jahrzehnten für die Erinnerungsarbeit, gerade auch im Zusammenhang mit der Gedenkstätte „Gestapo-Lager Neue Bremm" engagiert habe. Dies sei eine herausragende Leistung für unsere Zivilgesellschaft.

Aufgrund der erheblichen Einschränkungen im Personennahverkehr forderten die Jugendverbände zudem, dass Inhaber*innen von Dauerkarten für den ÖPNV im Saarland für längerfristige Ersatzfahrpläne finanziell entschädigt werden. Dies betreffe insbesondere Inhaber*innen von Schüler*innen-Tickets sowie Semestertickets.

Zudem regte der Jugendring an, eine auskömmliche Förderung freier Träger im Bereich der Freiwilligendienste zu gewährleisten, um mehr Stellen gerade auch bei finanzschwachen Trägern zu ermöglichen.

Der Landesjugendring blickte in seinem Arbeitsbericht auf ein dichtes jugendpolitisches Jahr zurück, in dem er deutliche inhaltliche Akzente für die Jugendarbeit im Saarland erreichen konnte. So werden in diesem Jahr die Projekte „Junge Biosphäre" und „Migrant*innen-Jugendgruppierungen stärken" erfolgreich abgeschlossen. Ebenso freute sich der Landesjugendring darüber, aus dem Bundesprogramm „Jugend erinnert" Projektmittel zu erhalten, mit denen er intensiver als schon bisher über die nächsten drei Jahre hunderte von Jugendlichen über die Zeit des Nationalsozialismus in der Region aufklären kann.

Als Gäste Begrüßte LJR-Vorsitzender Tobias Wolfanger Umweltminister Reinhold Jost, die Leiterin des Landesjugendamts Alexandra Heinen, Heike Becker (SPD-Landtagsfraktion) und Manuel Brunz (Junge Union).

 

Hier geht es zu den Positionen.


 

Info Landesjugendring SaarDer Landesjugendring Saar e.V. ist die Arbeitsgemeinschaft von nun mehr 28 Kinder- und Jugendverbänden im Saarland. Er ist anerkannter Träger der Jugendhilfe im Saarland und gemeinnützig. Die Mitgliedsverbände sind konfessionell, gewerkschaftlich, sozial, ökologisch oder musisch-kulturell orientiert. Aufgabe des Landesjugendrings ist es u.a., die gemeinsamen Interessen der Kinder- und Jugendverbände und ihrer Mitglieder in Politik und Gesellschaft zu vertreten und öffentlich zu machen. Dies betrifft Fragen der Kinder- und Jugendarbeit, aber auch quer durch alle Lebensbereiche die Interessen von Kindern und Jugendlichen. Der Landesjugendring Saar ist zudem Träger des Jugendserver-Saar (www.jugendserver-saar.de), dem Internet-Portal und Medienbildungsprojekt für Jugendliche und die Jugendhilfe im Saarland.